Denk-Aufgabe 2003 vom 15.3.2020

 

Positive Aspekte des Corona-Theaters

Es gibt bei allen Themen eine Übersättigung. So geht es mir auch bei all der Panik, dem Entsetzen, der Entrüstung, dem Gejammer und den Weltuntergangsszenarien rund um die – übrigens sehr empfehlenswerte – Biermarke, die sich nun ganz unbeabsichtigt zur Geissel der Menschheit mutiert sieht. Deshalb haben wir in trauter Runde nach den positiven Aspekten dieses Vielen VI-RUSsisch Roulette anmutenden Ansteckungsweltmeisterleins geforscht – und so viel gefunden, dass wir die Runde der Debattanten nun gern erweitern möchten. Für die Generation Twitter und ihre Eltern, die Generation 'Ich lese seit der Matur nur noch Akten und Börsenberichte' reichen die Headlines,die gleichzeitig das Inhaltsverzeichnis bilden; für Zeitgenossen, die dank Corona wieder mehr Zeit zum Lesen haben - ein weiterer positiver Aspekt - gibt es 'mehr...':

1.      Stärkung des Verhältnismässigkeitsprinzips: Klima-Hype tritt in den Hintergrund
2.      Grenzen der Globalisierung werden auch für Euphoriker, EU-Turbos und Weltwirtschaftsgläubige sicht- und spürbar.
3.      Selbstbestimmung und Eigenverantwortung gewinnen an Bedeutung sowohl bei Individuen, überschaubaren Kollektiven wie Nationalstaaten.
4.      Die Schattenseiten der wohlstandsverwöhnten, eigenverantwortungsentwöhnten Heiminsassen der westlichen Nannystates werden deutlich sichtbar.
5.      Digitalisierung des Unterrichts erhält einen Schub
6.      Der Glaube an die Solidarität zwischen Individuen, aber auch zwischen Kollektiven wird erschüttert
7.      Selbstversorgung mit Energie wird wieder ein Thema
8.      Selbstversorgung mit Lebensmitteln wird wieder ein Thema
9.      Verteidigungsbereitschaft wird wieder ein Thema
10.   Mängel der Sicherheitsstruktur der Schweiz werden sichtbar
11.   Bundesräte, die sich bislang eher als Leisetreter, Feiglinge und Trickser profiliert haben, zeigen plötzlich sowas wie 'Führungsstärke'
12.   Corona macht die mediale Einfalt und die Kaste der Agenda-Wissenschaftler sichtbar
13.   Man kann dem Corona-Theater Sinn abgewinnen

 

1. Stärkung des Verhältnismässigkeitsprinzips: Klima-Hype tritt in den Hintergrund. Es liegt kaum nur daran, dass die lächerlichen Freitagsdemos der Kleinkinder zurzeit kaum bewilligt würden. Auch um die ebenso lächerlichen, beim Brüllen viel CO2 ausstossenden Klimaaktivisten im und um den vom Klimanotstand plärrenden Zürcher Kantonsrat ist es stiller geworden. Und vielleicht hat sich auch der dümmste helvetische Richter, der den Bank-Hausfriedensbruch durch lärmende Klima-Deppen als 'Notwehr' legitimierte, still und heimlich in den Lac Léman gestürzt, und noch vielleichter ist die bereits zur angehimmelten Kultfigur erhobene Greta wieder das, was sie immer war, eine stets übelgelaunte, verwöhnte und undankbare, pubertierende, PR-mässig allerdings brillant promovierte Göre, bei der das einzig Erstaunliche die dekadente Huldigung durch die windeltragenden Erwachsenen war. Fast alle hielten den feuchten Finger in die Höhe, merkten, dass das ein Modetrend war, den man nicht verpassen durfte, und sprangen auf den Klimazug auf bzw. gingen in die Knie vor diesem unsympathischen Rotzgoof. Als sogar die früher einmal freiheitsfördernde FDP auf den Regulationswahn-Express aufsprang, wurde die Heuchelei disgusting und man kann sich beim kleinen Virus nur bedanken, dass es da hilft, die Verhältnisse wieder etwas zurechtzurücken.

2. Grenzen der Globalisierung werden auch für Euphoriker, EU-Turbos und Weltwirtschaftsgläubige sicht- und spürbar. Bis jetzt gab es unseres Wissens in der Schweiz nur einen einzigen weltweit agierenden Unternehmer und Politiker, der das Mass der Globalisierung immer im Auge behielt und dafür stets Schelte von allen Seiten bezog. Die Bundesräte wollten in die EU, um auch einmal in Brüssel auftreten zu können, und die Bundespräsidentin trickste sogar mit der EU-Kommissionspräsidentin weit jenseits ihrer Kompetenzen, um möglichst bald per Rahmenabkommen die Selbstbestimmung aufzugeben. Aber auch alle lieben, wohlmeinenden, ans Gute glaubenden, linken Pazifisten werden durch das Corona-Theater vielleicht etwas ernüchtert in ihrer schönen, aber naiven Vorstellung vom friedlichen globalen Dorf, in dem sich alle zartfühlend am Händchen halten. Wer während der Globalisierungseuphorie der letzten 25 Jahre wagte, das Wort 'Deglobalisierung' in den Mund zu nehmen, auf ihre Grenzen und unter Verweis auf die Ineffizienz der UNO auf die Illusion einer 'Weltregierung' hinzuweisen, erntete Spott und Verachtung. Vielleicht hilft Corona zu erkennen, dass es durchaus einen Mittelweg gibt zwischen Abschottung und totaler Grenzenlosigkeit. Vielleicht denken hübsche Plappermäuler wie Flavia Kleiner etwas differenzierter darüber nach, bevor sie die Locken schwenken und mit grossen Kulleraugen von der 'offenen Schweiz' säuseln, wenn sie erkennen, dass man für Handel, Bildung und Forschung durchaus offen sein kann, ohne EU-Mitglied zu sein und ohne die riesigen, für ein kleines Land wie die Schweiz schlicht nicht verkraftbaren Massen unbesehen und grenzenlos solange zu uns zu locken, bis die Attraktivität so gering wird, dass niemand mehr Lust hat, sich in die Sardinenbüchse zu quetschen.

3. Selbstbestimmung und Eigenverantwortung gewinnen an Bedeutung sowohl bei Individuen, überschaubaren Kollektiven wie Nationalstaaten. Corona zeigt, dass die fehlenden Binnengrenzen der EU ein Problem darstellen. Österreich versuchte, die Grenzen dicht zu machen gegenüber Italien, durfte das aber nicht wegen der heiligen Personenfreizügigkeit. So wird auch naiven Weltbürgern klar, dass ein Nationalstaat die Bestimmung über seine eigenen Grenzen nicht ohne Not aufgeben sollte. Auch das Abschieben der Verantwortung auf China, auf norditalienische Unternehmen, die chinesische Mitarbeiter beschäftigt, auf die EU-Oberen oder wen auch immer hilft nichts. Nur ein überschaubares, mit Machtmitteln ausgestattetes Kollektiv wie ein echter Nationalstaat – was Österreich und die anderen EU-Mitglieder nicht mehr sind – kann Massnahmen treffen und durchsetzen, die eine Krise bewältigen helfen. Auch auf individueller Ebene wird das Thema Eigenverantwortung spürbar – ein überaus sinnvoller Prozess, so ungewohnt er für viele sein mag.

4. Die Schattenseiten der wohlstandsverwöhnten, eigenverantwortungsentwöhnten  Heiminsassen der westlichen Nannystates werden deutlich sichtbar. Vielleicht kommt die Einsicht aus den Tiefen der Erinnerung älterer Generationen, dass der Staat nicht ein ferner, mächtiger, für alles verantwortlicher Moloch ist, sondern dass wir Bürger zusammen den Staat bilden und dass damit unsere Verantwortung doch leicht über das eigene Smartphone hinaus reicht. Die Behörden rufen zum Verzicht auf – ein Begriff, den die Generation Konsum& Endlosparty kaum im Wortschatz hat. Wenn er es ins Bewusstsein schafft, auch wenn das ganz leicht schmerzlich sein sollte, scheint uns das ein überaus positiver erzieherischer Aspekt von Corona zu sein.

5. Digitalisierung des Unterrichts erhält einen Schub. Jeder Fünfjährige hierzulande beherrscht Smartphone und Tablet besser als die meisten Erwachsenen. Corona hilft, diese Kompetenzen auch für den erzwungenen Fernunterricht zu nutzen. Positive Nebenerscheinung ist, dass weniger doofe Helikoptermuttis mit den riesigen SUVs ihrer Göttergatten ständig die Strassen und Parkplätze vor den Kindergärten und Schulhäusern blockieren und die Luft mit dem doch so schrecklichen CO2 verpesten. Aber auch Erwachsene, die sich gern furchtbar wichtig auf ihren Transatlantikflügen zu Meetings begeben, werden dank Corona vermehrt Videokonferenzen abhalten. Man sieht dann vielleicht weniger gut, wie wahnsinnig wichtig sie sind, aber die Umwelt dankt und die Klimahysteriker haben mehr Zeit für Sinnvolles, wenn sie sich nicht dauernd fremdschämen müssen.

6.Der Glaube an die Solidarität zwischen Individuen, aber auch zwischen Kollektiven wird erschüttert. Sie verfliegt schon, wenn es um Mehl, Zucker und Gesichtsmasken geht. Wohin würde sie wohl entschwinden bei Energie- und Lebensmittelknappheit? International war der Niedergang dieser grundsätzlich auf Freiwilligkeit beruhenden Charaktereigenschaft bereits zu beobachten beim Wegschauen der Welt bei der Eroberung der Krim durch Russland und beim Nichteinhalten der 2%-Beiträge der Nato-Mitglieder – wo es ja genau besehen gar noch nicht um Solidarität, sondern erst mal nur um die Einhaltung von Verträgen ging.

7. Selbstversorgung mit Energie wird wieder ein Thema. Vielleicht hilft Corona zur Einsicht, dass der übereilte, dem Modetrend und Mainstream folgende Ausstieg aus der Atomenergie mit gleichzeitigem Festlegen naiver Klima-Ziele die Auslandabhängigkeit in unverhältnismässiger Weise erhöht – und dass die Vorstellung geschlossener Grenzen gar nicht so antiquiert und undenkbar ist, wie die vermeintlich fortschrittlichen Experten uns rückständigen Hinterwäldlern mit deutlicher Verachtung jahrzehntelang von oben herab dozierten.

8. Selbstversorgung mit Lebensmitteln wird wieder ein Thema. Die Sekte der wortgewandten Globalwirtschaftsgläubigen aus der Wirtschaftspartei FDP und ihr hörigen selbsternannten Experten wie Avenir Suisse wurden in den letzten Jahrzehnten nicht müde, die einheimische Landwirtschaft zu verhöhnen und immer einschneidendere Massnahmen vorzuschlagen, um sie zu minimalisieren oder noch lieber ganz auszumerzen, da man ja jederzeit alle Produkte billiger aus dem Ausland kriege. Vielleicht helfen bereits kurz- bis mittelfristige Grenzschliessungen und daraus folgende Engpässe dabei, das Lachen der Landwirtschaftsverhöhner in ein Husten zu verwandeln und die Landwirtschaft wie die Armee anzuschauen, die auch nicht Gewinn abwerfen, sondern funktionieren und ihren Auftrag erfüllen muss.

9. Verteidigungsbereitschaft wird wieder ein Thema. Vielleicht rütteln die netten kleinen Viren sogar das armeefeindliche links-grüne Kinderparlament ein wenig auf, und sie erkennen, dass jede Form von Krise und Knappheit an wichtigen Gütern und Dienstleistungen Gelüste weckt, sich fremde Güter anzueignen – oder sie sich unter den Nagel zu reissen, wie die lieben Deutschen dies mit den Gesichtsmasken taten. Und dass es Zeiten geben kann, in denen es nicht reicht, einen Bundesrat vorbeizuschicken und etwas zu verhandeln wie weiland Chamberlain mit Hitler. Es brauchte damals bekanntlich einen Churchill und viel 'Blood, Toil, Tears and Sweat', um das Schlimmste abzuwenden. Vielleicht erobert sich sogar der vergessene Begriff der Dissuasion wieder einen Platz wenigstens im passiven Wortschatz der Medien und damit der Bevölkerung. Dass die Armee – zumindest mal ein paar Sanitäter – erstmals seit 1918 (und bestimmt sinnvoller als damals) – wieder zur Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit der eigenen Bevölkerung (und nicht nur für ausländische Davos-Touristen) eingesetzt wird, ist ein weiterer erfreulicher Aspekt.

10. Mängel der Sicherheitsstruktur der Schweiz werden sichtbar.

Die alte helvetische Regel, dass die kantonalen Polizeikorps für die innere und die Armee für die äussere Sicherheit verantwortlich seien, gerät – endlich – ins Wanken. Sie hätte schon lange hinterfragt werden müssen angesichts von Terrorismus, Drohnenangriffen und weiteren Formen asymmetrischer Kriegsführung. Aber die dümmliche Begründung, bei uns sei ja noch nie etwas Derartiges passiert, wird nun dank Corona entlarvt. Das Virus hat sich doch tatsächlich erfrecht, auch die Schweiz zu attackieren (ob es doch eher das Bankgeheimnis und der Gotthardtunnel – und nicht die Götter waren, die uns, das auserwählte Volk der biederen Buchhalter, im letzten Jahrhundert so gut beschützten?). Vielleicht wird nun doch über eine Bundespolizei und eine bessere Verzahnung von Armee und Polizei nachgedacht?

11. Bundesräte, die sich bislang eher als Leisetreter, Feiglinge und Trickser profiliert haben, zeigen plötzlich sowas wie 'Führungsstärke'

Wenn man an die Weichflötenszene beim Besuch des iranischen Oberjehudis Rohani im September 2018 in der Schweiz denkt, als der damalige Bundespräsident Berset dem Gast in den Hintern kroch und akzeptierte, dass dieser sich weigerte, Bundesrätin Sommaruga und – damit es nicht so auffiel – auch den andern Bundesräten die Hand zu geben und jedes Fetzchen nackte Haut bei Statuen und Bildern im Hotel Bellevue Palace verhängen liess, damit der alte Mullah nicht unnötig erregt wurde (Männer mit Rückgrat wie Furgler oder Blocher hätten dem Kerl den Marsch geblasen und ihm klar gemacht, dass er sich entweder den Gepflogenheiten des Gastlandes anzupassen habe - oder schleunigst wieder abfliegen solle); wenn man an den Versuch unserer aktuellen Bundespräsidentin Sommaruga denkt, die eine Abstimmung zu beeinflussen versuchte, indem sie einen geheimen Deal mit EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen einfädelte; wenn man sich an das windfähnchenartige Herumdrucksen unseres noch etwas unbeholfenen Aussenministers Cassis rund ums Rahmenabkommen erinnert (weitere Beispiele gern auf Anfrage), dann ist das jetzige entschiedene Auftreten unserer obersten Trachtengruppe unerwartet, aber erfreulich. Das heisst in keiner Weise, dass wir die getroffenen Massnahmen für richtig und sinnvoll halten, im Gegenteil, das meiste scheint uns übertrieben und falsch. Aber hätten sie nicht all die drastischen Massnahmen verfügt, wären die hier erwähnten positiven Aspekte nicht oder nicht in diesem Masse sichtbar geworden. Wir halten nur fest, dass die 7 Zwerge für einmal nicht im Kniefallmodus sind, sondern Entscheidungsfreude zeigen. Auch das dank Corona!

12. Corona macht die mediale Einfalt und die Kaste der Agenda-Wissenschaftler sichtbar.

Das gelang bereits dem Klima-Hype, aber jetzt wird es dank der zugespitzten Lage deutlicher erkennbar, was eigentlich kein Geheimnis ist: Es gibt in der Schweiz nur ganz wenige Medienkonzerne, die zwar äusserlich vielfältig auftreten, inhaltlich aber den immer gleichen Einheitsbrei bringen. Wie bei jeder monopolartigen Situation besteht die Gefahr, dass die Produktevielfalt – hier die Meinungsvielfalt – derart reduziert wird, dass am Schluss anstatt heftiger Debatten – Markenzeichen jeder Demokratie mit Meinungsäusserungsfreiheit – nur noch Einfalt übrigbleibt. Einfalt im doppelten Sinne des Wortes als Antonym zu Vielfalt und als Synonym zu Dummheit. Wenn alle Medien dasselbe erzählen, riecht es nach Diktatur. Jeder einigermassen schlaue Alleinherrscher setzt alles daran, die Medien in den Griff zu kriegen und gleichzuschalten. Dies gelang beim Klima-Theater erstaunlich gut. Meines Wissens war die Weltwoche das einzige Medium, das es wagte, die Hysterie emotionslos kühl und nüchtern zu hinterfragen und dem unisono plärrenden Mainstream eine 'andere Sicht' gegenüberzustellen. Es geht nicht darum, wer dann in hundert oder tausend Jahren Recht gehabt haben wird, sondern um den Grundsatz der Meinungsvielfalt. Zur Stärkung der gleichgeschalteten Medien trugen die sogenannten Agendawissenschaftler bei, die ihre Forschung auf ihre Agenda, also auf das gewünschte Resultat ausrichten, dieses mit dem Flor absoluter Wahrheit umgeben und alle, die anderer Ansicht sind, als nicht ernst zu nehmende 'Klimaleugner' auf den medialen Scheiterhaufen zu spedieren versuchen. Den Stand des eigenen Irrtums mit der absoluten Wahrheit zu verwechseln, ist die Todsünde der Wissenschaft. Wer diese Mutation macht, verliert das Recht, sich Wissenschaftler zu nennen, auch wenn er den Nobelpreis in der Tasche haben sollte. Karl Popper arbeitete das schön heraus mit dem Falsifizierungsprinzip: eine wissenschaftliche Aussage zeichnet sich dadurch aus, dass sie falsifizierbar ist. Wer sich der Falsifizierung nicht stellt, macht eine religiöse oder ideologische Aussage. Die katholische Kirche exerzierte dieses Prinzip während Jahrhunderten vor, aber wenn es heute unter dem Deckmantel der Wissenschaft wieder auftaucht, so scheint mir dies ein bedeutend üblerer Sündenfall zu sein. Auch bei der von den Medien verständlicherweise lustvoll geschürten Corona-Panik gibt es diesen Mainstream-Journalismus, bei dem sich fast alle alles abschreiben und ins gleiche Horn stossen. Es gibt – gottlob – aber doch Gegenstimmen, nicht zufälligerweise ist es hier eine bereits emeritierte Professorin, die lachend erwähnt, dass sie keinen Job mehr verlieren könne wegen ihrer dem Mainstream zuwiderlaufenden Ansichten. Hier das Interview mit der ehemaligen Direktorin des Instituts für medizinische Virologie in Zürich, Frau Professor Karin Mölling: https://rbbmediapmdp-a.akamaihd.net/content/42/2b/422bf81e-d432-4bf4-ac26-ad6f7c2bf1b4/75b4d4ff-8f77-40be-80d3-856cf1cedc92_bcfe26cd-540e-482d-b5a2-e3e7fe03e659.mp3 (der Dank für den Tipp geht an Clemens Santschi).

13. Man kann dem Corona-Theater Sinn abgewinnen

Niemand zwingt uns, das ganze Theaterstück, in dem jeder eine Rolle spielt, deren Text er nicht auswendig gelernt hat, als wilden, puren Zufall oder aber als 'Strafe' irgendwelcher Götter anzuschauen. Es ist uns unbenommen, ein bisschen Distanz zur Bühne zu nehmen und zu versuchen, dem Geschehen Sinn abzutrotzen, wie wir es mit der nicht abschliessenden Aufzählung positiver Aspekte auch versuchen. Nur Anfänger im Denken begnügen sich mit Polarität, Binarität, der Reduktion auf Entweder-Oder. Aber gerade mit der These, es sei erkenntnisfördernd, spannend, oft auch witzig und abenteuerlich, hinter allem, was uns wirklich 'kratzt', begeistert, durchschüttelt, betrifft, einen Sinn zu vermuten und zu suchen, stösst man auch bei sonst nüchternen Zeitgenossen gern auf hochemotionale Abwehrreflexe. Das Gestammel lässt sich dann meist auf die oben genannte Polarität zurückführen:"Da es weder Götter noch Schicksal noch sonst sowas gebe, müsse alles, was nicht mit Naturgesetzen erklärbar sei, Zufall sein." Bescheiden, aber was soll's. Wir vergnügen uns mit dem 'tertium datur': Sinn. Denn wenn es schon bislang niemandem gelungen ist, die absolute Wahrheit einer Weltsicht zu beweisen, so dürfen wir uns doch locker herausnehmen, nach Sinn zu suchen. Es gibt durchaus wissenschaftliche Annäherungen, auf die wir aber nur kurz und undifferenziert hinweisen wollen: Intelligentes Verhalten wird nicht nur bei Tieren und Pflanzen, sondern in vielen Studien auch bei einzelnen Zellen festgestellt. Quantenphysiker gehen soweit, von intelligenten Photonen oder Elektronen zu sprechen und postulieren Information als Grundbaustein des Universums. Und jetzt erklären uns Wissenschaftler gerade die Intelligenz der Viren. Nicht erst beim Corona-Virus stellten Forscher fest, dass Infizierte, die noch keine Symptome zeigen, plötzlich ein stärkeres Geselligkeitsbedürfnis haben – und damit die 'Arbeit' des Virus erleichtern. Viren verfügen auch ganz generell um eine exorbitant höhere Mutations-und Anpassungsfähigkeit als der Mensch. Da ist offenbar das 'Ganze' weniger als viele seiner 'Teile'? Harte Erkenntnis für alle Aufgeblasenen, sich als Höhepunkt der Evolution Fühlenden, die zwar die Bibel längst weggeschmissen haben, aber immer noch an ein paar Stellen kleben wie 'nach Gottes Bild geschaffen', 'Krone der Schöpfung' und vor allem 'machet euch die Erde untertan.' – Ist es nicht von grandioser Witzigkeit, dass ein Virus, das zur Gruppe der Coronae gehört, den etwas überheblich gewordenen Menschen ihr Krönchen streitig macht und sie steuert, anstatt sich von ihm steuern zu lassen. Wenn die aktuelle Demonstration viraler Potenz dazu führen würde, von dieser hierarchischen Vorstellung mit dem Menschen an der Spitze wegzukommen, der seine Umwelt nur als sein Drumherum, als seine Konsumbasis schützt, um sich ad libitum weiter vermehren zu können, und die Vorstellung salonfähig zu machen, dass wir nur Mitbewohner unserer Mitwelt sind, auf Augenhöhe mit anderen Entitäten, die es zu respektieren gilt, auch wenn sie so winzig klein und auf den ersten Blick einfach gestrickt scheinen wie die Viren, wäre das ein weiterer, hocherfreulicher Aspekt der Corona-Show. Auf dieser Basis scheint uns auch die These, der Planet Erde verfüge über Intelligenz, nicht allzu spirituell-esoterisch-wahnsinnig zu sein. Nun, nehmen wir mal an, sie sei intelligent. Sie wurde mit allem fertig, was ihr in den letzten paar Millionen Jahren so widerfuhr. Wieso sollte sie nicht auch mit den Heuschreckenschwärmen von zu vielen Menschen fertigwerden? Ein bisschen schütteln, prusten, erwärmen und – aus ihrer Sicht doch eigentlich höchst sinnvoll und sogar empathisch –, vorläufig nur gerade mal die Überalterung der sowieso zu grossen Menschheit etwas korrigieren.

Ein paar Familien-Spieltipps zum Schluss:

 

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