Denk-Aufgabe 1704 vom 21.1.2017

 

Helvetien - eine Gesellschaft von Softies?

These: Wir sollten versuchen, aus den helvetischen Wohlfahrtsstaatsinsassen, all den unmündigen bejammernswerten Opfern zwischen 0 und 100 wieder aktive, mündige, selbstbestimmte Täter und aus den vielen bösenbösen Tätern, die die vielen armen Opfer drangsalieren, rundum belächelnswerte und allenfalls auszuweisende oder einzusperrende Mängelwesen zu machen.

Wie soll das gelingen? Hier ein paar Vorschläge:

Werte ausbalancieren

Lasst uns versuchen, allen, aber insbesondere dem Nachwuchs, wieder vermehrt 'hart-aktive' statt immer nur 'weich-passive' Werte zu vermitteln. Ich vermeide hier die Etikettierung als 'männliche' und 'weibliche' oder 'Animus'- und 'Anima'-Werte, da dies wohl zu einem Aufschrei aller Gleichstellungs- und Geschlechterunterschiedsabschaffungs-Fundamentalistinnen führen würde. Es geht mir auch in keiner Weise um eine Diffamierung der Frauen. Aber ich sehe durchaus einen Zusammenhang zwischen den fast 100% femininen Ausbildnerinnen unseres Nachwuchses auf Kindergarten- und Primarschulstufe und der von mir behaupteten Dysbalance zwischen 'weich-passiven', 'weiblichen' oder 'Anima-Werten' wie Harmonie, Sicherheit, Wohlfühlen, passives Opferbewusstsein, Sozialkompetenz, Helfen, Heilen, Öffnen aller Grenzen, Priorisierung des Re-Integrationsgedankens im Strafrecht, Aufgehen im Kollektiv, die Gemeinschaft über das Individuum stellen mit dem Hang zur Überregelung, zum totalen Staat etc. gegenüber den 'hart-aktiven', 'männlichen' oder 'Animus-Werten' wie Freiheitsdrang, Risikofreude, Abenteuerlust, Wettbewerb, Konkurrenz, Abgrenzung wenn nötig mit Körpereinsatz, aktives Täterbewusstsein, Eigenverantwortung, das Individuum mit seiner Freiheit und Verantwortung über das Kollektiv stellen, mit dem Hang zur grösstmöglichen Regelfreiheit und zum minimalistischen Nachtwächterstaat.

Ziel wäre – nochmals explizit für allfällige auf einem Auge blinde Fundamentalistinnen – NICHT die Ersetzung der 'weich-passiven' durch die 'hart-aktiven' Werte, sondern die Wiederherstellung einer gesunden Balance zwischen diesen Wertekategorien. Es braucht beide, wenn eine Gesellschaft funktionieren soll. Aber zurzeit leben wir in den westlichen Wohlfahrtsstaaten m.E. in einer eklatanten Werte-Dysbalance mit einer fast völligen Unterdrückung der 'hart-aktiven' Werte. Den paar wenigen sektiererischen Fanatikerinnen die Schuld daran zu geben, hiesse, ihnen viel zu viel Ehre anzutun. Der Prozess dauerte mehrere Jahrzehnte und ging einher mit der natürlichen Dekadenz vieler 'alter' Nationen im Westen. Dazu gehört vor allem die schleichende Entstehung der ach so gut gemeinten 'sozialen Wohlfahrtsstaaten', der fürsorglichen 'Nanny-States', die sich um das Wohlfühlen und die Bedürfnisse aller von der Wiege bis zur Bahre kümmern – und so, einfach hinten herum und mit Herzchen garniert, letztlich genauso in die Entmündigung, in die vollständige Priorisierung des Kollektivs vor dem Individuum, in die Aushöhlung jeglicher Freiheit zugunsten von Sicherheit und Wohlbefinden und damit in den Etatismus, in den totalen Staat führen wie die vormals bekämpften Diktaturen faschistischer oder kommunistischer Ausprägung.

Zur langsam entstandenen Werte-Dysbalance gehört auch die Änderung der Rollen der Pädagogen und damit ein Abnehmen der Attraktivität des Lehrerberufs für Männer, die Auflösung traditioneller Geschlechterrollen und der Familie, die dazu führte, dass heute eine wachsende Zahl der Kinder fast ausschliesslich im Kontakt mit weiblichen Betreuungs- und Lehrpersonen aufwachsen.

Aus Opfern Täter machen

Das Grundgefühl jedes Individuums sollte sein 'Ich bin für alles selbst verantwortlich, was ich wahrnehme, wie ich es deute und wie ich darauf reagiere. Ich will lernen, mit möglichst jeder Situation eigenverantwortlich fertig zu werden. Und wenn ich Hilfe brauche, dann hole ich mir die selbst und gezielt, solange ich noch bei Bewusstsein bin.'

Kampftechniken für Kids & Ladies
Konkret heisst das: Anstatt Aids auf der Psycho-Ebene zu verbreiten mit dem Aufsperren aller Öffnungen von Körper und Geist für alle und alles und der Vermittlung und Zementierung von Wohlfühl-Sozialkompetenz-Dauerharmonie mit allen, anstatt jedem Kind, das beim Rammeln einen Kratzer davontrug, gleich ein Care-Team auf den Hals zu setzen und das Schulhaus zu evakuieren, sämtlichen Schülern und Lehrern und Verwandten und dem Quartier, dem ganzen Dorf und der fern wohnenden Grossmutter einzureden, sie seien ab sofort alle traumatisierte Opfer und für den Rest des Lebens arbeitsunfähig und stünden unter psychologischem Betreuungszwangs, sollten wir den Kids Kampftechniken beibringen, sie lehren, selbst Grenzen zu ziehen, sollten wir ihr Selbstbewusstsein stärken, indem wir ihnen körperliche und geistige Kompetenzen vermitteln und Mut machen, diese Kompetenzen notfalls auch kräftig und ohne falsche Hemmungen einzusetzen.

Ich freue mich auf den Medienbericht, wo beschrieben wird, wie ein Kind einem Pädophilen dank im Kindergarten erworbener Kampfkunstkompetenz eins in die Fresse und/oder in die Eier schlug.

Ich freue mich von einer Frau zu lesen oder zu hören, die von einer Gruppe junger Idioten blöd angemacht und belästigt wurde und die mit Krav Maga oder einer anderen effizienten Kampftechnik möglichst alle gleich kollektiv minimal ins Land der Träume, besser noch – als kleine Abschreckung für Nachahmer (man nennt das 'Generalprävention') – höllenwärts schickte. Die Frau würde nicht angeklagt, sondern erhielte einen Orden und würde in allen Bildungsinstitutionen als Vorbild, als Heldin gefeiert, als moderne Kassandra, Medea, Jeanne d'Arc. Und es bräuchte auffällig weniger Polizei in der nächsten Silvesternacht.

Ich freue mich über die Nachricht von einer Gemeinde, die sich gegen jede Form von Zentralisierung und Kompetenzbeschneidung von oben mit allen Mitteln zu Wehr setzt. Wenn nötig auch mit mehr als allen. – Sie lächeln mitleidig? Es ist gar noch nicht so lange her, dass sich nicht nur einzelne Gemeinden, sondern ganze Kantone vehement gegen jede Form von Diktat aus Bern wehrten. Appenzell Innerrhoden stimmte über hundert Jahre lang aus Prinzip Nein gegen jede Bundesvorlage. Das war gelebter Föderalismus. Heute schielen die Gemeinden und Kantone schon wie die Einzelinsassen nur auf das 'Kässeli' des Bundes und nehmen jeglichen Freiheits- und Selbstbestimmungsverlust in Kauf, wenn es dafür 'Manna' regnet. Das entspricht für mich viel klarer dem Begriff der 'Prostitution' als der einverständliche Deal über eine zeitlich und qualitätsmässig beschränkte 'Körpermiete'. Die Gemeinden, Kantone und ihre Insassen prostituieren sich, bieten das an, was sie anzubieten haben, nämlich das, was ihre Vorfahren hart erkämpft hatten: ihre Freiheit, ihre Selbstbestimmung, ihre Kompetenzen, ihre Mündigkeit. Sie tun dies aus Feigheit, meist wider besseres Wissen und Wollen, wenn sie dafür Sicherheit, Manna, Rundumversorgung, Betreuung von A bis Z kriegen. Prostitution ist im Wohlfahrtsstaat zum Strukturpinzip Nummer 1 geworden.

Ich freue mich auch auf Berichte von Einzelnen und Kollektiven, die auf das ganze Wohlfühl-Getue, das riesige Theater um Befindlichkeiten, die lächerliche political correctness pfeifen, die Texte wieder im Originaltext lesen und fähig sind, sich gegen die Tussi-Tanten-Welle mit dem besten Mittel zu wehren: Auslachen.

Ich sehne mich nach Berichten von Bildungsstätten, wo den Kids wieder beigebracht wird, nie blindlings zu gehorchen, nichts unhinterfragt zu glauben, ihr eigenes Wertgefüge zu erarbeiten und dort Grenzen zu ziehen gegen Einflüsterer, Übergriffige und Zeitgeistplaudertaschen, wo ihnen ihre eigene Vernunft sagt, dass es für sie jetzt und hier richtig sei. Wo vermittelt wird, dass 'sapere aude' – einmal der Slogan der Aufklärung war. 'Wage es, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen'. Und Kant ergänzte: wenn du dich aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit befreien willst.

Aus Tätern Opfer ihrer selbst machen

Eine der abstrusesten Nebenfolgen der Übersteigerung 'weich-passiver' Werte ist das Ernstnehmen jedes Verbrechers, und sei er ein noch so fundamentalistischer Vollidiot. Sie werden in psychiatrische oder Justizvollzugs-Hotels gesteckt und mit heiligem Ernst und fast unbeschränkten finanziellen und personellen Mitteln therapiert, resozialisiert, re-integriert. Alle Kriminellen, auch die Massenmörder, haben ihre gratis Pflichtverteidiger, dürfen ihre Nahrung auslesen, ihre Bücher mitbringen oder bestellen, auch wenn sie dort zu weiteren Straftaten animiert werden, dürfen ihre Religion ausüben, es wird ihnen kinderleicht gemacht, weiter Drogen zu nehmen, sich online zu vernetzen sowie ihren Ausbruch und ihre nächste Straftat zu planen, wenn es nicht schon beim ersten Hafturlaub klappt.

Weniger Toleranz für die Intoleranten
Die sich m.E. aufdrängende Gegenmassnahme ist zuerst einmal eine mentale: weniger Respekt vor Menschen, die uns, die überhaupt andere Menschen, Tiere, die Natur, menschengemachte Dinge, Kulturgüter, aber auch unseren Rechtsstaat in keiner Weise respektieren; weniger Toleranz für die Intoleranten. Auch hier geht es um ein Re-Balancierung. Diesmal um das Wiederfinden der Balance der verschiedenen Ziele des Strafrechts, ganz allgemein der Regeln, die sich der Rechtsstaat gibt, damit er funktionieren kann. Der Rechtsstaat will seine Bürger motivieren, sich an die einfachsten Regeln zu halten, indem er Fehlverhalten, insbesondere Vergehen und Verbrechen, bestraft und darüber berichtet.

Zentrales Ziel des Strafrechts war jahrhundertelang der Schutz der Gesellschaft vor den Tätern. In den Wohlfahrtsstaaten ist dieses Ziel zugunsten der Re-Integration des Täters in den Hintergrund geraten. Ein weiteres Ziel des Strafrechts ist die Wiedergutmachung, sofern sie möglich ist bzw. die Genugtuung, die die Bestrafung des Übeltäters den Betroffenen vermittelt. In den USA z.B. ist eine schärfere Form der Genutuung, die Rache am Täter für das begangene Unrecht noch ganz wach und akzeptiert, bei uns ist dieses Ziel des Strafrechts in den Hintergrund geraten. Aber völlig ausblenden sollte man das in allen von uns schlummernde Bedürfnis nach Vergeltung nicht.

Früher strebte man das Ziel der Re-Integration des Straftäters in die Gesellschaft vor allem durch die Spezialprävention an: die Strafe sollte den Täter nach deren Verbüssung von weiteren Fehltaten abhalten. Heute hingegen erhält fast jeder Straftäter teure Betreuung und meist einen sehr gewagten, frühen Wiedereinstieg in die Gesellschaft, angefangen mit Hafturlauben, die immer wieder zu neuen Straftaten führen, bis hin zu unsäglich aufwändigen Coachings bei jungen Straftätern ('Carlos' lässt grüssen).

Ein nicht zu unterschätzender Effekt der Bestrafung ist die Generalprävention. Damit kommen die Medien ins Spiel. Die Idee ist, dass gefährdete Bürger durch die möglichst flächendeckende Information über die Bestrafung des Täters davon abgehalten werden, Ähnliches zu tun. Wenn potenzielle Täter aber wissen, was für eine tolle Betreuung, was für ein schönes Hotel mit Ausbildungsmöglichkeiten und was für eine angenehme Wiedereingliederung ihnen wartet, verliert die Generalprävention ihre abschreckende Wirkung.

Wir sollten anstreben, diese verschiedenen Ziele des Strafrechts wieder in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen. Als erstes müssten wir die hohe Priorität, die das Bemühen um die Re-Integration des Täters in unserem von 'weich-passiven Werten' geprägten Wohlfahrtsstaat erhalten hat, zurückstufen zugunsten der anderen Ziele.

Wir sind NICHT gleich
Wir sind alle gleich einzigartig, gleich einmalig in unserer Verschiedenheit – aber damit hat sich's bereits mit der Gleichheit, die in der französischen Revolution als égalité promoviert wurde und zuerst einmal nur die Ausebnung der Rechtsungleichheit von Adel und Volk meinte und nicht – wie heute von den Etatisten und Genderfanatikern vorgebetet – die Ausblendung aller Unterschiede. Dass kurz nach der mordreichen Revolution der so elitäre, so extrem individualistische Napoleon Bonaparte nicht nur halb Europa eroberte und damit die Ungleichheit von Eroberer und Eroberten sehr praktisch, deutlich und für viele tödlich demonstrierte und dabei den wohlklingenden Slogan von der égalité im Zusammenhang mit liberté und fraternité promovierte, was noch viel weniger zu seinen lustigen Feldzügen passte; dass er sich dann auch noch schnell zum Kaiser krönen liess, was als höchstes Adelspöstchen mit der égalité nicht ganz kompatibel war, sollte doch sogar Gleichheitsfreaks ein Schmunzeln abtrotzen. Aber – hélas – Fundis jeglicher Provenienz sind in aller Regel zutiefst humorlos und haben Wörter wie 'Schmunzeln' wahrscheinlich nicht einmal im Wortschatz.

Ade Menschenwürde
Dass die oben erwähnte Gegenmassnahme zuerst eine mentale sein sollte, bedeutet, dass wir uns gegen die Gleichmacherei etatistischer Kreise zur Wehr setzen und es wagen sollten, nicht nur zu denken, sondern auch laut und vernehmlich zu sagen, dass nicht alle Menschen gleich sind – im Gegenteil, keine zwei sind gleich. Und dass man das, was man etwas schwülstig Menschenwürde nennt, auch verspielen kann. Ein Massenmörder hat m.E. seine Würde verspielt, verdient weder Respekt noch Toleranz noch teure Re-Integrationsbemühungen. Was mit dem norwegischen Killer Breivik abging und abgeht, ist hochgradig lächerlich. Er wurde zu einer Berühmtheit, erreichte 'herostratischen Ruhm' (Herostratos zündete 356 v.Chr. den Tempel der Artemis in Ephesos an, um damit berühmt zu werden. Er hat es geschafft. Man kennt ihn bis heute. Breivik hat immerhin schon einen Wikipedia-Eintrag). Über jeden Furz, den dieser Depp loslässt, wird weltweit berichtet, sein Gejammer über die 'unmenschlichen Haftbedingungen' scheint die ganze Welt zu interessieren. Und er kostet Norwegen ein Vermögen. Er ist jung und in dem Super-Hotel hat er alle Chancen, älter zu werden als die meisten seiner Opfer geworden wären, wenn er sie nicht umgebracht hätte. Er ist ein gutes Beispiel für einen, der seine Menschenwürde verspielt und keinen Anspruch auf Hotel, Sonderbehandlung und Re-Integrationsaufwand hat. Die unten skizzierte 'Mörder-Insel', die es früher schon mal gab, wäre ein herrlicher Platz für Leute wie ihn.

Wir töten täglich Millionen unschuldiger Tiere mit der leicht zu falsifizierenden Behauptung, wir bräuchten sie, um unsere Mäuler zu stopfen und zu überleben. Dieses dünne, falsche Argument scheint uns als Legitimation auszureichen. Daneben statten wir Massenmörder mit Würde aus und lassen die ganzen Wohltaten des sozialen Wohlfahrtsstaates auf sie herabregnen. Wie lächerlich wir uns damit machen, zeigt aktuell die Terroristenszene. Anstatt jeden Terroranschlag als kriegerischen Akt zu bewerten und uns damit die Möglichkeiten zu sichern, auch mit den Mitteln des Krieges gegen sie vorzugehen, fassen wir sie mit Samthandschuhen an, schenken ihnen beim Eintritt in unser Land zuerst einmal ein Smartphone, lassen sie hübsche Kleider aussuchen und sorgen dafür, dass sie zu Essen, zu Trinken und ein feines Bettli kriegen. Waffen kann man in Helvetien auch recht locker einkaufen, zumindest ältere.

Ich träume weiter von Medien, die von einer 'Mörder-Insel' berichten, die nicht verlassen werden kann, weil der ganze Strand und der angrenzende Meeresboden vermint ist. Dorthin kommen alle Mörder – per Fallschirm – und bleiben sich selbst überlassen. Infrastruktur und allfälligen Ackerbau müssen sie selber installieren. Das wäre günstig und effizient - und wir könnten von den Erfahrungen der Briten aus dem 18. Jahrhundert profitieren. Und wer weiss: wahrscheinlich würde der eine oder andere Killer dort sogar wieder gemeinschaftsfähig, falls er überlebte. Viel schlimmer als mit der Mafia in Sizilien würde es kaum.

Die kleineren Täterlis auslachen
Und die kleineren Verbrecher sollten wir etwas mehr auslachen und die Gesellschaft effizient vor ihnen schützen. So würden sie – wie im Untertitel angekündigt – zu 'Opfern ihrer selbst'. Nicht gleich bei jedem wieder die ewige Leier anheben von der schweren Kindheit, dem saufenden oder abwesenden Vater, der drögelnden oder hurenden Mutter, dem pädophilen Lehrer oder Pfaffen etc. Es gibt genügend Beispiele von Kindern, die trotz übler Umstände eigenverantwortliche und moralisch integre Menschen wurden. Der von den 'taking-care'-lastigen Fürsorge-Muttis behauptete Zwang, dass jeder nach einer solchen Kindheit Verbrecher werden müsse und deshalb Mitleid, Zuwendung, Hotel, Betreuung und Re-Integration verdiene, ist nicht bewiesen und mit grosser Wahrscheinlichkeit auch nicht beweisbar. Diese Theorien basieren auf dem Menschenbild eines ewig unmündigen, Baby bleibenden, nicht schuldfähigen, willenlosen Idioten. Und wenn diese Theorien noch lange mainstream bleiben, wird die Mehrheit vielleicht sogar so. Die Gegenmassnahme ist Promovierung der Eigenverantwortung, am besten für alles, was uns geschieht, für jede Wahrnehmungsinterpretation, die wir vornehmen.

Es gab schon immer Verbrecher und wird sie immer geben. Alle zarten Versuche, sie auszurotten, sind in den letzten viertausend Jahren – und wahrscheinlich auch zuvor – fehlgeschlagen. Aber eine kleine generalpräventive Wirkung ist denkbar, wenn wir auf der mentalen Ebene weniger Respekt vor Verbrechern zeigen, sie vermehrt auslachen und ihnen sowie potenziellen Nachahmern klarmachen, dass man die vielgepriesene 'menschliche Würde' durch kriminelle Taten verspielen kann. Konkret bedeutete dies: anständig geführte Arbeitslager statt Super-Hotels. Und kein Respekt vor religiös verbrämten Wünschen. Es gibt zu futtern, was im Blechnapf ist und fertig.

Abschaffung der political correctness
Auch dies käme dem Humor zugute. Denn konsequent zu Ende gedacht ist unter dem Damokles-Schwert der political correctness nicht einmal mehr der Hauch eines Lächelns möglich. Denn wenn wir lachen, lachen wir immer über etwas oder jemanden, das - oder dessen Lobby - dann sofort Klage erheben, uns mit Ex-Kommunion aus der Gesellschaft oder mit Bann und Tod drohen wird. Wenn wir also den humorfremden political-correctness-Fundis das Feld kampflos überlassen, dürfen wir in Bälde nicht einmal mehr über uns selbst lachen, da wir ja auch Menschen mit Menschenwürde sind und uns mit unserem Selbst-Auslachen verhöhnen und damit diese tolle 'Würde' ankratzen würden. Einkerkern und notfalls umbringen darf man uns schon, wenn wir die political correctness verletzen, soweit reicht unsere 'Würde' offenbar dann doch nicht. So von hinten würden wir uns dann möglicherweise doch noch einig darüber, dass man seine Würde verspielen kann?

Das tragische ist: die besten Juden-Witze hat mir ein Rabbi erzählt, die besten Österreicher-Witze ein Österreicher, die besten Blondinen-Witze eine Blondine - und niemand macht so herrliche Witze über die Italiener wie der so lächerlich wegen 'Rassendiskriminierung' angeklagte italienische Kabarettist Massimo Rocchi. Wenn die femmes et hommes mal-baisé(e)s aus dem political-correctness-Lager die Oberhand gewinnen, müssen sich Rocchi und alle seine Kollegen eh einen neuen Broterwerb suchen. Wie kalt und langweilig es dann bei uns werden könnte, habe ich im Märchen von Murmur zu schildern versucht.

Es geht aber auch beim dringenden Wunsch, diese an Blödheit fast nicht zu überbietende Entwicklung zu stoppen, um das Generalthema der Eigenverantwortung und um das unheilvolle Anknüpfen von Rechtsfolgen an Befindlichkeiten. Dass es überhaupt dazu kam, dass man das Unwohlbefinden eines Wesens bei der Konfrontation mit irgendeinem Wort oder Bild als Grund für eine Rechtsfolge anschaute, sehe ich im Zusammenhang mit der oben ausführlich beschriebenen Dysbalance zwischen 'weich-passiven' und 'hart-aktiven' Werten und dem Zelebrieren des Opferstatus. Berge von Büchern umzuschreiben oder auf eine schwarze Liste zu setzen, weil sie den zarten Seelchen von Schülern oder Studenten nicht mehr zumutbar seien, ist fast unglaublich doof - passt aber in die dekadente Befindlichkeitsgesellschaft mit dem Anspruch auf permanentes Wohlbefinden und Schutz des zarten Wahrnehmungsempfindens.

Anstatt den Kids von klein auf beizubringen, dass es zum Leben gehört, mal einen Kratzer abzubekommen, dass kein Mensch Anspruch auf permanentes Wohlbefinden hat und dass es keine Topleistung gibt ohne Anstrengung, die sich nicht immer 'wohl' anfühlt, dass bei Witzen immer über etwas gelacht wird und wir die Witze vielleicht weniger lustig finden, in denen uns der Spiegel vorgehalten wird, dass aber genau diese die träfsten und damit behaltenswertesten für uns sind, dass es sowas von normal ist, einmal einen 'Schlötterlig' angehängt zu kriegen, dass Wörter wie Neger und Weib, die früher gang und gäbe waren, heute durch andere Ausdrücke ersetzt worden sind, und dass es gut möglich ist, dass man in hundert Jahren wieder bei den alten oder nochmals neuen Begriffen landet - und dass man in Gottes Namen lernen muss, mit solchen 'Fährnissen des Lebens' klar zu kommen. Damit machen wir Kids stark - und nicht mit der Einpackerei in Wohlfühlwindeln bis zum Grab, finde ich.

Nicht nur in Israel…
"Träum weiter", sagen die Realisten. Und wenn, dann stehen solche ersehnten Berichte wahrscheinlich in israelischen Medien – oder kommen sonst aus einem Land, in dem die 'hart-aktiven' und die 'weich-passiven' Werte nicht in einer derart grotesken Dysbalance sind wie bei uns und den anderen dekadenten sozialen Talfahrtsstaaten, die sich nicht einmal mehr selbst verteidigen können, schlimmer: sich nicht verteidigen wollen. So tief ist die Priorität der 'weich-passiven' Werte bereits in den Köpfen und Genen unserer Insassen, dass die Anstrengung und das Erfordernis nach dem, was man früher 'Männlichkeit' nannte, offenbar bereits zuviel ist für die vielen soften, feigen, prostitutiven Händchenaufhalter.

Hab ich irgendein Fettnäpfchen ausgelassen? Wenn ja, bitte melden.

Es gibt viel zu tun: Wieder viel mehr lachen, über uns und alle andern, dann dringend den Wohlfahrtsstaat und die unsägliche political correctness abschaffen, die 'weich-passiven' und die 'hart-aktiven' Werte ausbalancieren, das Strafrecht umkrempeln, Kriegsrecht für Terroristen anwenden und vor allem: Jungs helfen, echte Männer zu werden. Packen wir's an.

Auf Ihr Feedback - auch auf das entsetzte Gekreisch derer, die ihren gut bezahlten Job im Wohlfahrtsstaat zu verlieren fürchten und auf die Klagen schwer beleidigter Etatisten und allfälliger Political-correctness-Freaks- freut sich: info@marpa.ch