Denk-Aufgabe 11/01 vom 14.4.2011

 

Exclusive Adventure

Interview mit Roman Bader, Geschäftsführer von 'Exclusive Adventure',

Eigentlich sind alle Abenteuer exklusive Erlebnisse. Denn nur der Erlebende - eben exklusiv er oder sie - erfährt etwas als 'Abenteuer'. Somit ist es auch vergebliche Liebesmüh', den schillernd vieldeutigen Begriff in eine allgemeingültige Definition zu zwängen. Aber wir können die für uns unverzichtbaren Ingredienzien, Menuteile und die Gewürze suchen und uns mit einer - zumindest für uns selbst einigermassen stimmigen - Umschreibung dem Phänomen 'Abenteuer' nähern. Dazu gehört für mich eine gegenüber dem 'courant normal' erhöhte Unsicherheit, ein Weniger an Berechen- und Voraussehbarkeit in Bezug auf die unmittelbare Zukunft, die Entwicklung einer Situation, einer Beziehung zu einer einzelnen Entität, einem Kollektiv, einem Umfeld.

Wenn wir den Grad der Abenteuerlichkeit eines Erlebnisses irgendwie fassen wollen, könnten wir also das Mass an Unsicherheit als Kriterium wählen: je weniger Sicherheit, desto mehr Raum für Abenteuer.

In einer Zeit, wo Sicherheit derart hoch bewertet wird, von allen Politikern versprochen und von allen dekadent-entmündigten Wohlfahrtsstaats-Insassen herbeigejammert wird, erstaunt es deshalb nicht, wenn Abenteuer wenig Platz haben, ja vom Aussterben bedroht sind oder zumindest in die Harmlosigkeit der virtuellen Welt verdrängt werden. Hier, bei der inneren Haltung des Erlebenden, liegt meines Erachtens die Crux des Umgangs mit dem Abenteuer: Wem Sicherheit eines der zentralen Hochwertwörter ist, bei dem erhält 'Abenteuer' eine negative Konnotation - und umgekehrt. Bei vielen wechselt die Bedürfnispriorität aber ständig, einmal möchten sie Sicherheit, einmal Abenteuer - und am liebsten beides gleichzeitig.

Vertrauter ist uns dieser Widerspruch beim zutiefst widersprüchlichen Polit-Slogan 'Freiheit in Sicherheit'. Freiheit ist für mich ganz eng mit Abenteuer verquickt: zum Abenteuer gehört die Freiheit des Entscheidens, Freiheitserfahrung ist immer ein Abenteuer. Denn der freie Abenteurer weiss ja selbst nicht, wie er im nächsten Augenblick entscheiden wird. Wenn er es schon wüsste, wäre er ja gar nicht frei, zumindest nicht bezüglich der zu treffenden Entscheidung. Freiheit ist zuallererst ein Abenteuer mit sich selbst. Der Freie kann es sich leisten, sich auch sich selbst gegenüber in die Unsicherheit zu begeben, sich selbst herauszufordern, zu beobachten, Steuerimpulse zu geben oder auch nicht, sich in diese oder in eine andere Richtung gehen zu lassen, sich zu disziplinieren oder auch nicht. Der Freie muss nicht jeden seiner Entscheide von langer Hand planen und vorauswissen. Die Freiheit erlaubt ihm auch, sich und seine selbst geschaffene Welt ernster, weniger ernst, überhaupt nicht ernst zu nehmen, mit den Schöpfungsparametern Ich, Zeit, Raum, Verknüpfung zwischen dem Wahrgenommenen zu spielen.

Freiheit und Abenteuer wird in unserer zubetonierten Wohlfahrtssicherheitsgesellschaft immer mehr in die Virtualität verdrängt. Umso schöner, wenn es noch Unternehmen gibt, die die freie Entscheidung für ein Abenteuer ermöglichen. Unabhängig davon, dass auch Exclusive Adventure marktwirtschaftlich orientiert ist und prosperieren will, hat sie, vielleicht gar nicht bewusst intendiert, meines Erachtens eine soziotherapeutische Funktion.

Viel Spass mit Freiheit und Abenteuer, wie exklusiv auch immer, und ob mit oder ohne Exclusive Adventure

Und die Denk-Aufgabe? Liegt auf der Hand, meine ich: Denken Sie mal drüber nach, wie es mit Freiheit und Abenteuer aussieht in Ihrem Denken, Fühlen, Tun und Leben. Und wenn Sie's rausgefunden zu haben glauben, geben Sie das Denken auf und lassen Ihrer Intuition freien Lauf. Wetten, dass dabei mehr Freiheit und noch viel mehr Abenteuer rauskommt?
Von Ihren Erlebnissen zu hören freut sich as always