HUMOR

Die Denkaufgabe, die nach dem Denken zur Aufgabe, also zur Aufgabe des Denkens und zur Hinwendung zum Humor führen sollte, besteht darin, sich für einmal nicht als passiver Konsument von Humor, sondern als aktiv darüber Nachdenkender auf den Humor zu stürzen, zu schauen, wo, wann, wie - ja: ob überhaupt - Humor eine Rolle spiele in unserem Alltag und - besonders spannend - herauszukriegen, wo wir Humor aussperren, bei welchen Themen, welchen Anlässen wir ganz und nur ernst werden, Ernst machen, wann und wo uns der Satz entfährt: "Hier hört der Humor aber auf..." Diese Themen lohnt es sich genauer anzusehen und zu durchleuchten, mit Hirn und Herz, mit Verstand und Intuition. Wir sind dann mitten in unsere herrlichsten Schattengebiete getaucht, ganz ohne psychiatrische Hilfe. Falls Ihnen dabei einmal das Lächeln einfrieren sollte - kein Grund zur Panik, auch Gruselfilme machen doch irgendwie Spass - und der eigene Schatten ist zwingend, archetypisch, bei allen ein Gruselbereich, das Furchteinflössende, weil so Andersartige, so als nicht zu uns gehörig Erlebte definiert den Schatten geradezu.

Der folgende Text ist ein Kapitel aus meinem - hoffentlich bald erscheinenden - Buch 'Philosophie des Glücks' , das eine Serie von Themen behandelt, die ich als begehbare 'Glücks-Routen' bezeichne, deshalb ab und zu Verweise im Text und am Schluss ein paar praktische Übungen.

 

Die Themen im Überblick
Humor: In Frage stellen, relativieren, ungewohnt beleuchten. Selbstreflexion; Abstand vom Ego, seinen Identifikationen und Wertungen. Welt als Spiegel. Liebevoll-gelassenes Einverständnis mit dem Nicht-am-Ziel-, sondern Unterwegs-Sein.

Humor als Glücksroute? - Humor mag ja eine gute Gabe sein, um mit dem täglichen Unglück umzuspringen, vom Elend dieser Welt abzulenken, das Grauen zu verdrängen, die Ungerechtigkeit zu vergessen und - als Galgenhumor - sogar die eigene Sterblichkeit ins Lächerliche zu ziehen, aber ihn deswegen gleich als Pfad zum Glück anzupreisen, scheint doch etwas hochgegriffen?

Ich muss wohl oder übel eine Begriffsbestimmung vorausschicken, bevor wir uns genüsslich dem zuwenden können, was ich unter Humor verstehe. Humor ist meines Erachtens mehr, als 'wenn man trotzdem lacht'. Und es ist viel mehr als nur Ironie oder Zynismus. Humor ist eine Grundhaltung primär sich selbst gegenüber, dem eigenen Ego und allem, was es so anzettelt.


Definitionsvorschläge

Allgemeiner Humorbegriff
Humor ist eine Haltung sich und der Welt gegenüber, die ein Wesen, eine Manifestation, eine Thematik oder deren Bewertung in Frage stellt, relativiert, ungewohnt beleuchtet.

Ergänzende Definitionselemente aufgrund meines Welterklärungsmodells
Spiritueller Humor basiert auf Selbstreflexion, auf der Fähigkeit, sich selbst gegenüber eine Beobachterposition einzunehmen und ist der immer wieder neue Versuch, Abstand zu nehmen vom Ego - dem eigenen und dem nach aussen projizierten Ego anderer - von seinen Verwicklungen in Identifikationen und absolute Wertungen. Qualität und Glücks-Relevanz des Humors nehmen zu, je mehr der Humorist sein eigenes Ego fokussiert und je grösser das liebevoll-gelassene Einverständnis ist mit dem Nicht-am-Ziel-, sondern Unterwegs-Sein.

Nicht gerade witzig, diese Definition, zugegeben, aber Witz ist auch nur ein Ausschnitt, eine Unterform oder besser: eine Spielart, eine formale Ausdrucksmöglichkeit von Humor wie Ironie, Satire, Spott.

Das Stichwort 'Relativieren' in der allgemeinen Definition dürfte klingeln: 'Alles ist relativ' postulierte ich schon auf der ersten Seite als eines der Grundaxiome meiner Philosophie. Der erste Schritt auf dem Glückspfad Humor ist die Einsicht in die Relativität von Standpunkten, Sichtweisen. Die Erkenntnis, dass jeder zu Recht alles primär aus seinem eigenen, von allen anderen verschiedenen Blickwinkel betrachtet und dass es einer Verschiebung, einer Bewegung, einer Anstrengung bedarf, sich auf einen anderen Standpunkt, auf den Standpunkt eines andern zu stellen.

Der zweite Schritt ist die ungewohnte Beleuchtung. Wer einfach den Standpunkt seines Gegenübers einnimmt, um ihn besser zu verstehen, tut zwar etwas eminent Wert-, aber nicht unbedingt Humorvolles. Erst der überraschende Fokus kann die Standpunktverschiebung zu einer humoristischen machen. Und hier, in der Art der Beleuchtung, in der Farbpalette und der Verpackung der ungewohnt anderen Sichtweise, unterscheiden sich die Unterformen und Spielarten des Humors: Die in erkennbar gespieltem Ernst das Gegenteil des Gemeinten postulierende Ironie, die mit Doppelbödigkeit und Schärfe meist literarisch verpackte Satire, der gängige Assoziationen fehlleitende Witz, der meist mit Verachtung durchsetzte beissende Spott, der Tabus ins Licht der Lächerlichkeit zerrende schwarze Humor, der das Pathos rund um Sterblichkeit und Tod pulverisierende makabre oder Galgen-Humor.

Der dritte Schritt ist die Ausweitung der Relativierung über die Sichtweisen hinaus auf alle erdenklichen Wesen, Manifestationen und Themen und unsere Bewertung derselben. Wenn es uns gelingt, auch über die vermeintliche Absolutheit der Bewertung eines Tischs oder des Themas Aggression zu lachen, sind wir dem Glück heiterer Gelassenheit ein gutes Stück näher.

Selbstreflexion - Abstand zum eigenen Ich - Spaltung innerhalb des Ich's
Wenn wir mit der die Erkenntnis erst möglich machenden Spaltung in Subjekt und Objekt nicht Halt machen vor uns selbst und lernen, zwischen eigenständigen und teils widersprüchlichen Elementen in uns drin zu unterscheiden, gehen wir den entscheidenden Schritt weiter als die meisten anderen Entitäten im uns vertrauten Kosmos der Lebewesen. Es ist der Schritt, der die Umkehr zurück in die Einheit erst möglich macht. Wer bei der Spaltung zwischen Ich und Du, zwischen Ego und Welt stehenbleibt, überwindet die Trennung nicht. Aber wer die Spaltung weitertreibt und in sich die Stimme des höheren Selbst, der Intuition von der Stimme des schlechten Gewissens und der des bedürfnis- und angstgesteuerten Egos unterscheiden lernt, wer die Auseinandersetzung zwischen den widersprüchlichen Bedürfnissen und Anweisungen seines Körpers, seiner Emotionen, seines Geistes und seiner Spiritualität bewusst erlebt, hat den Schlüssel in der Hand, die Funktionalität und Fiktionalität aller Trennung, der ganzen Polarität mit Zeit und Raum zu durchschauen. Gleichzeitig mit der Erkenntnis des Werkzeugcharakters der polaren Welt kann sich der Erkennende versöhnen mit ihr und die Frage nach der absoluten Wirklichkeit und Wahrheit tritt in den Hintergrund. Wenn uns der Inhalt einer Büchse interessiert, hat der Büchsenöffner genau so lange Relevanz, bis die Büchse offen ist. Wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass die Büchse am unteren Ende immer offen war und wir sie nur hätten anheben müssen, die Notwendigkeit des Büchsenöffners mithin eine relative war, so interessiert das nur noch beschränkt. Hauptsache, wir kommen an den Inhalt heran. - Genauso ist es mit der polaren Welt und der Spaltung in Subjekt und Objekte. Auf dem Weg zum Inhalt öffnen wir mit allen Mitteln sogar die Büchse mit der Aufschrift 'ICH'. Am Schluss zählt aber nur, dass wir an den Inhalt kommen und erkennen: In allen Büchsen ist dasselbe drin. Die Büchsenhülle ist damit fiktional. Aber sie ist auch funktional. Ohne Büchsen - die eigene und die anderen - hätten wir die Gleichheit des Inhalts nicht erkannt. - Grund genug zum Lachen, oder etwa nicht? Die potenzierte Erkenntnisfähigkeit durch Selbstreflexion ist also Baustein Nummer zwei des spirituellen Humors.


Welt als Spiegel
Der nächste Erkenntnisschritt humorwärts ist die Einsicht, dass wir unsere Welt selbst basteln, indem wir unser Inneres nach aussen projizieren. Dabei können wir unterscheiden zwischen dem, was wir schön, angenehm, begeisternd, kurz: positiv finden - dies entspricht dem, was wir integriert haben in unser Bewusstsein, was wir in uns bejahen und für richtig halten - und dem, was wir ablehnen, als abschaffenswert oder verbesserungswürdig, kurz: als negativ bewerten oder gar aus unserer Wahrnehmung völlig verdrängen und ausklammern. Die Einsicht, dass wir es immer selbst sind, die diese Bühne ausstaffieren, dass wir verantwortlich sind für das Bühnenbild, die Darsteller, den Text, die Musik, das Tempo - kann zuerst mächtig Angst einjagen und wird darum auch immer wieder verdrängt, obwohl sie dem Allmachtsanspruch unseres Egos durchaus entspricht. Aber die dem Ego flattierende grossartige Vorstellung, an den Hebeln der Macht zu sitzen, wird sofort wieder arg zurechtgestutzt durch die Einsicht, dass die Macht nicht über uns und unsere Spiegelwelt hinausreicht, dass alle andern ja dieselbe Macht in ihrer eigenen Projektionswelt haben und - das Schlimmste - dass der Wirklichkeitsgehalt dieser Projektionen ja nicht gerade berauschend ist. Nichts gegen die Bedeutung und Wirkung von Projektionen wie Träume, Filme, Theater, aber das Ego hätte liebend gern die absolute Macht und den Anspruch, dass seine eigene Wirklichkeit die für alle andern genau gleich gültige - eben die absolute - sei.

Der Schritt ist also unheimlich gross und unser Ego zieht alle Register, um ihn nicht zu tun. So ist es nicht verwunderlich, dass vieles, was unter dem grossen Segel 'Humor' einherzieht, aus Weltsichten stammt, die diesen Schritt weder postulieren noch vollziehen. Das ist all der beissende Spott, der Sarkasmus und Zynismus, der vom vermeintlich guten 'Ich' auf das vermeintlich böse, zu geisselnde 'Du' zeigt, der die pharisäische Haltung 'Ich bin im Recht, du - bzw. die Welt - ist im Unrecht' mehr oder weniger gut mit Witzigkeiten verbrämt. So amüsant das zuweilen sein kann, es ist nicht der Humor, den ich hier als glücksrelevant bezeichne und dem ich zur Unterscheidung deshalb das Adjektiv 'spirituell' verpasste.


Abstand von Identifikationen, absoluten Wertungen
Wer die Relativität aller Bewertung erkannt, die Welt als Spiegel durchschaut und von seinem Ego Abstand gewonnen hat, nimmt auch Abschied von allen Identifikationen und absoluten Wertungen. Er kann genau so konzentriert, achtsam und engagiert einen Beruf ausüben oder sonst irgendetwas tun, auch ohne sich vollständig mit seinem Tun oder seinem aktuellen Charakterprofil zu identifizieren, auch ohne zu wähnen, das, was er gerade tue oder die Eigenschaft, die er gerade auslebe, sei in irgendeiner Weise absolut richig, gut oder gar alleinseligmachend. Es ist gerade nicht die völlige Beliebigkeit oder Wurstigkeit, die dem gern vorgeworfen wird, der mein Grundaxiom 'In der physischen Welt ist alles relativ' teilt. Aber das Wissen um die Relativität des eigenen Tuns, des eigenen Profils nimmt dem Leben die ganze Verbissenheit, die ohnmächtige Wut auf das Aussen, das sich nie so zu verändern scheint, wie wir es gerne hätten. Die Einsicht in die Relativität schafft Raum für Toleranz, Einverständnis, Gelassenheit und Heiterkeit. Der Vorwurf der Beliebigkeit ist auch zu kontern mit dem Hinweis auf die sehr wohl in diesem Modell existierende Absolutheit jenseits der Grenzen der Polarität. Die Begriffe 'Einheit', 'Selbst', 'Kosmisches Bewusstsein' oder 'Gott' sind nichts anderes als synonyme Metaphern für das eigentlich nicht sagbare, nicht beschreibbare Absolute.


Spiritueller Humor
Ich behaupte, die Qualität und Glücks-Relevanz nehme zu, je mehr der Humorist sein eigenes Ego fokussiere und je grösser das liebevoll-gelassene Einverständnis mit dem Nicht-am-Ziel- sondern Unterwegs-Sein sei. Wer den Spiegeleffekt der Welt durchschaut hat, weiss, dass Lachen über Welt immer auch Lachen über sich selbst ist. Hat er diese Eigenverantwortung für seine Projektion zutiefst angenommen und die Funktionalität, den Sinn seines archetypischen Weges aus der Einheit in die Polarität, die ihn erkenntnisfähig macht und wo er die Erkenntnis soweit treibt, bis er ausgerüstet ist für den Rückweg, der ihn wieder über die Polarität hinaus zurück in die Einheit führt - hat er dies alles erkannt und verinnerlicht, wird er sich nicht mehr dafür verurteilen, dass er noch nicht am Ziel, sondern unterwegs ist. Jetzt kann Einverständnis wachsen. Aussöhnung mit uns und der Welt, mit dem Punkt auf der Reise, auf dem wir gerade stehen, mit unserem Entwicklungsstand, ja sogar mit Rückschlägen und Rückschritten auf dem angestrebten Weg. Je tiefer das Vertrauen in die innere Führung und in den Sinn des Weges mit allen Umweg-Schlaufen, Hindernissen und unüberwindbar scheinenden überhängenden Felsvorsprüngen, mit den Gletscherspalten, den Wäldern des Unbewussten, in denen wir uns immer wieder verirren - und je grösser die Gelassenheit, mit der wir uns immer wieder neu aufmachen, dem fernen und doch so nahen Ziel entgegen, desto strahlender unsere Heiterkeit, die auch andere ansteckt. Der so entstehende Humor ist frei von beissendem Zynismus und ätzender Destruktivität, er will nicht verletzen, sondern mit sanfter Eindringlichkeit unseren Blick weiten, uns aus Verbohrtheit, Einseitigkeit und Fixierung herausführen, uns immer wieder neu und überraschend den Spiegel vorhalten, uns im wahrsten Sinne des Wortes hinters Licht führen und zeigen, wie relativ die von uns gerade für absolut gehaltene Beleuchtung eines Wesens oder Sachverhaltes ist. Dieser Humor spielt das Spiel von Täuschung und Ent-Täuschung mit dem Ziel, uns zu zeigen, dass alle unsere Überzeugungen und Gewissheiten aus einer anderen Optik immer nur Täuschungen sind, die ihren Wert für uns und für einen gewissen Moment haben mögen, die aber früher oder später auch der Ent-Täuschung, also der Aufhebung der Täuschung anheim fallen.


Humor und Ernst
Auch Humor ist weder ein Allerweltsheilmittel noch etwas Absolutes und findet im Ernst einen Gegenpol, mit dem er versöhnt und ausbalanciert werden will. Wie immer bei der Gegensatzvereinigung gilt es die beiden Pole von der unerlösten, unvereinbaren Qualität in die erlöste Qualität zu entwickeln, wo sie letztlich ein und dasselbe bedeuten. Wir kennen alle die unerlösten Erscheinungsformen des Humors vom Sauglattismus der primitiven Sorte bis zur bösartigen, manchmal hochraffiniert eingekleidetem Humor-Form, die nur das Ziel hat, zu verletzen und zu zerstören, und die sich nur der humoristischen Verpackung bedient, um die Reaktionsmöglichkeiten des mit Häme Übergossenen zu schmälern, Ehrverletzungsprozesse zu vermeiden. Dem Humor dieser unerlösten Stufe steht der eitel-pathetische Ernst gegenüber, der die unsicheren, angstvollen, oft auch verbohrten, ja fanatischen Menschen auszeichnet, die sich nach aussen so wichtig und gewichtig geben, wiewohl sie im Innern sehr wohl an ihrer Wichtigkeit, an ihrem Gewicht zweifeln. Solche Wesen ertragen verständlicherweise keinen Humor, der ja immer irgendetwas in Frage stellt, etwas sicher Geglaubtes in die Relativität zieht. Der Humor zöge ihnen das letzte bisschen Boden unter den unsicheren Füssen weg. Deshalb die oft erstaunlich aggressive Ausmerzung aller Formen von Humor zum Beispiel in Diktaturen, die sich ja gerade definieren mit der Absolutsetzung einer Lehre, eines Systems und oft genug nur gerade einer Person. Nach aussen muss ein Diktator Ernst zeigen und alle Formen von Humor unterbinden, nach Innen ist destruktiver Zynismus durchaus denkbar. Und da sich die Gegenpole in der unerlösten Form gegenseitig verstärken müssen, um in die Nähe der Balance zu kommen, blühen in Diktaturen Kabarett und schwarzer Humor, die mit dem Nachlassen der Unterdrückung und der Zunahme kommunikativer Freiheit in einem Staat wieder an Kraft, Schärfe und Relevanz verlieren.

Die erlöste Stufe des Humors entspricht dem oben skizzierten spirituellen Humor. Und dieser heiteren Gelassenheit des Einverstandenseins mit allen Wegen und Irrwegen und der ausnahmslosen Verantwortungsübernahme für alles, was uns begegnet und zustösst, ist der erlöste Ernst nicht fern. Denn Ernst ist in der von Eitelkeit und Pathos befreiten Form nichts anderes als das Ernstnehmen des Lebenssinns, der Rückbindung an die Metaphysis und des Ziels der Überwindung der Polarität. Durchaus Themen, die wir in einem nachvollziehbaren Sinne als 'ernst' bezeichnen können, die aber durch das Wissen um die beiden tröstlichen Axiome spirituellen Denkens, das Ankommen aller am Ziel und die jederzeitige Hilfe auf dem Weg, zu der Gelassenheit führt, die den Ernst mit der Heiterkeit verbindet.


Lachen?
Sie hatten bislang noch nichts zu lachen auf dieser Route? Ich versprach auch nicht humoristische Texte, sondern Texte über Humor. Aber Sie haben durchaus Recht mit Ihrem Anspruch. Und darum lassen wir es jetzt mit der grauen Theorie bewenden und stürzen uns locker-lustvoll in die hoffentlich lustige Praxis. Aber Lachen ist etwas sehr Individuelles. Es gefriert uns immer dann ein, wenn die Lichtkegel auf unsere am besten verdrängten Schattenbereiche fallen. Dann haben wir schnell vernichtende Urteile bei der Hand, finden den Spruch, den Witz, den Kabarettisten oder Humoristen überhaupt nicht komisch, sondern wahlweise 'völlig daneben', 'zynisch', 'untere Schublade', 'bösartig', 'frevelhaft' oder gar 'blasphemisch', wenn der Humor unseren Umgang mit Gott und Religiosität zur Zielscheibe nimmt. - Ich will kein Spielverderber sein, aber ich habe Ihnen ja nicht einen Witzabend, sondern eine Glücksroute versprochen, und darum sage ich Ihnen: Genau dann wird's meiner Meinung nach spannend, wenn etwas, was vom Sender lustig gemeint war oder von anderen Rezipienten mit Lachen oder Lächeln quittiert wird, bei Ihnen Ablehnung oder - noch schöner - Wut auslöst. Dann müssen Sie den Faden aufnehmen, genau hinschauen und nach Abebben der ersten Zorneswelle versuchen, sich selbst auf die Schliche zu kommen - aber damit sind wir bereits mitten in den Übungen!

Übung 1: Was bringt Sie zum Lachen?

Übung 2: Wann, wie und womit bringen Sie andere zum Lachen?

Übung 3: Die ultimative Traum-Top-Variante Ihrer selbst