Denk-Aufgabe 1009 vom 1.12.2010

 

Endlich die erlösende Endlösung!

oder

Wohin mit den Schweizer Kriminellen?


Das Problem mit den ausländischen Kriminellen ist ja nun dank der lieben SVP sozusagen gelöst. Man muss da nur noch etwas an der Umsetzung rumfeilen. So sollten unbedingt noch sprachliche Entgleisungen in den Deliktskatalog aufgenommen werden. Wenn das Telefon im Zürcher Migrationsamt klingelt, wo logischerweise und dem Namen gemäss nur Migranten arbeiten, ein Inder abnehmen will und ein halbschoggifarbiger Anderer ihn stoppt und in knackigem Einwanderer-Slang hervorwürgt: "I ran!" – so könnte es sich um unerlaubte und staatsgefährdende Werbung für den Schurkenstaat IRAN handeln. Sollten dann noch andere im Grossraumbüro "I ran!" rufen (was allerdings eine geradezu unwahrscheinliche Leistungsbereitschaft suggerierte), wäre der Tatbestand der kollektiven Zusammenrottung revolutionärer Elemente erfüllt und man könnte gleich alle aus- und – welch herrliche Vorstellung – das missliebige Amt ganz abschaffen.

Aber ein Riesenproblem harrt noch der Schafspartei: Was tun mit den Lämmlein, die weder schwarz noch weiss sind? Mit all den Secondos und Tertios, die sich sogar in den eigenen Reihen hochgedient haben? Was tun, wenn der Toni Bortoluzzi irgendwo was klaut, zum Beispiel einen Gedanken des anderen Toni – nun seien Sie mal nicht so: jaja, beiden ist das Denken grundsätzlich möglich, wie allen Menschen. Nur bleibt es bekanntlich vielen erspart...

Nun: ich habe die Bombe! – also nicht die iranische atömlige, sondern die Idee-Bombe oder Bombenidee, was wir mit all den eingeschweizerten Kriminellen, auch den urschweizerischen machen könnten. Zugegeben, caro Toni, die Idee ist auch geklaut. Die USA und Australien sollen schon auf diese Weise von der primitiven Urbevölkerung befreit worden sein. Aber sie ist eben in jeder Hinsicht genial, weil sie auch Gefängnisse und damit Kosten spart, die Gesellschaft vor Hafturlaubern schützt, keine Resozialisierungsanstrengungen erfordert und – nicht zu verachten – für eine natürliche Selektion unter den Verbrechern sorgt. Wichtig war bei diesen Lösungen früherer Tage, dass der Ort weit weg war und von vielen Wassern umspült, sodass die Ausgeschafften schön unter sich waren und es blieben, zumindest die, die das Aug-um-Auge-Spielchen überlebten. Romantisch und auch als Tourismusattraktion ins Auge zu fassen sind altbewährte Bezeichnungen wie 'Todesinsel' – Hitchcock würde noch ein paar Rabenkolonien ansiedeln und der suspense wäre garantiert. 'Weit weg' ist im dicht gedrängten Schweizlein schwierig, aber 'wasserumspült' schaffen wir. Politisch korrekt und allem Triebhaften abhold, wie wir Zürisee-Meitli und -Buben nun mal sind, könnten wir ja die nicht ausschaffbaren Krimi-Männlein auf die Ufenau, die Weiblein auf die Lützelau bugsieren? Ein Problem hab ich noch: Was machen wir mit den lieben Kinderfreunden und Ministrantenvernasch-Popen? Wäre das eine zumutbare Zusatzstrafe, sie auf die Lützelau zu verbannen? Und wenn ja, für wen: für die Weiblein? – Sie sehen, es ist noch nicht ganz alles paletti. Schaffen Sie mit an den Ausschaffungslösungen. Es muss doch eine erlösende Endlösung gefunden werden, oder nicht? Auf Ihre Ideen freut sich

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