Marpa-Aphorismen...

...und ab und an eine Trouvaille eines Marktpartners im freien Spruch-Handel

Wer den Aphorismus mit absolutem Gültigkeitsanspruch ausstattet, hat den Witz dieser Textsorte nicht begriffen. Wer ihn nur als Witz begreift, desgleichen.

Hier geht's zur thematisch strukturierten Sammlung von Aphorismen und Notaten

Oktober 17

Studien haben gezeigt: bald braucht es keine Menschen mehr. Nur noch Beamte.

Die Jagdzeit beginnt. Zur Regulierung der Bestände. In Helvetien sind über 50'000 Beamte zum Abschuss freigegeben. Waidmanns Heil!

September 17

Du hast deine Mitte gefunden, wenn der Erfolg zum Abfallprodukt deiner Freude an der Tätigkeit geworden ist.
Matthyas Arter

 

August 17

Darwin behauptete nur, dass der Fitteste ÜBER-lebe, nicht, dass er LEBE.

 

Juli 17

„Ich frage mich oft, ob Männer und Frauen wirklich zueinander passen. Vielleicht sollten sie nur nebeneinander wohnen und sich ab und zu besuchen.“
Katharine Hepburn, US-amerikanische Schauspielerin, 1907 - 2003

Angst wird nicht überwunden, indem man dauert davon plappert. Sie ist aber das unbestrittene Haupt- und Lieblingsthema unserer Zeit, die vielleicht im tausendjährigen Rückblick dereinst als 'Angst-Epoche' kategorisiert wird.

Nichts ist dümmer, lächerlicher, unergiebiger, schädlicher, langweiliger - und omnipräsenter als das dauernde Geschwafel über Ängste. Oder weiss jemand was? Und hat Angst es zu sagen?

Ich träume von einer Kultur, in der die physischen und psychischen Alltagsbefindlichkeiten zu den tunlichst zu vermeidenden Tabuthemen gehören. Es würde wohltuend stiller auf unserem Planeten.

Das Schönste an einer Frau ist der geschlossene Mund.

Kultur des Denkens vor 2500 Jahren: "Ich weiss, dass ich nichts weiss"
Kultur des Denkens heute: "Ich denke, ich zieh mir jetzt noch diese geile App rein."

Demokratie kann man nicht einfach als Geschenk mitbringen, frohgemut 'einrichten' oder verordnen. Man muss sie lernen. Das kann gut und gerne ein paar hundert Jahre dauern. Der Lernprozess wird massiv behindert durch die Dummheit und Faulheit der zur Mitbestimmung Aufgerufenen - und durch die Machtgier der sich als Besserwissende begreifenden Installateure dieser anspruchvollsten Staatsform.

Die dumm-dreiste Behauptung, Tiere seien im Unterschied zum Menschen 'triebgebunden', wird nicht wahrer, wenn sie tausendfach wiederholt wird. Könnte es vielleicht umgekehrt sein? Oder kennt jemand ein Tier, das so simpel ist wie der Mensch: von der Wiege bis zur Bahre auf der Jagd nach Macht und Geld?

Geniale Rezeptur: Man mische zu gleichen Teilen Dummheit mit Faulheit und Feigheit und lasse das Ganze im lauwarmen, salzlosen Wasserbad solange ziehen, bis sich die Masse aufgeweicht hat. Dann bei milder Temperatur ein Stündchen halb backen - und fertig ist der ideale Wohlfahrtsstaatsinsasse. En Guete!

Sie treten so oft zusammen auf, dass sie sich gar nicht vermählen müssen, um als Paar durchzugehen: Dummheit und Faulheit.

Dummheit und Faulheit sind ein ideales Paar um das Konzept der Interdependenz zu erläutern: Mit Dummheit und Faulheit ist es wie mit Huhn und Ei. Niemand weiss, was zuerst war, obwohl wir das Zusammenfinden beider täglich neu milliardenfach erleben dürfen.

Faulheit ist eine notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung für Dummheit - und umgekehrt.

Freiheit heisst, verschieden sein zu dürfen.

Freiheit heisst, nicht gleich sein zu müssen.

Er verschied wegen seiner Verschiedenheit, die dem Gleichheitsgebot widersprach.

 

Juni 17

Sie machte es sich zur Gewohnheit, Anstehendes ohne Aufschub zu erledigen. Deshalb erledigte sie, stand sie in einer Beziehung an, den Mann. Mit ein Grund, warum regelmässig mehr Jungs als Mädels zur Welt kommen.

Wenn etwas anstand, wurde es anstandslos, also ohne Anstand von ihr erledigt. Probleme, Männer, Kinder.

Es gibt nur etwas, was schlimmer ist als ein fauler Beamter. Ein fleissiger Beamter. Denn da gefühlte 99% der Beamten überflüssig sind, reicht das Potenzial der fleissigen unter ihnen alleweil dafür aus, tagein, tagaus hanebüchenen Unsinn zu produzieren.

Ach was bin ich denn heute gerade? Die Auswahl an Geschlechtern ist ja länger als jede Pizzeria-Menukarte? Hmm, heute bin ich 'Unbestimmt' - ohne Sardellen.

Vornamen wie Andrea, die für alle Geschlechtsoptionen gehen, sind voll im Trend.

Die Geradlinigen unter den Frauen haben keine Kurven.

Man muss die Brüste feiern, wie sie fallen.

Kafkaesk: du schläfst neben einer Göttin ein - und erwachst neben einem ungeheuren Ungeziefer.

Wieso hat Kafka Gregor Samsa nicht zum Käfertreffen geschickt? Er wäre DIE Attraktion gewesen.

Wenn dir jemand erzählt, dass er nur Idioten antreffe und die Welt ein beschissener Ort sei, halte ihm einen Spiegel vor die Nase - aber nur, wenn du mit dem wütend auf den Spiegel und dich Einschlagenden zurecht kommst und dich nicht verschluckst beim Lachen. Vielleicht hast du auch Glück und das Zweibein checkt den Witz mit dem Spiegel nicht, und - wenn es eine Sie oder ein Supersofty ist - kontrolliert Make-up und Frisur und seufzt: "Is was?"

Wenn dir jemand schon bei der ersten Begegnung erzählt, wer alles ein Nichtsnutz, Lügner, Volldepp, Betrüger und Idiot sei in seinem Umfeld, dann sei getrost: you're next.

Nichts wird so häufig verwechselt wie denken und urteilen.

Mai 17

Alles, was unter Strafandrohung verordnet wird, hat trotz Inkludierung des four-letter-words 'frei' nichts mit Freiheit zu tun. Das gilt auch für Freihandel und Personenfreizügigkeit.

Sobald Freiheit verordnet wird, ist es keine mehr. Zum Beispiel der weltweite 'Frei'-Handel oder die Personen'frei'zügigkeit.

Falsche Zähne, gut geschminkte Fratze, wohlgefärbtes Haupthaar, die richtige Lotion über gnadenlos rasiertem Body, oben rauf-, unten rausgequetschte Fetthügel, vorgespieltes Interesse an seinem Tun, abgerundet durch filmreif gefaketes Gestöhne beim Vorspiel - und jeder Marionettenproduzent erblasst vor Neid.

Heuchler leben vielleicht länger, aber sie sterben beschissener.

Wenn du merkst, dass du etwas Wahrgenommenes nicht riechen kannst, steck deine Nase nicht tiefer hinein.

Weisst du, wie ein Müllsack oder ein Hund sich fühlt, der aus dem fahrenden Auto geworfen wird, beim Aufprall die verebbende Bumbum-Musik und das ordinäre Gelächter noch im Ohr? Nein? Dann versuch's mal mit Heiraten.

Der Weg zur Selbstironie, aber auch der zu Glück und Erleuchtung, führt über die Gewinnung von Distanz, um sie - einmal gewonnen - ganz aufzugeben.

Störsender des Universums - der Mensch.

Menschen schaffen es immer, entweder ver- oder zer- oder einfach nur präfixlos zu stören. Den Frieden, die Ruhe, das Gleichgewicht, den Kosmos. Vielleicht ist das seine Aufgabe? Wenn ja, hat er sie gelöst und könnte zur Aufgabe der Aufgabe schreiten.

Was früher 'Entmündigung', 'Freiheitsberaubung' und 'Zensur' hiess, heisst heute 'Schutz', 'Fürsorge' und 'Sicherheit'.

Auch in der Diktatur und im totalen Staat gibt es Freiheit: die totale Freiheit von jeglicher Freiheit.

Eine der beliebtesten Verwechslungen ist die von 'Wandel' und 'Fortschritt'. Ausser bei 'fortschreitender Krankheit, Fäulnis und Verblödung' ist 'Fortschritt' meist positiv konnotiert. Es gibt dem ihn wahrzunehmen Wähnenden das wohltuend- wauschelige Gefühl von Überlegenheit.

Freundschaft ist mehr als das kurze Anknipsen einer Wärmelampe.

Verlässlichkeit ist mehr als immer den WC-Deckel zu schliessen.

Treue ist mehr als immer den gleichen Burger zu vertilgen.

Freiheit ist mehr als zwischen 20 Eissorten auswählen zu können.

 

April 17

Früher kriegte ein Petzer eine 'Watschn'. Nicht nur von den Verpetzten, auch von den Erziehungsberechtigten. Heute wird er bis hinauf zum Staat als Vorbild gefeiert und mit Millionen belohnt.

Früher wurden Verräter unzimperlich erschossen. Heute kriegen sie Millionen, Asyl und Heldenstatus.

In wenigen Jahrzehnten mutierten wegen ihrer Unmännlichkeit negativ konnotierte Eigenschaften wie Feigheit und Petzerei zu positiv konnotierten weiblichen Eigenschaften wie Folgsamkeit und Sozialkompetenz.

Alle sehen gleich aus, denken dasselbe, fühlen dasselbe, essen und trinken dasselbe, tun dasselbe, wohnen gleich, plappern gleich, vögeln gleich und sterben gleich – vielleicht geht der Traum der GleichheitsfundamentalistInnen ja dank 'Künstlicher Intelligenz' dereinst in Erfüllung?

Anhand des im feminisierten Wertekanon negativ besetzten Begriffs der Aggression kann man den Zusammenhang zwischen den fast ausschliesslich von Frauen beeinflussten Kindern in unserer weichgespülten, vaterlosen Gesellschaft und der dekadenten Unfähigkeit westlicher Wohlfahrtsstaaten, genügend Männer für die Aufrechterhaltung ihrer Armeen zu finden, auch für eher Begriffsstutzige deutlich machen.

Der Verlust der Aggression ist eines der klassischen Dekadenzzeichen von Gesellschaften. Auch der vielgerühmte helvetische Trutz unserer Vorfahren, von Wilhelm Tell und Winkelried bis zur Schlacht am Morgarten, ist akut vom Aussterben bedroht.

Ein Blick auf das hochaggressive Geschehen bei unserer körperlichen Abwehr von als schädlich erkannten Eindringlingen und dem Elend – z.B. in Form von AIDS –, das bei Versagen dieses Abwehrkampfes entstehen kann, sollte auch die harmoniesüchtigste Sozialkompetenz-Missionarin vom Wert der Aggression überzeugen.

Der männlich-plumpe, handgreiflich-kriegerische Ausdruck von Killerinstinkt findet sich beim zarten Geschlecht als raffinierte, mit geschickt gespielter Herzlichkeit überschminkte Bosheit wieder.

Es ist weder Hoch- noch Demut nötig. Mut reicht.

Hochmut gehört zum Hinweg, Demut zum Rückweg – und Mut zu beidem.

Hochmut kommt vor dem Phall. Und Demut vor dem Tee.

Wer sich nach zuhause sehnen will, muss zuerst weg gehen, den Weg gehen.

'Sucht' kommt von 'Suchen'. Käme es von 'Ziehen', hiesse es 'Zucht'. Von 'Fliehen' (oder von 'Fluchen'?) 'Flucht'. Von 'Wiegen' 'Wucht'. Von 'Kuchen' 'Kucht'. Von 'Buchen' 'Bucht. Von 'Schluchen' 'Schlucht' und, ach ja, von 'Betuchen' 'betucht' und von 'Eunuchen' 'Eunucht' (tirolgriechisch für 'Gute-Nacht') – ist das genucht von meiner Spruchtsucht?

Ihr Geld und deren tiefe Platzierung erleichterten es ihm, über ihre Hängebrüste hinwegzuschauen.

Seine unlimitierte Credticard in ihren Händen erleichterte es ihr, ihm limitierte Body-Credits zu gewähren.
His unlimited creditcard in her hands made it easier for her to give him some limited body-credits.

Sie: "Darf ich alles dies behalten, schau ich nicht auf deine Falten!"
Er: "Bist du mir schon bald zu willen, schluck ich jetzt die blauen Pillen."

Der Weise steht nicht über den andern. Er ist einfach schon länger unterwegs.

Er fand Gefallen an Gefallenen - und den Draht zum Kalifat.

Die Generation, die dank permanenter Glotzerei verblöd- und -endete, ist bereits wieder am Aussterben. Moderne Menschen tun selbiges mit dem Smartphone im Händchen, demütig gesenkten Hauptes mit Blick auf die (Todes-)Folge.

Das einzig Smarte an modernen Menschen ist das Gerät in ihren Händchen.

Ein alter Gläubiger aus dem Busch kam in die Stadt und war erstaunt, wie demütig fast alle Menschen den Kopf gesenkt hielten.

Wenn Formen klingen, Klänge duften, Düfte Farben tragen und Farben fühlbar werden – wer wollte dann noch Stadt und Glotze missen?

Von Anerkennungsgier getrieben sind sogar jene, die das Wort 'Macht' nicht einmal im aktiven Wortschatz haben.

Deuten macht nur Spass, wenn man der Welt Sinn unterschiebt. Aber da kein Existenzialist uns bislang beweisen konnte, dass die Welt sinnlos ist und da es sich bei ihnen mehrheitlich um jammervoll-ablöscht-suizidale Depressive handelt, können wir ja mal munter von der Sinn-Hypothese ausgehen.

Die Menschheit ist eine lustige Trachtengruppe: da vorne setzt es gerade eine Tracht Prügel ab zwischen Zwie- und Niedertracht. Und da drüben trachtet einer der Eintracht an die Beintracht!

März 17

Es gibt zwei todsichere Methoden, wie wir unserem mickrigen Ego mehr Bedeutung geben können- und sie hängen sogar schön zusammen: Immer die schwärzesten Horrorszenarios ausmalen - und uns dann geschickt in diese Weltuntergänge integrieren - als Opfer natürlich!

Trost für alle Möchtegernrösseler, bei denen es mit dem Reiten oder Fahren einfach nicht so recht klappen will.

Europa implodiert dereinst wie die Sowjetunion - wie ein morscher, verfaulter, pilzreicher Baumstrunk mit leisem Zischen und leichter Staub- und Gestankentwicklung, ohne Getöse, ohne Kampfhandlungen, aus purer Dekadenz erstickt an fettfaul-sozialistischer Impotenz, an kollektivgesellschaftlicher Immunitätsschwäche. Aber das leise Verpuffen des alten Kontinents wird für die flächendeckend mit Demenz Gesegneten schmerzlos sein.

1989 glaubten viele, der Sozialismus habe abgedankt. Dabei feiert die schleichende Sowjetisierung von innen, hinten, unten, oben in unseren westlichen Wohlfahrtsstaaten längst Urständ.

Faszinierend zuzuschauen, wie sich Geschichte wiederholt, wie Menschen freiwillig einem Diktator die Macht in die Hand legen, allen die Kehle durchzuschneiden - ausser ihnen, so glauben sie irrtümlicherweise.

Das Rezept für Recep ist Adolf, der wurde auch spielregelkonform Reichskanzler. Deshalb labbert er ja ständig von den Nazis.

Angenommen, der Möchtegern-Sultan fällt vom Pferd, das steht auf ihn drauf, weil er es vorher geplagt hat und er muss - o leiderleider - gan? Dann war das Pf-Erd-o-gan :-)

Der türkische Chef-Ziegenficker suchte vergeblich ein Klo in seiner Absteige mit den 1000 Zimmerlis und verrichtete in seiner Not sein Geschäft wie einst der französische Roi Soleil: hinter einem Paravent. Und dann geschah das Malheur: er rutschte beim Versuch, in der Hocke die Hose über die gebogenen Knie zu ziehen, auf seiner eigenen Scheisse aus. Jetzt heisst er Merde-ogan :-).

 

Februar 17

"Potzheilandtonner, das me sech däwäg cha TRUMPiere...!" meint d Frou Chäser vor Länggass, "sone Laferi wurdi bi üs nid emau Hiufspolizischt!"

Rassismus ist dumm. Mit Krokodilen ins Bett liegen auch.

Was die Ebbe nimmt, bringt die Flut wieder. (aus Afrika)

Und plötzlich war er weg. Jämmerlich ertrumpt, wurde behauptet - nein: jämmerlich enthauptet, wurde getrumpt. Postfaktisch allerdings.

Die heute lebenden Adölflis beweisen zweierlei: 1.Reinkarnation, 2. das mit den Drachenköpfen: "Haust oanen weg, wochsen sieben noie!"

Etymologie alla Turca: in Erd-o-Gan steckt das mittelhochdeutsche Verb 'gân' für 'gehen'. Der Name kann demzufolge als Imperativ gedeutet werden: "Du sollst von der ERD(e) weg GAN!" - oder wenigstens als Versprechen, mit zwei zusätzlichen netten Reimen: "Ich werd' von der Erd' oh gan und euch lân." Das 'O' stünde als Seufzer für die befreiten Gefühle, die sich bei allen einstellen, wenn er das Versprechen endlich einlöst.

Immer das Gejammer über Werteverlust und rasenden Wandel, wo es doch Dinge gibt, die seit Adam und Eva konstant geblieben sind. Zum Beispiel die an Lächerlichkeit kaum zu überbietende Eitelkeit von Männern mit ihren Palästen, Staatskarossen und süssen Uniformen. Erdogänlis waren bestimmt vor viertausend Jahren genauso doof wie heute.

Good News für die Gehetzten, Orientierungslosen und Verunsicherten: Es gibt noch Stabilität in unserer sich rasend wandelnden Zeit. Nehmen wir nur die Eitelkeit. Schon vor tausenden von Jahren liessen sich die kurzschwänzigsten Männlein die grössten Paläste bauen.

Januar 17

Immer dieses Theater um die Schweberei: man müsse Hexe, Zauberer oder Astronaut sein, um schweben zu können. Dabei schweben wir alle vom ersten bis zum letzten Atemzug – in Lebensgefahr.

Jede Kollektivierung birgt den Keim der Entmündigung.

Jede Regel, hinter der man sich verstecken kann, trägt zur schleichenden Auflösung der Eigenverantwortung bei - oder kürzer und Englisch: "Rules kill responsibility"

Die grösste Freiheit ist die Freiheit vom Ich und seiner Gefrässigkeit.

Es liegen Welten zwischen denen, die ständig von Freiheit labern und denen, die sie sich täglich erkämpfen.

Die Menschen haben zwar ihre handwerklichen Tötungsfähigkeiten in den letzten rund viertausend Jahren beeindruckend gesteigert, aber geistig sind sie stehengeblieben und verwechseln auch heute noch ihr persönliches Modell der Welt mit einer für alle gleichen 'Wirklichkeit'.

 

Dezember 16

Glück ist, den Grashalm zu entdecken, der es durch den Asphalt geschafft hat.

Freiheit findet zuallererst im Kopf statt. Um sie zu entdecken, müsste man ihn allerdings benutzen.

Sie war unerreicht in der professionellen Selbstinszenierung als Opfer und ebenso brillant im Vergessen all ihrer Exploits als Täterin.

Seit dem Sturz aus dem Paradies zählt es zu den genialsten Tricks der Evas, sich als Opfer zu inszenieren. Aber erst die Emanzipation der letzten 50 Jahre gab ihnen zusätzlich die Chance, auch auf der Klaviatur aller schlechten Eigenschaften der Adams zu spielen.

Machtmissbrauch, physische und psychische Gewaltanwendung und das Ausleben massloser Egozentrik war während Jahrtausenden prioritär eine Domäne der Männer. Heute können endlich auch die Frauen diese herrlichen Möglichkeiten der Selbstverwirklichung ausleben.

Die moderne Frau bespielt heute die ganze Klaviatur männlicher und weiblicher schlechter Eigenschaften. Die Männer hingegen sind nur schlapper, impotenter und sozialverträglicher geworden und spielen in beiden Domänen zusehends schlechter.

Was für ein Fortschritt! Die Frauen können heute zusätzlich zu ihren seit Jahrtausenden geübten Rolle als emotionalgesteuerte Opfer mit dem Applaus der Gesellschaft auch eiskalte, machtgeile, egozentrische Gewalttäter spielen.

Gendergerechtigkeit ist, wenn beide Geschlechter mit gleicher gesellschaftlicher Akzeptanz alle schlechten Eigenschaften ausleben dürfen, die früher typischerweise prioritär einem der Geschlechter zugeordnet wurden. Die Frauen haben es geschafft. Die Männer arbeiten noch dran, mit wenig Erfolg bislang.

Es gibt kein Wissen, nur Kenntnisse. Wer das erkennt, weiss mehr als der, der zu wissen glaubt.

 

November 16

Die, die früher dachten, produzieren heute das, was die, die auch früher nie dachten, konsumieren.

Oktober 16

Sie war tagein, tagaus derart inniglich mit sich selbst beschäftigt, dass sie ihre Umwelt nur als weitestgehend kostenfreien Selbstbedienungsladen wahrnahm.

Sie dachte sehr intensiv, tiefgründig und sozusagen permanent darüber nach, was ihr dienen könnte. So blieb leiderleider keine Zeit übrig, auch nur ganz oberflächlich darüber nachzudenken, was andern dienen könnte.

Alles Einfache ist verdächtig. Frauen wissen das.

 

September 16

Kulturen sind inkompatibel - sonst wären sie keine. Der Versuch, Klitorisbeschneidung und Frauenvermummung zu vermantschen mit der bei uns zwingenden weiblichen Selbstbestimmung, zeugt von unfassbar dekadenter Blödheit auf unserer, von archaisch-arrogant-schamloser Frechheit auf der andern Seite.

Handel ist etwas derart Primitives, dass man ihn mit entsprechend ethikferner Einstellung auch mit himmelschreienden Arschlöchern aus allerfernsten Kulturen treiben kann. Aber fürs Zusammenleben braucht es mehr, wie jeder WG-Erfahrene weiss. Die Wirtschaftsparteien scheinen dies vergessen zu haben.

 

August 16

Wenn der Hufschlag einer Ben-Hur-Wagenrenn-Ellipse ähnelt, der Plapperpegel im Stall hoch ist und nie versiegt, wenn du schwere Athletinnen mit speziellen Stöcklein bewaffnet ihre ebenso schweren beschuhten Reha-Hüs über frohfarbige Säcke am Boden stolpern lassen siehst, dann geselle dich getrost zu ihnen, wenn dir Reit-Profis ein Greuel sind. Sie sind garantiert nicht da.

Vergesst die IQ-Tests! Intelligent ist, wer die volle Verantwortung für jede seiner Wahrnehmungsinterpretationen übernimmt. - Zugegeben, so wird's nicht unbedingt leichter für das Nobelpreiskomitee...

Unbewusste Routine ist minimal harmlos-dumm, maximal gefährlich-tödlich. Erst bewusste Routine birgt das Potenzial, zum Ritual zu werden, das öffnet, nicht schliesst.

 

Juli 16

Der Grat zwischen 'selbstsicher' und 'wichtigtuerisch' ist so schmal, dass wir ihn oft kaum wahrnehmen - am wenigsten bei uns selbst.

Was dich wahr, richtig, gut, klug und schön dünkt, kann und darf schon für deinen Nächsten falsch, schlecht, dumm und hässlich sein.

Der grösste Feind deiner Freiheit - bist du selbst.

Was auch immer du tust für eine Frau, es ist immer zu viel oder zu wenig. Nimms nicht persönlich: auch die Sonne schafft es nicht.

Wenn Männer sich nicht mehr balgen und balzen - und Frauen sich nicht mehr schmücken und schwatzen, dann sind sie in der Regel tot.

Freiheit bedeutet, Verschiedenartigkeit nicht nur zu ertragen, sondern zu begrüssen.

Was du sagst, solltest du für wahr halten. Aber nicht alles, was du für wahr hältst, solltest du sagen.

Gehst du zu Frauen, bedenke: Nichts ist so, wie es scheint.

Das grösste und älteste Abenteuer: Herausfinden, welche der tausend Masken einer Frau ihrem Gesicht am ähnlichsten ist.

 

Juni 16

Der Reifegrad eines Wesens lässt sich am Mass und der Häufigkeit ablesen, mit der es auf sein eigenes Spiegelbild eindrischt.

Es ist kein Problem, wenn du erst aufhörst, auf den Spiegel einzuschlagen, wenn deine Faust blutet. Hauptsache, du hörst irgendwann auf und versuchst es zur Abwechslung mit hineinschauen.

Freiheit heisst, die Verschiedenartigkeit und Unberechenbarkeit des Wahrgenommenen zu begrüssen - im Innen und im (vermeintlichen) Aussen.

Freiheit ist mehr, als aus 20 Eissorten auswählen zu können.

 

 

Mai 16

War es Absicht oder Missgeschick? War Gott müde, unkonzentriert, vom Schöpfen erschöpft, als er den Menschen bastelte und ihn glauben liess, er wisse, anstatt ihn wissen zu lassen, dass er nur glaubt?

Paare Überzeugung mit Leidenschaft – und schon wächst das Embryo des Fundamentalismus in dir.

In der Überzeugung liegt das Samenkorn von Folter, Mord und Krieg.

Such' die Balance zwischen Kopf und Bauch auf dem Hochseil des Lebens - zögere schmunzelnd und abenteuerfreudig den Absturz hinaus - und nimm seine Unvermeidlichkeit gelassen und einverständlich hin.

 

Januar 16

Liebe ist keine Befindlichkeit, keine Nabelschau, sondern der mutigste Akt der Öffnung nach Aussen. Sie bglückt den, der tief im Innern weiss, dass Aussen und Innen letztlich ein und dasselbe sind. Liebe ist unzerstörbar und wenn wir sie 'beenden' können, war es keine.

Wenn du das nächste Mal eine Beziehung beenden willst per SMS - hier der geile Spruch, der kitschig-pathetisch, ja fast spirituell klingt. Schöner, wauscheliger kann man 'Leck mich am Arsch, ich liebe dich nicht mehr und such mir was anderes' wohl kaum verpacken: "Soll ich mit dir sein, kann ich nicht mit mir sein."

 

Dezember 15

Entwerten kann man nur Tickets - und Beleidigen nur den Humorlosen.

Wenn dich jemand unbeabsichtigt an deiner Achillesferse trifft, also bei einer Schwachstelle, von der du weisst – und die dich selbst stört, die aber kein anderer ausser dir kennen soll, dann jage diesen Eindringling weg, schütze dich, baue eine hohe Mauer und vor allem: vermeide weiterhin jeglichen Humor. Denn Humor ist das stärkste Gift, wenn du gerade voller Pathos daran bist, dich unheimlich ernst und wichtig und beleidigt, ja gefährdet zu fühlen.

Auf beleidigt zu machen, ist ein hochexplosives Konzept. Wenn man Selbstmord-Terroristen kurz vor dem Abfliegen auf Wolke 7 in Richtung der 72 Jungfrauen noch interviewen könnte, kämen als Legitimation für ihre Taten mit beachtenswerter Konstanz die Beleidigungen von wem oder was auch immer. Vorne mit dabei natürlich Allah, Mohammed, der Koran, die Scharia, das islamistische Frauenbild und tausend abstruse Dinge mehr.

Wenn du deine Humorlosigkeit demonstrieren willst, dann nimm dich todernst und mach auf beleidigt. Spiel ein Drama, rolle deine Augen, stöhne, seufze, behaupte, du haltest es nicht mehr aus, wenn da bildliche oder verbale Gewalt womöglich noch gedruckt dich zu überfluten drohe – und wenn alles nichts nützt: setze Grenzen und reklamiere ihre Respektierung, baue Mauern um dich – und wenn auch das nichts nützt, lerne töten bei den Top-Stars des Beleidigtseins in Syrien, im Irak, in Afghanistan – es wimmelt von Ausbildungsplätzen. Nur eines darfst du nie: über dich und das ganze Theater lachen. Sonst fällst du augenblicklich aus der Rolle.

Beleidigtsein ist auf der Skala der effizientsten, todbringendsten Befindlichkeiten ganz vorne mit dabei. Nur Humor kann ihr die Show stehlen.

Nur etwas fürchtet und bekämpft der Beleidigte wie der Teufel das Weihwasser: den Humor.

Humor sollte verboten werden. Er raubt so vielen tollen Befindlichkeiten die Weihe: dem voller Pathos ein Drama Inszenierenden, dem sich schamlos beleidigt, zutiefst verletzt, respektlos entwertet Fühlenden. Was bringt der ganze Rauch, das Augenrollen, das Ächzen, die ganze theatralische Mühe noch, wenn der Zuschauerraum sich bereits biegt vor Lachen?

Der Azubi war zutiefst beleidigt – er musste einfach reagieren. Und er tat es so, dass die Beleidiger ihn und das, was er vertrat, nie mehr velachen, verhöhnen konnten. Mangels Am-Leben-Seins.

Du kannst die verrücktesten Verrenkungen machen - ändern tut sich weder das Wetter noch die Menschheit.

Glücklich, wer die Menschen zu nehmen versteht wie das Wetter - das sich auch nicht ändert, nur weil weltweit endlos darüber gemeckert wird

Nimm die Mitmenschen wie das Wetter - es ist, wie es ist, und verändert sich nicht, ob du dich ärgerst, freust oder es einfach hinnimmst.

Wenn die Menschen, die nicht denken können, auch nicht reden würden - die Welt wäre ein herrlich stiller Ort!

November 15

Dekadenz ist, wenn der homo sapiens dauerhaft zum homo patiens mutiert.

Alle schwafeln von 'Vertrauen' - dabei ist Misstrauen genau so wichtig: gegenüber Autoritäten, gegenüber jeder Anmassung von absoluter Wahrheit, gegenüber Macht, gegenüber Einlullern, Ideologen, Fanatikern, Propheten, Gurus und Heilsversprechern und vor allem Misstrauen gegenüber denen, die schlüpfrig und mit faulen Versprechungen Vertrauen einfordern...

Zeig ihm, wie sensationell autonom du bist, wie genial du deine Firma managst, deine Kinder, deinen Alltag im Griff hast, zeig ihm, dass du ihn nicht brauchst, zeig ihm, dass es gar keinen Platz hat in deinem Leben für ihn - und du wirst ihn auf elegante Art los, ohne Gekeif, ohne Detektive, ohne Anwälte.

Frauen, die ihren Männern in emanzipatorischem Überschwang zeigen, wie überflüssig sie sind, sollten sich nicht wundern, wenn diese sich nach neuen Aufgaben umsehen.

Wenn der Kluge nicht mehr gebraucht wird, sucht er sich eine neue Herausforderung. Das erhöht die Fluktuation in Beziehungen jedweder Art. Und zeigt die Grenzen überschwänglich demonstrierter Emanzipation.

Bevor die westlichen Gesellschaften feminisiert wurden, waren Männer daran erkennbar, dass sie sich nie hilfsbedürftig zeigten, auch wenn sie es waren, nie Angst zeigten, auch wenn sie welche hatten - und nie den Schwanz einzogen, wenn es knallte, auch wenn sie um ihn fürchteten.

Die feminisierte Gesellschaft entsteht dort, wo Hilfsbedürftigkeit, Ängstlichkeit, Feigheit, Schmerzempfindlichkeit, Weichheit, Unlust, sich dauerverletzt als Opfer fühlen nicht nur salonfähig sind, sondern als der letztlich einzig wahre, politisch korrekte und anstrebenswerte Zustand des homo patiens proklamiert werden.

Nirgends ist die Meinungsäusserungsfreiheit des Mannes beschränkter als in der Zweierbeziehung. Da er weniger gern und weniger gut lügt, schweigt er meist.

Männer sind plump: sie sagen dem Arschloch 'Arschloch' - Frauen sind raffiniert: sie deklassieren das Arschloch, indem sie Empathie vortäuschen und dem oder der 'Ärmsten' Hilfe anbieten.

Nur Trottel, Unfähige, Debile, Weicheier und Gescheiterte sind auf Empathie und Hilfe angewiesen. Frauen wissen das.

Helfen ist nicht nur eine zu besalbadernde Tugend, sondern auch die klassisch weibliche Methode, sich wichtig, mächtig, unverzichtbar und bedeutend zu fühlen.

Life is a comedy for those who think, and a tragedy for those who feel.
Horace Walpole

"All the World's a stage" - behauptete Shakespeare. Aber er sagte nicht, dass auf dieser Bühne zwingend und ausschliesslich Dramen gegeben werden müssten.

Sie war permanent im hochemotionalen Ausnahmezustand, der damit zum Normalzustand wurde, derweil der unaufgeregt undramatische Normalzustand zur Ausnahme mutierte.

Sie war wie eine Stadt im dauernden Fliegeralarm, wo der Schuldige, der Feind so überdeutlich klar und unhinterfragbar im Aussen steckte.

Sie war derart beschäftigt damit, den Kopf auf die Arbeit zu senken und mit letztem Einsatz das Wichtige und Richtige, das Schrötige und Nötige zu tun, dass sie gar nicht bemerkte, dass die Schönheit, die Harmonie, das Elegante, Entspannte, Wohlriechende, herrlich Anzufühlende oberhalb ihres Gesichtsfelds an ihrer Wahrnehmung vorbeirauschte. Sie hob den Kopf erst, als ein blasser Alter mit einem Stundenglas in der Hand höflich, aber bestimmt an die Tür klopfte und Einlass begehrte.

Es ist ja im Zeitalter von 'anything goes' gar nicht so einfach, immer schnell und zielsicher Männlein von Weiblein zu unterscheiden. Das mag ja auch nicht immer so wichtig und nötig sein, aber für den Fall, dass es doch mal ums Eingemachte geht, hier ein paar mögliche Erkennungszeichen:
Wenn sich ein Wesen verletzt, diskriminiert, ja von verbaler Gewalt bedrängt fühlt und dieses Ungemach auch zum Ausdruck bringt, dann stehen die Chancen gut, dass du ein Weiblein vor dir hast (nicht zwingend äusserlich, aber innerlich).
Und wenn dir jemand nach der Schilderung eines Problems sofort eine Lösung anbietet (anstatt dich gefüüühlvoll und hörbar mitleidend in die Arme zu nehmen), dann dürfte es sich um ein Männlein handeln. - Aber all das ersetzt den Tatbeweis natürlich nicht. :-)

 

Oktober 15

Menschen, die meinen, sie seien schlauer als Tiere, verwechseln Macht mit Intelligenz - und Empathie mit Dummheit.

Sie krampfte Tag und Nacht, bis sich alles an ihr verkrampfte und sie den letzten Kampf verlor – im Entschwinden aber noch befriedigt feststellte, dass auch ihr Abgang ihre hohen Anforderungen an Dramatik erfüllte.

Die übelsten Zensoren der Denkfreiheit sind wir selbst, mit unserem vermeintlich 'sicheren Wissen', der unhinterfragten Fremdbestimmung durch 'Zeitgeist', 'Mode' - und gerade angesagte Plapperis.

September 15

Es ist gar noch nicht so lange her, dass Gefühle salonfähig wurden. In früheren Kulturen gehörten sie in die achtsam geschützte Privatzone des Individuums.

Nichts macht Menschen dümmer als Gefühlsüberschwang.

Gefühle sind immer fokussierend, das nicht Fokussierte ausschliessend und damit intolerant. Bedingungslose Liebe ist kein Gefühl, sondern ein zu Lebzeiten für Menschen kaum erreichbares Entwicklungsziel.

Das dümmste unter den Gefühlen ist die Machtgier, die im Überschwang jegliche Denktätigkeit ausschaltet. Sie ist das Kernelement der Psyche aller popeligen Zeitgenossen, vom kleinen Beamtenstinker bis zu den Hitlers, Kims, Erdogans, Orbans und wie sie alle heissen.

August 15

Die tragfähigsten, nachhaltigsten, dauerhaftesten, stimulierendsten, Kreativität am stärksten beflügelnden Liebesbeziehungen sind die unerfüllten, die unmöglichen, die virtuellen.

Das Gefährlichste für jede Beziehung, sei es eine zu Wesen, Dingen oder Ideen, ist die Nähe, nicht die Distanz.

Völlige Verschmelzung mit etwas bedingt, dass minimal eine der daran beteiligten Entitäten den Existenzanspruch aufgibt.

Hinter allen Verbrechen - den kleinen wie den grossen - stecken nicht ausbalancierte Emotionen. Spürst du eine heftige, aussen oder innen, sei skeptisch, auch wenn sie unter wohlklingenden Deckmäntelchen wie 'Liebe', 'Leidenschaft', 'Fürsorge' einher rauscht.

Juli 15

Wer zuletzt lacht, wird zuerst erschossen. Von den Kämpfern gegen die Intoleranz.

Wahre Toleranz kennt keine Grenzen. Also ausser natürlich gegenüber der Intoleranz. Grenze der Toleranz ist also die Intoleranz. Mit der Intoleranz ist auch der total Tolerante intolerant. Ja wo kämen wir hin, wenn wir die Intoleranz tolerieren würden? Und intolerant sind alle, die über irgendetwas lachen. Erschiesst die Lachenden! Intolerant sind alle, die nicht in gleicher Weise tolerant sind wie ich. Erschiesst Sie! Erschiesst alle und verhelft so der wahren Toleranz zum Durchbruch!

 

Juni 15

Deuten, sich und seine kleine Welt erkennen und verstehen, wäre ein viel fruchtbareres Ziel als andern weiss nicht was BE-deuten.

Nichts ist unbedeutender als das Streben des Menschen nach Bedeutung.

Das verzweifelte Bemühen, sich aus der Masse herauszuheben, kennzeichnet gerade diese Masse, der die kleine kranke Schwester, der kranke Bruder von Sisiphos zu entfliehen trachtet.

Kein Massenphänomen ist so verbreitet wie der Versuch, sich aus der Masse herauszuheben, koste es, was es wolle.

Challenge IV
Wesen, die sich und die Welt todernst nehmen, die unerreichbar sind für die augenzwinkernde Idee aus der Philosophie des Ostens, dass alles, was wir für 'Welt' für 'die Wirklichkeit' halten, 'Maya', Illusion, Traum sei und dass es einzig darum gehe, zu erwachen und das ganze Spiel zu durchschauen.

Challenge III
Wesen, die im permanenten Ausnahmezustand leben, mit stupendem Geschick vom Chaos über den Schicksalsschlag zur Katastrophe steuernd ihre Existenz zum Dauer-Drama hochstilisieren, um sich so - bewusst oder unbewusst - mit dem Ruch überdurchschnittlicher Bedeutung zu umfloren.

Challenge II
Wesen, die sich durchs Leben spülen lassen auf der Dauerwelle ihrer Emotionen, ohne je reflektierend innezuhalten - vielleicht weil sie dies nie gelernt haben und deshalb gar nicht wissen, wie 'reflektieren' geht?

Challenge I
Wesen, die ihre Welt ungefiltert jederzeit als 'für alle wahr' wahrnehmen und jede abweichende Sicht als existenzielle Bedrohung empfinden.

Wer über Emotionen debattieren will, sollte zuerst seine eigenen unter Kontrolle haben.

Ich kenne viele Redselige. Fast lauter Frauen. Und nur ganz wenige Dialogfähige. Fast lauter Männer.

Was Menschen aus dem Maul quillt nebst Erbrochenem und Gespucktem, kann man grob einteilen in 90% sinnlosen Blablas, 9% bewusst Gelogenes, 0.9% Meinungen mit absolutem Wahrheitsanspruch, 0.09% offenherziger Fragen und 0.01% Teile echten Dialogs.

Die simpelste, aber fast nie gegebene Voraussetzung für einen echten Dialog ist, dass die Beteiligten nicht davon ausgehen, die andern Teilnehmer seien sowieso im Unrecht.

Je schwächer eine Persönlichkeit, desto rascher wirft sie Widerspruch aus der Bahn.

Im Mittelalter glaubte man, die Welt interessiere sich dafür, was man glaube, in der Aufklärung dachte man, die Welt interessiere, was man denke. Und heute ist die Facebook-Generation getragen vom sicheren Gefühl, die Welt interessiere, wie man sich fühle.

Die Aufgabe des so anstrengend zu konturierenden Ichs zugunsten des warmen Bades in der tragenden Masse ist verführerisch, wie hirnrissig auch immer das Fundament und die Regeln dieses Kollektivs ausgestaltet sein mögen: nicht denken, nicht entscheiden müssen, nur ein wenig mitschwimmen, mitdimmen, mitwinken, mitstinken, miteifern, mitgeifern, mitkreischen, mitfleischen, mitlaufen, mitraufen, mitfliegen, mitsiegen, mitblasen, mitgasen...

Emotionalität ist das beliebteste Feigenblatt für Dummheit.

Das Intelligenteste an der Dummheit sind die Euphemismen, die wohlklingenden Etiketten, mit der sie sich ummäntelt: 'Emotionalität', 'Religiosität', 'Leidenschaft für ein Kollektiv'.

Die Altersgrenze für die körperliche Mündigkeit könnte man locker herabsetzen. Sie ist erreicht, wenn die Brut ohne Hilfe von Mama oder Papa dreinhauen, Sozialhilfe beziehen, den Busen vergrössern und vögeln kann. Diejenige für die geistige Mündigkeit sollte man hingegen raufsetzen. Ganz wenige erreichen sie vor dem Tod.

Die Kindersterblichkeit hat in den westlichen Wohlfahrtsstaaten ungemein zugenommen. Die meisten Insassen sterben ohne je die geistige Mündigkeit erreicht zu haben.

Feminisierte Gesellschaft 1: Wenn 'Einbrecherschutz' nicht mehr Schutz VOR dem Einbrecher, sondern Schutz DES Einbrechers meint :-)

Feminisierte Gesellschaft 2: Wenn Kamine nicht mehr konisch nach unten sich verengend gebaut werden dürfen, weil sich ein Einbrecher so festklemmen könnte :-)

Feminisierte Gesellschaft 3: Wenn Jungs in der Grundschule zu Weltmeistern in Sozialkompetenz, Schutzausrüstung und 'political correctness' gestylt werden, Wörter wie 'Abenteuer', 'Mut', 'Risiko', 'Wettbewerb' aber weder verstehen noch buchstabieren können.

Mai 15

Triffst du auf irgendein Kollektiv, schau, was alles - und wie rigoros - es geregelt ist. Je mehr du dabei findest und je weniger Freiraum in der Anwendung der Regeln du entdeckst, desto dümmer und kulturloser ist die untersuchte Gruppierung.

Die schiere Menge von Regeln und Gesetzen in einem Kollektiv und deren exponentielles Anwachsen und Ausufern sind verlässliche Parameter, die dir dessen Dummheit und Kulturlosigkeit anzeigen.

Je dümmer ein Volk, desto mehr Regeln und Gesetze braucht es, die es wiederum noch dümmer werden lassen. Diktatoren und Etatisten wollen das so. Dumme sind leichter manipulierbar.

Je weniger Freiraum sie dem Anwender lassen, desto grösser wird im Einzelfall die Ungerechtigkeit, die eine Regel schafft.

Solange Regeln und Gesetze nur als Empfehlungen angeschaut werden - wie zum Beispiel die Verkehrsregeln in Italien -, bleibt der Schaden gering. Übel wird es erst, wenn Dummis sie blind befolgen und Macht-Fuzzis sie gnadenlos bei Nichtblinden anwenden.

Menschen unterscheiden sich nur in der Emballage ihrer Machtgier.

Toleranz setzt voraus, keine eigene Wahrnehmungsinterpretation absolut zu setzen. Seine Sicht für allgemeingültig zu halten macht aber so unendlich viel Spass! - Und es gibt so ein warmsicheres Gefühl wie Bettnässen.

"Wollt ihr die totale Umverteilung?" krächzte Adelheid Braun ins rote Mikrophon. Die Menge, grüngelb vor Gier, kreischte: "Ja, kreuziget sie!"

"Ich will die totale Umverteilung!" brüllte sie. - "Wenn ich Sie so sehe und höre", antwortete er mit einem versonnenen Lächeln, "verstehe ich Ihren Wunsch."

Auch der Todestrakt hat Vorteile: es wird zum Beispiel relativ wenig geschwatzt.

Angekettet an einem Ort, an dem sich Frauen zum Schwatz treffen (naja, wozu denn sonst?). Für den Fall, dass es wider Erwarten vielleicht morgens zwischen zwei und drei zu Momenten labender Stille kommen könnte, läuft im Hintergrund ein Quassel-Sender mit permanent aufgestellten Moderatoren. - Diese alternative Form der Todesstrafe konnte sich nicht durchsetzen. Alle Häftlinge, die wählen durften, zogen Giftspritze, elektrischen Stuhl, Erhängen, ja sogar Kehle-Durchschneiden à la IS vor. Aus dem einfachen Grund, weil die Leidenszeit in allen Fällen bedeutend kürzer sei.

Horsemen kommunizieren über Hilfen. Ignoranten quasseln.

Kommunikation macht immer Freude. Vor allem, wenn sie auch mal aufhört.

Reicht es denn nicht, wenn sich lafernde Menschen schon ständig missverstehen? Wieso denn auch noch die Tiere dem endlosen Gequassel aussetzen?

Es gibt zwei Indizien für das reiterliche Niveau eines Reitstalls: wie tief die Ecken der Halle oder des Sandplatzes ausgeritten sind und wieviel Gequassel hörbar ist.

Hinter jeder grossartigen Leistung eines Mannes steht eine starke Frau, die seine Potenz in gewinnbringende Bahnen zwingt.

Niemand trägt mehr zur Produktivität der Männer bei als böse Frauen. Sie verdienen mehr Auszeichnung!

Xanthippen aller Länder, vereinigt euch - aber nicht mit ihm. Er soll ja arbeiten.

Wenn du ins Bett MUSST, bist du klein; wenn du ins Bett WILLST, bist du gross; wenn du dort nur noch SCHLÄFST, bist du alt.

 

April 15

Rules kill love - but love is stronger

Wer sich über mangelnde Liebe beklagt, ist gut beraten, die eigenen Ängste und die daraus gezimmerten Vorurteile, Prinzipien, Regeln und Kontrollbedürfnisse anzuschauen und dann genüsslich das Scheissloch runterzulassen - bitte nachhaltig spülen: Angst stinkt!

Die französische Form der Zuverlässigkeit: 'On peut compter dessus qu'on ne peut pas compter dessus!'

Wahre Emanzen haben ausschliesslich politisch korrekte Orgasmen - also keine.

Mindestens ein Jahr Zwangspartnerschaft mit einer Emanze in einer geschlossenen Abteilung - und das Nachwuchsproblem der Mönchskloster wäre schlagartig gelöst.

Der Unterschied zwischen Maikäfern und Hooligans: Die Maikäfer tun mir leid, wenn sie die Köpfe überall einschiessen.

Was haben Maikäfer und Hooligans gemeinsam? - Sie treten zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten in Massen auf und schlagen sich überall die Köpfe ein. Der Vorteil der Maikäfer: nach einem Flugjahr ist für längere Zeit Ruhe; der Nachteil: die Chance, dass sie aussterben, ist leider um einiges höher als bei den Hooligans.

Manchmal ist so herzhaft plumper Machtmissbrauch auch irgendwie schnuckelig. Zumindest bei Kleinkindern. Und bei Grosskindischen und Diktatörlis solange wir nicht direkt betroffen sind. Aber wenn ein Verwaltungsrat seine eigene Vergütung festlegt, wenn einer mehrere Hüte trägt und mit dem einen Hut einen Betrag spricht, den er dann - ganz zufälligerweise - mit dem andern Mützchen auf dem Haupte einkassiert, wenn er verbietet, dass irgendwer im ganzen Lande sich anders als belobhudligend äussert über ihn, so ist das doch auch ein klein wenig rührend, vor allem, wenn er sich darüber freut und sich noch ganz besonders schlau vorkommt dabei.

Was haben Religionen, Revolutionen, Mafia-Clans und Gewerkschaften gemeinsam? - Wenn sie ihre ursprünglich genannten Ziele erreicht haben, erfinden sie neue und zeigen damit, dass ihre Schutzbehauptungen simple Lügen zur notdürftigen Deckung ihrer Machtgier sind.

Was haben Frauen und Computer gemeinsam? - Sie öffnen sich nur aufgrund von Berechnungen.

Das kleine bisschen Macht, das sich die alten, hässlichen, fettwanstigen Wüstlinge und die verhärmt-eifersüchtigen, hängeärschig-faltigen Sexismus-Jägerinnen ergaunern und ergeifern, sollte man ihnen gönnen als Ausgleich für die verlorene Jugend und die - vielleicht nie gehabte - Schönheit.

Menschen unterscheiden sich nur in der Verpackung ihrer Machtgier.

 

März 15

Der Tod ist nur ein 'coitus interruptus' auf dem Weg zur Vereinigung mit allem, was ist.

"Alle Impotenten sind machtgeil - aber nicht alle Machtgeilen sind impotent" - an die logische Stringenz dieser Aussage klammern sich all die Putinlis, Kim Yong Unlis, Asädlis, Orbänlis, Erdogänlis und ihre weltweit wuchernden Gspänlis.

 

Februar 15

Wenn du mit einem Buch, das du nicht verstehst, gegen deinen Kopf schlägst und dabei ein dumpf-hohler Klang entsteht, so muss dies nicht zwingend am Buch liegen.

Waren das herrliche Zeiten, als noch ganze Sekten kollektiven Selbstmord begingen. Man müsste unter den Fundis aller Länder vielleicht wieder einmal etwas Werbung machen für diese elegante Art der Problemlösung.

Je mehr Fundis sich umbringen, desto besser. Sie sollten einfach nur ihresgleichen mitnehmen. Das Problem der Überbevölkerung wäre auf eine elegante und qualitätssichernde Weise gelöst.

Zum Krankheitsbild des Fundamentalisten: ihm fehlt die Dilemmakompetenz. Er kann nicht mit dem Dilemma umgehen, dass sich die Wahrheit anderer nicht zu 100% mit der seinen deckt. Einem wahren Fundi bleibt nur die Wahl zwischen Mord und Selbstmord. Ich empfehle aus therapeutischer Sicht unbedingt Selbstmord, aber bitte ohne andere ungefragt mitzunehmen.

Ich habe bis heute nicht herausgefunden, was attraktiv, liebenswert, ja nur schon von Interesse sein könnte an einem Menschen ohne Tierliebe?

Ein Mensch ohne Tierliebe ist wie ein Buch mit leeren Seiten, eine Mc Donald's-Schachtel ohne Burger, eine Sängerin ohne Stimme, Hardware ohne Software.

Den Zugang zum Menschen finden - über sein Tier, seine Liebe zum Tier. Wo sie fehlt, schwindet meine Motivation, ihn zu suchen. Den Zugang. Den Menschen.

'Aufrecht' am Menschen ist bestenfalls der Gang.

Gott hat Humor. Reicht als Beweis für diese These nicht schon, dass auch die schönsten Frauen seit 70'000 Jahren fast ununterbrochen SPRECHEN - und ein Ende nicht abzusehen ist?

Auch Gott macht Fehler. Sonst hätte er die Zank- und Zechgier Adams und die Krank- und Sprechsucht Evas zu vermeiden gewusst.

Vor 70'000 Jahren lernte die Menschin sprechen. Ehemänner und Diktatoren setzen seither alles daran, dies rückgängig zu machen. Mit geradezu berauschendem Misserfolg.

Vor 70'000 Jahren geschah etwas Schreckliches. Eva lernte sprechen. Laut verlässlichen Quellen soll im Himmel seit 69'999 Jahren ein Referendum dagegen pendent sein. Von Adam.

Vor 70'000 Jahren begann der bereits etwas mickriger behaarte Affe 'Homo sapiens' zu sprechen. Angesichts der zu Mord und Krieg führenden Missverständnisquote bei den Männern und der exorbitanten Telefonrechnungen bei den Frauen darf man sich fragen, ob das wirklich ein Fortschritt war. Denn Affe ist er geblieben. Bereits 'sapiens' war ein Missverständnis.

Der eigenverantwortliche, autarke, mündige Bürger ist akut vom Aussterben bedroht. Mit ihm verschwindet auch die Demokratie. Aber seid getrost, es braucht weder das eine noch das andere im sozialen Fürsorgestaat.

 

Januar 15

Beleidigtsein ist freiwillig - Erschossensein nicht.

Leben ist eine bedingungslos alles umfassende und durchdringende Präsenz
Ingeborg Weber

Unsere Sehnsucht nach Nähe ist die Sehnsucht, das zu sein, was ich in Wahrheit nicht nicht sein kann: eins mit allem, was ist.
Ingeborg Weber

Es gibt nichts, was man nicht missbrauchen könnte. Aber bei der Satire gehört der Missbrauch zum Programm. Dass irgendjemand das, was sie tut, 'missbräuchlich' findet, macht sie erst zur Satire. 'Überspitzung' ist nur eine neutralere Bezeichnung für 'Missbrauch'.

Ins Poesie-Album all der Empfindsamen, Respekt- und Verständnisvollen: Satire ist nix für euch! Meidet sie. Drückt die zarten Äuglein zu und flieht.

Satire ist der Versuch, den so liebevoll-schnucklig Verständnisvollen endlich etwas servieren zu können, was ihre vermeintlich unendliche Toleranz enden lässt.

Auf Gefühle muss der Rechtsstaat nur schon deshalb keine Rücksicht nehmen, weil sie immer vorgespielt sein können. Oder glaubt tatsächlich jemand, dass ein frohgemut mordendes Terroristli ein Sensibelchen sei, dessen religiöse Gefühle Anspruch auf zartfühlende Rücksicht haben?

Es reicht, wenn man sich als Individuum mit den Empf- und Bef-indlichkeiten der sensiblen Zart-Allergiker unter den Zeitgenossen herumschlagen muss. Der Rechtsstaat sollte sich aus diesem Ennui heraushalten.

Rechtsfolgen sollten an Fassbares, Beweisbares anknüpfen. Also nicht an sowas Wauscheliges wie 'Befindlichkeiten'.

Auf religiöse, weltanschauliche oder weiss was für Empfindlichkeiten kann man als Individuum Rücksicht nehmen. Der Staat higegen sollte sich davor hüten, will er ein Rechtsstaat sein.

Der sicherste Stolperstein für den Rechtsstaat ist, Emotionen mit Rechtsfolgen zu verknüpfen.

Sensibilitäten mögen etwas Schönes sein - aber sie gehen den Rechtsstaat nichts an. Er kann und soll keine Gefühle schützen. Aus dem einfachen Grund, weil sie nicht fassbar, nicht beweisbar sind.

Erstaunlich, dass so viele Menschen einem Hirnschlag erliegen. Dabei ist es doch bei den meisten ein Schlag ins Leere?

 

Dezember 14

Wer nur Kranke vorfindet auf der Welt, ist selbst krank. Wer nur Bedürftige wahrnimmt auf der Welt, ist selbst bedürftig. Wer nur Gewalt entdeckt auf der Welt, ist selbst ein Stück Gewalt. Und wer nur Scheisse sieht in der Welt, ist demzufolge?

'Nur wer Liebe in sich hat, kann im Aussen Liebe wahrnehmen' - klingt lieb, nicht? - 'Nur wer Schönheit in sich hat, kann im Aussen Schönheit wahrnehmen' - klingt schön, nicht? - Gilt aber auch für Scheisse! - Klingt scheisse, nicht?

Sag mir, was du wahrnimmst - und ich sage dir, was du bist.

 

November 14

Ihr Partei-Dummies: Wann lernt ihr endlich, euer Programm religiös einzufärben? Es kann so dumm sein, wie es will - und welches Parteiprogramm ist nicht dumm? - ihr erntet Respekt und segelt unter der Flagge von BV 15 sicher durch alle Untiefen.

Ecopop? Und dann für die economic Popperei nur noch bleiche, griesgrämige Helvetias in den 'Verrichtungsboxen'? (wo doch schon die Bezeichnung so schön anmächelig ist und etwas streng nach Nachthäfen mit grossem Geschäft drin riecht :-)

Tipp für die Mafiosi: Begründet euer Wirken mit religiöser Tradition - und ihr habt freie Bahn in der Schweiz!

Würden die Briten ihr Linksfahren religiös begründen - die Schweiz würde es ihnen möglich machen, ihre geliebte Tradition hier auszuleben!

Ein Furz bleibt ein Furz und stinkt zum Himmel, auch wenn er unter einem religiösen Umhang hervorquillt.

Ach lasst uns doch weiter an der Klitoris rumschnipseln - das gehört nun einfach zu unserem Brauchtum und - ja klar! - wir schnipseln streng religiös.

Eine vergewaltigte Frau ist nun mal bei uns nicht mehr verwendbar, also wird sie schön traditionsgemäss und nach religiösem Brauchtum rituell entsorgt. Steinigen ist übrigens eine praktische Sache, da ist die Sünderin nicht nur tot, sondern auch gleich unter dem Steinhäufchen nett begraben.

Der todsichere Tipp gegen das Altern: stirb jung!

 

Oktober 14

Der Kritisierende sagt mehr über sich selbst aus als über das Kritisierte. Der Verliebte auch.

Der Wahrnehmende, der sich über seine Wahrnehmungen kommunizierend und handelnd äussert, macht in allererster Linie eine Aussage über sich selbst, über seine eigene, kleine, individuelle Welt. Eine wohltuende These, wenn du im Fokus eines dich kritisierenden oder gar verurteilenden Wahrnehmenden stehst. Etwas ernüchternder ist sie, wenn demzufolge auch Komplimente und Lobhudeleien nur Ausdruck des Wahrnehmenden sind und keine Gültigkeit über die kleine Welt des sie Äussernden hinaus beanspruchen können.

 

September 14

Keine Einladung wird häufiger - und nachhaltiger - abgelehnt als die zum Denken.

Je seltener wir etwas tun, desto grösser die Chance, dass wir dabei Scheisse bauen. Dieser banale Konnex zeigt sich beim Grümpelturnier genau so wie beim Denken.

Womit verhüten Emanzen? - Mit dem Gesicht.
Oskar Lafontaine

Lache Missionare jedweder Provenienz aus - und schicke sie zum Teufel.

Gehorche nie - auch dann nicht, wenn es praktisch und bequem wäre.

Die Entwicklung des Indivuums kann begleitet, motivierend gefördert, belobigt werden von aussen - aber keine Macht der Welt kann sie erzwingen. Sie bleibt ein ureigener, freiwilliger Prozess.

Weder Drogen noch die Gewalt des Kollektivs lösen im Individuum echte Entwicklungsprozesse aus.

Verordnete Wege führen weder zu Weisheit noch zu Glück - und schon gar nicht zu Erleuchtung.

Die Katastrophe bahnt sich an, wenn Frauen Männern eine Frage stellen, die sie nicht mit 'JA' beantworten können.

Rede nicht mit Frauen, beglücke sie.

Frauen tauschen Gefühle aus, Männer Ventile.

Frauen suchen im Gespräche Empathie, Männer Lösungen. Deshalb sind Männer meistens schneller fertig mit reden.

Frauen können sich auch unterhalten, ohne die Sprache der andern zu verstehen. Für die Signalisierung von Empathie reicht Körpersprache vollauf.

Was haben Frauen und Politiker gemeinsam? - Man findet ihre Botschaft, so sie denn eine haben, nicht im Inhalt des Gesagten, sondern im Drumherum.

'Staatsmacht' - Deckmäntelchen für die Willkür von Despoten. Und Lieblingstool aller Linken.

In der Hofierung der 'Staatsmacht' treffen sich Diktatoren und linke Umverteiler.

Aus liberaler Sicht ist Sinn und Aufgabe der 'Staatsmacht', dafür zu sorgen, dass keiner sie über das notwendigste Mass hinaus vergrössern kann.

Staatsmachtvergrösserung bedeutet immer Freiheitsverkleinerung und bedarf deshalb ausgewogenster Begründung.

Die Gründe, die von Staatsmachtvergrösserern angeführt werden, hofieren regelmässig einseitig 'weibliche' Werte wie 'Sicherheit', 'Schutz', 'Friede', 'Gleichheit', 'Wohlbefinden', 'Wohlstand'. Die Überbewertung dieser Werte impliziert die Unterbewertung der 'männlichen' Werte wie 'Risiko', 'Abenteuer', 'Wettbewerb', 'Vielfalt', 'Härte', 'Mut' etc.

 

August 14

Lustig zu sehen, wie die westlichen Wohlfahrtsstaaten den 1989 vermeintlich beerdigten Kommunismus selbsttätig wieder einführen: Alle Macht dem umverteilenden Staat!

Für einen in der Wolle gefärbten Linken ist nur vom Staat zugewiesenes Geld sauber - selbst verdientes ist immer verdächtig und muss sofort umverteilt werden.

Niemand ist so geldfixiert wie die umverteilungsgierige Linke.

Linke träumen davon, dass man auch die Hirnmasse umverteilen könnte. Liberale wären schon zufrieden, wenn Eigenverantwortung und Leistungsbereitschaft flächendeckender verteilt wäre.

 

Juli 14

Nationalismus ist das Schmiermittel des Diktators. "Wir sind Weltmeister" und "Wir sind Papst" sind die harmlosen Plaudervorspiele für "Wir sind die überlegene Rasse" und "Wollt ihr den totalen Krieg?"

Der moderne Mensch verdrängt das Abenteuer des Seins und begnügt sich mit der Sucht des Habens.

Mit Gehorsam kommst du weit! - Weit nach unten.

Gehorsam ist die sicherste Methode, um jeglicher Entwicklung oder gar Erleuchtung aus dem Weg zu gehen.

Kollektive BE-Geisterung ist ein gefährlicher Euphemismus. Es sollte ENT-Geisterung heissen.

Kollektive Begeisterung führt zu exponentiellem Wachstum - von Kulturlosigkeit, Enthemmung und Verblödung.

Nichts lieben Diktatoren und ihre kleinen Nachäffer mehr als die kollektive Begeisterung ihrer 'Masse'. Sie wird dabei so herrlich dumm und manövrierbar.

Kollektive Begeisterung ist etwas Schönes. Sie legitimiert die permanente Denkabstinenz nicht nur des Pöbels, sondern auch derjenigen, die in nüchternem Zustand des Denkens fähig wären.

Denken ist eine Tätigkeit, die im Sozialstaat nicht nur unnötig, sondern sogar hinderlich ist.

 

Juni 14

Niveau sieht nur von unten wie Arroganz aus
Charlotte Sladek

Es gibt wohl kaum einen grösseren Irrtum eines Wesens, als sich für bedeutend zu halten. Bislang ist dieses Phänomen nur bei Menschen beobachtet worden...

Männer reden über Dinge und Taten, Frauen über Gefühle.

Männer fragen: "Was hast du vor?" - Frauen: "Wie fühlst du dich?"

Männer reden über das, was sie mit Wahrgenommenem unternehmen können, Frauen über die Gefühle, die Wahrgenommenes bei ihnen auslöst.

Tipp für Frauen: Verschont die Männer mit dem permanenten Stenogramm eurer Befindlichkeit.
Tipp für Männer: Verschont die Frauen mit euren unausgegoren-hochfliegenden Plänen.

Die weiche Umarmung durch den Sozialstaat erstickt still und leise die letzten Nachfahren der Freiheit.

 

Mai 14

Macht macht Mickrige mutig.

Macht macht nur Spass, wenn die Grenzen des Egos so dicht sind, dass das Aufgeblasene nicht entweicht.

Aufgeblasene unterdrücken Fürze nicht aus Höflichkeit, sondern aus Angst, dass ihnen die Luft entweicht und nichts übrig bleibt.

 

April 14

Machtmenschen haben keine Blase. Sie sind eine.

Auch wenn Putin versucht, sich einen Stalin-Schnauz wachsen zu lassen, bleibt er doch, was er immer war: eine mickrige Pute, die gerne eine Gans geworden wäre.

Möglichst viele und vieles umbringen zu lassen hilft, wenigstens als Schandfleck in die Geschichte einzugehen. "Immerhin!", sagen sich Putin und viele andere kleine Möchtegern-Adölflis.

Nichts ist politisch erfolgreicher als der Mut zur Dummheit. Die Insassen fühlen sich abgeholt - genau dort, wo sie gerade sind.

Mit Gesetzesfülle ist es wie mit Leibesfülle: beides ist hinderlich, wenn man Abenteuer erleben will. Aber wer will das heute noch?

Regeldichte und Entwicklungsstand einer Gemeinschaft sind umgekehrt proportional und interdependent miteinander verknüpft.Jede Regel trägt zur Abnahme des Entwicklungsstands bei - und jeder Entwicklungsschritt macht Regeln überflüssig.

Früher gab es Kinder und Erwachsene. Heute gibt es nur noch eine gleichförmige Masse von Insassen - und ein paar gerissene Heimleiter.

Was man ermangelt, wertet man zu hoch. Deshalb sind Linke so geldgierig.

Man muss den Doofen nicht ständig sagen, dass sie doof sind. Denen, die es selbst schon wissen, tut die Bestätigung von aussen unnötig weh. Und denen, die es noch nicht wissen, entreisst man das vielleicht einzige Glück: sich selbst Idol zu sein.

 

März 14

Für den Schwachen ist Harmonie dann gegeben, wenn alle anderen seine Ansichten teilen.

Wer bei jedem Denk-Anstoss um Hilfe schreit, muss wohl ein wackliges Fundament haben?

Je schwächer eine Persönlichkeit, desto schwerer tut sie sich mit Kritik.

Feinde sind das Brot jeder Diktatur
Michail Schischkin, ukrainisch-russischer Schriftsteller

Eine Diktatur stirbt, wenn sie beginnt, an ihre eigenen Lügen zu glauben.
Michail Schischkin

Viele halten sich für grosse Leuchten, nur weil sie von Sch(m)eissfliegen umschwärmt werden.

Sinn ist nicht einfach da. Man muss ihn stiften.

Stiftungen sind meist eine gute Sache. Für die klugste Stiftung halte ich die, bei der jeder als Stifter auftreten kann: Die Sinn-Stiftung.

Die potenteste Stiftung ist die Sinn-Stiftung. Ihr Vermögen wächst, je mehr man von ihrem Substrat nutzt.

Es ist nicht wichtig, ob jemand (und wenn ja: wer?) in der Welt Sinn versteckt hat. Wichtig ist nur, dass DU ihn findest. Deinen Sinn für Dein Leben in Deiner Welt.

Dummheit ist die etwas weniger beliebte Schwester des Vergessens.
(Mehr dazu...)

Die meisten Helvetier verstehen von IroNIE nur die letzte Silbe.

Der Opfer-Status ist 'Ende des Locheisens': tiefer hinunter geht's nicht mehr.

 

Februar 14

Stossseufzer eines noch nicht schwulen Mannes:
"Lieber nah mit tausend Wespen, als mit militanten Lesben!"

Männer reden über Abenteuer, Frauen über Gefühle. Reden ist offenbar nicht das Sinn(en)vollste, was sie miteinander tun können.

Kontingente sollte es nicht nur für die Masseneinwanderung, sondern auch für die Massen massloser Gefühlsexpressionen geben, mit denen Männer von Frauen eingedeckt werden.

Freiheit ist nicht einfach da. Man muss sie erkämpfen. Täglich. Auch gegenüber sich selbst.

Deinen Gefühlen freien Lauf lassen kannst du vielleicht bei Schatzi, Mutti, auf Facebook oder in der Selbsthilfegruppe - aber nie dort, wo du als Profi ernst genommen werden willst.

Professionalism controls feelings - feelings kill professionalism.

Januar 14

Fäulnis erzeugt Wärme - im Miststock wie im Sozialstaat. Ziel ist die Verrottung, zumindest beim Miststock.

Die Wärme, die bei Fäulnisprozessen entsteht, kann angenehm, ja sogar nützlich sein. Trotzdem zielt der Fäulnisprozess auf vollständige Verrottung. Das gilt sowohl für den Miststock wie für den Sozialstaat.

Dummheit hat, aus einer genügend grossen Distanz betrachtet, auch etwas Rührendes, Herziges, oft unfreiwillig Humorvolles. Und nirgends lässt sie sich schöner beobachten als beim Menschen.

Man kann MUT-TER auch als Komparativ von MUT lesen

Der Sozialstaat sorgt für alles - ausser für Sinn

Die Parallele zum fanatischen Islam ist im Westen der fanatische Sozialismus. Wer ihn zu hinterfragen wagt, wird als Ketzer gebrandmarkt. So fern sind das Mittelalter und die Inquisition doch gar nicht?

 

Dezember 13

Beziehungen sind immer problematisch. Sind sie es nicht, handelt es sich nicht mehr um Beziehungen.

Jede Wahrnehmung eröffnet eine Beziehungsproblematik. Solange wir wahrnehmen, sollten wir also Spass am Lösen von Problemen haben. Wer sie lieber vermeidet oder verdrängt, nimmt am besten gar nichts mehr wahr. Die Dementen und die Insassen von Wohlfahrtsstaaten haben das begriffen.

Wenn der Spass am Problemlösen 'a Loch' hat, wie der Bayer sagt, dann löst man sich am besten vom eigenständigen Lösen, auch vom Wasserlösen in 'a Loch' - und löst sich auf in die wohlige Demenz des Sozialstaatsinsassen. Der letzte, schöne, im doppelten Sinne stimmige Gedanke des sich Auflösenden: 'Das ist die ultimative Lösung!'

'Unterscheidbarkeit' ist die in die Semantik übertragene Geometrie der Sinuskurve.

 

November 13

Zwang führt entweder zu Widerstand, zum Tod oder in die Demenz. Der sozialstaatliche Zwang scheint die Demenz zu favorisieren.

Wenn das Kollektiv darauf bedacht ist, dass jeder so weit wie möglich das ihm Gemässe anstreben und leben kann, entsteht freiwillige Solidarität. Wenn das Kollektiv hingegen versucht, Gleichheit zu erzwingen, stirbt jegliche Freiwilligkeit.

Ins Poesialbum linker Politiker: 'Suum cuique' statt 'égalité' - Jedem das ihm Gemässe statt 'Gleichheit'.

"Jeder soll das Seine tun, und zwar in Art und Umfang so, wie es seinem Wesen, seinen Möglichkeiten und den individuellen Umständen entspricht." (Platon, Politeia IV, 433a)

War der Täter zuerst da oder das Opfer? Oder kamen sie als Zwillinge zur Welt? Eineiige? Verwechselbare? Austauschbare?

Führt die überquellende Pferdeliebe dazu, dass wir unsere geliebten Tiere so gern auf Turnieren zeigen wollen? Oder führt die Turnierteilnahme, zum Beispiel das gegenseitig auf Gedeih und Verderb aufeinander Angewiesensein in der Geländeprüfung, erst dazu, dass die Liebe zu unseren Pferden so überquellend gross wird? Oder stimmt beides und schaukelt sich gegenseitig zu immer grösserer Intensität auf? - Und ist die Antwort auf diese Fragen vielleicht viel weniger wichtig als das Erlebnis?

Singen Kater in der Brunft so steinerweichend, weil sie wissen, dass Katzen nicht gut zu Vögeln sind?

 

Oktober 13

"Jupiii, wir sind vollkommen frei! Frei von Freiheit!" kreischte der Anhänger und umarmte Kim Jong Un, Putin und Jinping. Er hörte nur noch "Päng!"

Wenn wir die letzte Freiheit dem so lieben, so fürsorglichen, für uns alles regelnden Wohlfahrtsstaat vermacht haben, sind wir erst wirklich frei und unbelastet: frei von all den anstrengenden, mit so popeligem Zeugs wie Verantwortung verbundenen Freiheiten.

Die Insassen moderner Fürsorgestaaten sind unheimlich frei: frei von jeglicher Freiheit.

Eine Demokratie kann man nicht einfach einrichten. Die Bürger müssen demokratiefähig sein - und können diese Kompetenz auch wieder verlieren, wie wir es gerade in den dekadenten westlichen Wohlfahrtsstaaten sehen, in denen die Stimmbeteiligung gegen Null sinkt und die ehemaligen Bürger zu freiheitsfreien Insassen, der Staat zur alles regulierenden Fürsorgeeinrichtung verkommt.

Früher waren Folterknechte und Henker die gnadenlosesten Mitbürger. Heute sind es weltweit die Steuereintreiber.

Geld für den Staat einzutreiben zählt in unserer Zeit zu den stärksten Legitimationen für Verbrechen.

Das einzige, worin sich alle Staaten weltweit heute einig zu sein scheinen, ist, dass die ganze Skala der Verbrechen benutzt werden darf, wenn es darum geht, Steuern und Abgaben einzutreiben.

Diebe, Hehler, Verräter wurden und werden in jungen, starken und gesunden Kollektiven gesellschaftlich geächtet und bestraft. In unseren sozialen Talfahrtsstaaten werden sie zu Helden emporstilisiert und teuer bezahlt.

Beleidigt sein ist herrlich. Es entbindet von Arbeit, Kommunikation, Auseinandersetzung - und die Dummys bemitleiden uns sogar und helfen, den Beleidiger abzumurksen

Und wenn nun die Aussenwelt nur eine Ausstülpung unserer Innenwelt wäre? - Scheisse! Dann wäre ja all die Scheisse, die wir wahrnehmen, unsere eigene?! Sofort in die Eso-Ecke mit dieser Scheiss-Theorie :-)

Er schiss auf den Weg, ging weg, kehrte zurück und entrüstete sich über die Beschissenheit der Welt. Seiner Welt. Er hatte schon vergessen, woher sie stammte. Die Beschissenheit. Die Welt.

Denken ist eine Berufstätigkeit, die man lernen und üben muss wie jede andere auch. Aber sie ist unzeitgemäss, nicht mehr gefragt und damit unökonomisch, ja überflüssig geworden und wird nur noch von wenigen Unangepassten ausgeübt. Der fürsorgliche Nanny-Staat und seine Apparatschiks ersparen seinen Insassen auch diese nicht ungefährliche und anstrengende Betätigung. Lieb, nicht?

Schön sein und auf der Bühne mit irgendwas ein wenig brillieren - ist die Verzierung aus Zuckerguss; die Substanz des Leb-Kuchens ist Einsatz, Fleiss und Verlässlichkeit.

Wer Gehorsam verlangt, hat als Motivator versagt.

Blinder Gehorsam zeugt von der Dummheit dessen, der ihn leistet, und von der Dreistigkeit dessen, der ihn fordert

Gehorsam fordern darfst du nur, wenn der längere Weg über Information und Motivation zu grösserem Schaden führt als zu dem, der durch hirnloses Ausführen deiner Forderungen durch den Befehlsempfänger entsteht.

 

September 13

Angst ist kein Zustand, sondern eine Aufgabe.

Mit Ängsten ist es wie mit Bandwürmern oder dem Spontanbesuch von Tante Erna: Es bringt wenig, ihre Existenz zu leugnen, aber viel, die Aufgabe zu erkennen und anzupacken: nämlich sie so schnell und nachhaltig wie möglich loszuwerden.

Die Lust am Machtmissbrauch, dieses geile Gefühl, andere Wesen nach unserer Pfeife tanzen zu lassen, ohne dass sie eine Wahl haben, nicht oder anders zu tanzen, ist vielleicht die häufigste Motivation wenig entwickelter Menschen, sich auf ein Pferd zu setzen oder eine Machtposition in irgendeinem Kollektiv einzunehmen.

 

August 13

Die, die glauben, glauben zu wissen, wogegen die, die wissen, wissen, dass sie nur glauben.

Die exponentielle Zunahme der Höhergewichtung der Sicherheit gegenüber der Freiheit führt geradewegs in den totalen Staat. Wir sind schon nahe am Ziel.

Staatliche Fürsorge ist so teuer, dass sie all denen, die ohne diese Einrichtungen wunderbar über die Runden kämen, soviel wegnimmt, dass sie am Ende waseliwas brauchen? Staatliche Fürsorge natürlich.

 

Juli 13

Der soziale Wohlfahrtsstaat macht aus Bürgern Insassen.

Insassen sind sicherer als Bürger. Ihre Fenster sind vergittert.

Fürsorge kriegt der Geringgeschätzte. So gesehen wird klar, was der liebe soziale Wohlfahrtsstaat von seinen Insassen hält.

Hinter säuselnder Fürsorge steckt der überhebliche Gedanke, dass die Empfänger der Fürsorge zu unfähig, zu dumm, zu verantwortungsscheu, zu blöd, zu schwach seien, um ohne die ungefragt aufgedrängte Hilfe mit dem Leben zurecht zu kommen.

Für den Erwachsenen, Mündigen und Eigenverantwortlichen ist ungebetene staatliche Fürsorge Ausdruck der Geringschätzung und damit eine Beleidigung.

Staatliche Fürsorge nimmt dem Wanderer den Rucksack ab, gibt ihm Krücken oder hievt ihn in die Seilbahn - ohne dass der frohe Wandersmann gefragt wurde oder er gar darum gebeten hätte.

Mit Fürsorge sollten wir sparsam umgehen und nach Möglichkeit immer wieder fragen, ob sie noch gewünscht und gebraucht wird. Sie kann immer auch als Ausdruck der Geringschätzung aufgefasst werden.

 

Juni 13

"Happiness and paradise are beyond your brain!" - Dumm nur, wenn mangels 'Brain' auch kein 'Beyond' zu finden ist...

Leben heisst Balancieren zwischen der Trittsicherheit des Ichs und der Unsteuerbarkeit des Selbst

 

Mai 13

Absolute Gleichheit gibt es nicht. Und sie lässt sich auch nicht herstellen, weder mit Zuckerbrot noch mit Peitsche.

'Identität', 'Gleichheit' ist ein zutiefst naturfremdes Konzept, eine vereinfachende Setzung, die es nur in von Menschen erfundenen Spielen und Systemen gibt und die ihm in seiner Unbedarftheit helfen soll, mit der komplexen 'Welt' zurecht zu kommen.

Der lächerlichste Euphemismus, den die Menschen - in seltener Einigkeit - in allen Sprachen gebildet haben, ist die realitätsfremde Füllung des Adjektivs 'menschlich' mit Schalmeienklang statt mit Foltergeschrei.

Du bist einzigartig, denn du bist der Einzige, der die Welt so sieht, wie du sie siehst.

Weise Eltern setzen dem Nachwuchs immer wieder mal Grenzen, die zur Übertretung einladen.

Das Sinn(en)reichste an Verboten ist die Lust, die uns bereits beim Gedanken an ihre Übertretung durchrieselt.

Regeln fördern in wachen Geistern die kreative Energie zu ihrer Umgehung.

Regeln erzeugen Ungerechtigkeit. Die Folge ist ohnmächtiges Hinnehmen bei den einen, Hass, Wut, Kampf, Umsturz bei den Zweiten - und das kreative Potenzial, Strategien zu ihrer Umgehung zu entwickeln, bei den schlauen Dritten.

Männer, lernt endlich, dass die Frauen Verständnis wollen von euch, auch und insbesondere und gerade dann, wenn ihr weder den Hauch einer Ahnung noch den leisesten Schimmer habt, was ihr verstehen solltet.

Wenn Frauen klagen, wollen sie keine Problemlösungsangebote, ihr übereifrigen Männer, sondern eine verständnisvolle Umarmung - sie merken es nicht, dass ihr sie nicht versteht, aber sie merken es, wenn ihr sie beim Umarmen so dreht, dass ihr die Sportsendung weiter kucken könnt...

 

April 13

Der Mensch mag ein Ungeheuer sein - aber sogar als Ungeheuer ist er primär eines: lächerlich.

Der Unterschied zwischen Mensch und Tier: Tiere sind lustig, Menschen lächerlich.

Das Beste, was man mit Ängsten machen kann, ist sie zu verlachen - auch und gerade, wenn man selbst der Geängstigte ist.

Das Dümmste, was Angstvolle mit Ängsten machen können, ist, sie ernst zu nehmen. Es nützt höchstens denen, die mit Ängsten ihr Geld verdienen - und das sind zugegebenermassen nicht wenige.

Wer nicht kämpft, ist ein Feigling. Wer kämpft, nimmt sich zu wichtig. Dazwischen liegt achtsames, heiter-gelassenes Tun.

Regeln sind etwas Geniales: sie ersparen dem Denkfaulen das Denken so nachhaltig, dass er schliesslich ganz darauf verzichten kann.

Der letzte Akt des freien Willens, den die neunmalklugen Neurologen inzwischen abgeschafft haben, ist der freiwillige Verzicht auf die Freiheit, die wir hatten, bevor wir zu vor uns selbst geschützten Insassen totaler Nannystates wurden.

Zu den Segnungen des Sozialstaates gehört es, dass alte Leute, die nichts mehr beitragen zur Gemeinschaft und die sich früher einfach hinlegten und starben, heute nochmals 20 bis 30 Jahre rumeiern und schauen, ob sie nicht irgendeinen von denen anzeigen könnten, die sich abrackern, um ihnen zu ermöglichen, jemanden anzuzeigen, der sich abrackert, um ihnen zu ermöglichen, jemanden anzuzeigen, der sich....

Weisst du, warum es in Afrika keine Hartz IV-Empfänger gibt? - Weil dort die Leute, die nix, aber auch gar nix mehr tun können oder wollen, sich ganz teamorientiert und sozialbewusst hinlegen und in die ewigen Jagdgründe rüberwechseln.

Der jüngste Coup der Missions-Freaks:sie reichen dir kurz so liebenswerte Zeitgenossen wie Kim Jong Un zur Brust. - Eine Bieridee? Na ja, wenn du auf diesem Weg nicht fromm wirst, ist bei dir Hopfen und Malz verloren.

Da soll mir keiner die stupende Entwicklung der letzten viertausend Jahre schlecht reden! Nun kuck dir mal einen mageren Steinzeitmenschen mit seinem schäbigen Knochenmesser an und dann den erleuchtungsumflorten Kim Jong Un mit den cellulitisangereicherten Pfausbacken und seinem uranzigen Bömbeli. Heheeee - wenn das kein Kultursprung ist?

Das Gesicht, das du am häufigsten antriffst hierzulande, ist das Opfer-Gesicht: diese verhärmten Visagen mit der Mixtur aus Schuldvorwurf an die Gesamtwelt und Ohnmacht. Ob dies ein Grund ist, dass die Schweizer bei den Erotik-Statistiken und beim Kinderkriegen so schlecht abschneiden?

Viele verfügen über Vermögen - aber wer hat abstraktes Denk-Vermögen?

März 13

Diktatoren-Erotik: mit dem Mittelfinger an der Klitoris der Macht...

Macht ist immer dann was grandios Geiles, wenn man keinen Finger für sie krümmen muss.

Februar 13

Das Wörtchen 'absolut' eignet sich für die Werbung und für den Small-talk einfacher Menschen.

Wer 'absolut' stammelt und es ernst meint, ordnet sich freiwillig bei den Dummies ein. Wer es nicht ernst meint, ist ein Popenmullah, ein Politiker, ein Werber oder sonst ein Berufsflunkerer.

Erwartungen sind immer dann etwas Grossartiges, wenn man keine hat.

Macht macht manche Möpse muffig-mies...

 

Januar 13

Angstüberwindung ist eine reine Motivationsfrage

 

Dezember 12

Lernen ist Spielen, Tun als ob, bis das 'als ob' verblasst und die Spielfigur einen Stammplatz in unserem Team erhält und nicht mehr so leicht verkauft werden kann.

 

November 12

"Der Wunder sind viele.
Der Wunder grösstes aber ist der Mensch,
Der den Terrier gezähmt, die Hecke gestutzt
Und das Prinzip der Giesskanne erfasst hat."
Derek Mahon

 

Oktober 12

Je dümmer eine Regel, desto verzweifelter versucht der sie Erlassenhabende ihre Einhaltung zu erzwingen. So gesehen zählen die Regeln gegen Gotteslästerung wohl zu den dümmsten.

Wenn Feiglinge, Weicheier, Petzer, Verräter, Whistleblower beginnen, sich in Selbsthilfegruppen zu organisieren, so könnte man das schon fast als mutig bezeichnen: es sieht doch fast so aus, als stünden sie zu ihrem windigen Charakter und suchten gleichermassen vom Schicksal Benachteiligte. Bei näherem Hinsehen sind sie aber sogar stolz auf ihre Mickrigkeit und wollen staatlichen Schutz, Kohle und Applaus. Und kriegen alles. Was immerhin zeigt, dass solche Staaten ihnen an Dummheit noch ein paar Längen voraus sind.

 

September 12

Ein Terrorist braucht keinen Mut – Dummheit reicht.

Die grösste Leistung des Kommunismus ist die nachhaltige Ausrottung der Eigenverantwortung. Die sozialen Wohlfahrtsstaaten sind auf dem besten Weg zum selben Ziel.

Nationalgefühl ist etwas Angelerntes und taugt bestenfalls für Fussballspiele. Am lächerlichsten wirkt es, wenn es nicht mal in der eigenen Sprache daherkommt: wieviel 'Swissness' darf's denn sein?

Regeln, Gebote, Gesetze sind der lächerliche Versuch des Menschen, die Tatsache zu verdrängen, dass es nichts beweisbar Allgemeingültiges gibt: wissenschaftliche Aussagen sind per definitionem falsifizierbar, religiöse nie nachprüfbar.

Regeln dienen nicht, wie immer geleiert wird, dem reibungslosen Miteinander in einem Kollektiv. Sie schaffen erst die Reibung und das Auseinander, da sie dem Einzelfall gerade wegen ihres Allgemeingültigkeitsanspruchs nie gerecht werden können.

Der Mensch braucht Regeln, damit er andere steinigen kann.

Nichts ist verdächtiger, als wenn irgendeine krude Missetat wie die Klitorisbeschneidung religiös verbrämt wird. Religiöse Legitimationsversuche verdienen nicht mehr Respekt als jede andere faule Ausrede, für Machtmissbrauch, Folter, Mord und Völkermord. Sie haben meines Erachtens sogar das Zeug dazu, den Spitzenplatz der faulsten aller denkbaren Ausreden zu erklimmen.

Respekt vor religiös begründeten Straftaten ist eine doppelte Einladung: Straftaten zu begehen und Religionen zu gründen, in denen die begangene - oder zu begehende - Straftat dann eben als ein heiliges, Jahrtausende altes Ritual verkauft wird.

Die Fähigkeit, sich an etwas zu erinnern, ist ein Evolutionsprodukt zur Optimierung des Handelns in der Gegenwart - und nicht zum Jetzt-vergessenen Baden in sentimental-pathetischem Altkram.

Und wieder trafen sich die Kriegsveteranen und erzählten von ihren Heldentaten im afghanischen Busch. Sie bemerkten den Amokläufer erst, als es nichts mehr zu bemerken gab...

 

August 12

Die Zunahme deiner Weisheit läuft parallel zur Abnahme deiner Absolutheitsansprüche.

Je unsicherer du dir einer Sache bist, desto grösser das Bedürfnis, dich an absolute Wahrheiten, unumstössliche Richtigkeiten, an unhinterfragbar 'gesichertes Wissen' anzulehnen, um die nagenden Zweifel besser verdrängen zu können.

Der ganz Simple und der ganz Weise brauchen keine absoluten Wahrheiten. Aber die vielen Halbschlauen....

Schwache Persönlichkeiten brauchen absolute Wahrheiten.
So gesehen zählen Diktatoren, Fundamentalisten, Fanatiker und Absolutheitsansprüche stellende Wissenschaftler zu den am wenigsten entwickelten Exemplaren unserer Species - völlig unabhängig von äusserer Macht und vermeintlicher Bedeutung.

Fanatiker altern schneller - sofern sie dazu kommen.

Fanatiker, Fundis und andere Absolutheitsansprüchler erkennt man leicht an der permanent schlechten Laune. Denn es gibt immer irgendwo in einer lausigen Ecke des Universums einen noch nicht Bekehrten, über den man sich ärgern muss.

Diktatoren sind eigentlich arme Siechen. Sie können Mauern himmelwärts ziehen, fangen, foltern, vierteilen und verrecken lassen, soviel und soviele sie wollen - sie bleiben doch immer das, was sie als Kinder schon waren: lächerlich.

Nichts möchte ein Diktator weniger - und nichts klebt untrennbarer an ihm als seine Lächerlichkeit. Deshalb fürchtet er die Hofnarren, die Chaplins, die ihn zum Objekt homerischen Gelächters machen.

Tragfähig und nachhaltig an einer Paar-Beziehung ist die Freundschaft. Ohne sie ist beim Versickern der erotischen Euphorie fertig-ende-aus.

Aufschlussreicher als die gern erzählte Story, wie Paare zueinander fanden, ist die, wie sie auseinander gingen.

Sage mir, wie du mit meinen Vorgängern umspringst - und ich sage dir, ob ich mich überhaupt auf den Kuh-Handel einlasse.

Zeige mir, wie Beziehungen bei dir enden - und ich weiss, ob unsere überhaupt beginnt.

Schau deiner aktuellen Geliebten nicht ins Décolleté, schau, wie sie über ihre Ex-Partner spricht und ob sie ihnen noch freundschaftlich verbunden ist. Wenn nicht, zieh Leine, solange das noch ohne grösseren Schaden geht.

Kommunikationsverweigerung ist die modischste Form von Feigheit.

Juli 12

Mit Frauen ist es wie mit anderen Genussmitteln: Man(n) sollte sie massvoll zu sich nehmen...

Jede Frau - und sei sie noch so gebunden - geniesst es, wenn du ihr sagst, dass du dich nach ihr verzehrst, dich auf deinem Lager in Gedanken an sie ruhelos herumwirfst. Kompliziert wird es erst, wenn du aus ihrem seligen Lächeln den Fehlschluss ziehst, du könnest sie jetzt - nach all dem inneren Verzehr - auch ein klitzekleines Bisschen anknabbern.

Nähe ist immer kompliziert, in steigernder Intensität mit Dingen, Pflanzen, Tieren, Männern und - für Männer am kompliziertesten - mit Frauen. Soll Nähe immer wieder möglich werden, muss sie durch heilende Distanz ausbalanciert werden.

Wehe dir Verruchter, du nimmst eine Frau nur als Frau wahr! Und noch viel mehr wehe dir, dich in die Wohlanständigkeit und Intellektualität Flüchtender, du nimmst sie nicht als Frau wahr!

Das einzige, was noch anstrengender, frustrierender, entglückender, lähmender, tödlicher, komplizierter und lebenslusthemmender ist, als eine Frau, ist keine Frau.

Wenn jemand bei der ersten Begegnung unfreundlich ist zu dir, ohne dass du ihm den geringsten Anlass dafür gegeben hast, dann bist du entweder in Berlin oder hast einen Beamten vor dir - oder, Gott sei dir gnädig: beides!

Beamte sind zum Schutze des Volkes da, wurde mir gesagt. Wenn es in Bälde nur noch Beamte gibt: wer ist dann 'das Volk'?

Beamtenmord lohnt nicht. Es ist wie mit den Drachen: schlag einem den Kopf ab und es wachsen sofort sieben neue nach.

Kennen Sie den Unterschied zwischen Stechmücken und Beamten? - Die Beamten sind noch zu faul zum Rumfliegen. Sie quälen im Sitzen.

Mit Fliegen, Mücken und Bremsen ist es wie mit Beamten: ihr einziger, aber auf's Ganze gesehen eben doch wichtiger Daseinszweck ist es, die übrigen Lebewesen auf unserem Planeten zu ärgern - und es ihnen damit leichter zu machen, einverstanden zu sein mit ihrer Sterblichkeit, mit der eigentlich so gesehen doch frohen Botschaft, dass bislang niemand ewig unter diesen zwei- bzw. sechsbeinigen Quälgeistern zu leiden hatte.

Der eigenverantwortliche Liberale hat den Mut, unstimmige Regeln und stupide Verbote zu missachten - und die Kraft, die Missbilligung der Pharisäer und das ordinäre Geschrei der Masse an sich abperlen zu lassen.

In Bälde kriegt jedes Neugeborene vom Staat auch gleich den Rollstuhl geliefert. Im sozialen Talfahrtsstaat braucht es für eine Behinderung weder Unfall noch Krankheit - ausser man betrachte Entmündigung und Verblödung als Unfall.

Autoritätsanmassung ist der häufigste Straftatbestand, der nicht geahndet wird, weil die Klageberechtigten zu feig, zu faul oder zu fromm sind.

Das Übelste an Autoritätsanmassungen ist ihre Akzeptanz durch die verblödeten, verfetteten, im Rollstuhl des Sozialstaats einhergleitenden Entmündigten.

Jede Anmassung von Autorität ist per se verdächtig und gehört schärfstens kontrolliert, hinterfragt und immer wieder zurechtgestutzt. Dies gilt insbesondere dort, wo Gewohnheit, Tradition oder - am übelsten - das Seelenheil als Rechtfertigungsgründe vorgeschoben werden.

Die höchste Form der Dummheit ist der Gehorsam. So gesehen sind die Deutschen einmal mehr ganz vorne mit dabei.

Was den Menschen auszeichnet, ist die Möglichkeit des Ungehorsams. Leider wird sie selten genutzt.

Es gäbe keine Diktatoren, würden die Schafe sie rechtzeitig umlegen, statt ihnen hinterherlaufen.

'Wahr-heit' ist eine Schimäre, geboren aus der Manipulationsgeilheit des Menschen. Alle anderen Wesenheiten begnügen sich mit 'Wahr-nehmung'

Der geistig Autonome und Selbstsichere hat den Mut, jede Wahrnehmungsinterpretation - sei es eine eigene oder eine fremde - in Frage zu stellen. Man trifft ihn etwa so häufig an wie eierlegende Wollmilchsäue auf fliegenden Teppichen.

Dissens ist der Motor der Erkenntnis. Und nichts bringt ihn mehr zum Stottern als der soziale Wohlfahrtsstaat mit seinem Zwang zum Konsens.

Gleichmacherei und staatliche Abzockerei sind noch die harmloseren Fratzen des sozialen Wohlfahrtsstaats. Die hässlichste ist die organisierte Vergewaltigung zum Konsens.

Die Diktatur der Mehrheit ist die grösste Katastrophe. Ausser der Diktatur der Minderheit oder eines Einzelnen.

Die Diktatur der Mehrheit produziert haufenweise Unsinn, zeitgeistigen Modekram und langweiligste Biederkeit, aber sie ist zumindest tendenziell resistenter gegen Fanatismus als alle anderen Diktaturen.

Viel schlimmer als der Mord aufgrund von Emotionen ist der Mord aufgrund von Gehorsam.

Gehorchen ist immer dumm. Richtig gefährlich wird Gehorsam, wenn er freiwillig, vorauseilend erfolgt und dem Staat, der Wissenschaft, der Religion oder einer anderen ideologischen Institution geleistet wird.

Tipp für Männer: beschränkt euch in der Kommunikation mit Frauen auf "Okay, ich verstehe!" - Es ist der einzige Satz, mit dem ihr immer gut ankommt. Auch und gerade dann, wenn ihr das Gesagte weder versteht noch 'okay' findet.

 

Juni 12

Das Belämmernde am 'gläsernen Bürger' ist die Leere, die sichtbar wird.

Es braucht Mut, öffentlich eine andere als die 'herrschende' Meinung zu vertreten. Noch viel mehr Mut braucht es, die eigenen, bislang für absolut gehaltenen 'Wahrheiten' zu hinterfragen.

Aussagen über 'die Welt' sind nur deshalb interessant, weil sie dir etwas über den Aussagenden verraten. Über 'die Welt' erfährst du nichts Neues, nur über 'dessen Welt' - und vielleicht noch, warum sie nicht die deine ist.

Das ganze Geblök der Menschen zu ihren Wahr-Nehmungen - dem, was sie als 'wahr' hernehmen - sagt nichts über 'die Welt', aber alles über die Blökenden

Suchst du eine unkomplizierte Frau? - Kauf dir eine Labrador-Hündin. Wobei auch da zu beachten ist....

 

Mai 12

EIN-Sicht: es gibt nie nur EINE Sicht, das EINE zu sehen. Es gibt unzählige Sichten auf Teile des EINEN, aber KEINE umfängliche Sicht auf das EINE, denn das EINE kann nicht geschaut werden, da es ausserhalb des EINEN nichts gibt, das schauen könnte. So gibt es auch KEINE Aussage über das EINE, kein Bildnis, nur Gestammel, Torsi und Stückwerk.

Das Vertrauen irgend etwas gegenüber - einem Menschen, einem Kollektiv, einer Idee, einer Sache, einem Tier, dem Leben, dem Universum, Gott gegenüber - geht regelmässig dann verloren, wenn der Vertrauende die Ent-Täuschung, den Wegfall einer Täuschung, als nicht richtig, nicht sinntragend ablehnt und die Verantwortung für diese seine Wahrnehmungsinterpretation nicht übernimmt.

Das Urvertrauen ins Leben gründet wesentlich auf der Haltung, alles, was uns widerfährt, als sinntragend anzunehmen.

Nur der Mensch kann sich lebenslängliches Wundenlecken leisten.

Er leckte seine Wunden so lange, so ausgiebig und so konzentriert, dass er den rückwärts fahrenden Bagger gar nicht bemerkte, der auf ihn zurollte. Noch im Sterben röchelte er: "Staaaat!!!"

Entrüstung - das Entfernen der Rüstung rund um unser Inneres - gehört, so lächerlich sie meist daherkommt, offenbar für das gemeine Volk zur Seelenhygiene. Könnte man diese Notdurft - wie die andere - nicht vornehmlich privat und immissionsarm für die (zu) nahe Stehenden in dafür vorgesehenen 'Restrooms' erledigen, anstatt sie noch medial, politisch oder gar religiös zu multiplizieren?

Über Selbstmitleid und Stuhlgang sollte man nur mit dem Arzt sprechen.

Selbstmitleid, Gejammer und sein höchstpersönliches Leiden an der Welt koordiniert man am besten mit dem Stuhlgang. So spart man Zeit und schützt die Umwelt vor den damit verbundenen Immissionen.

Die erfolgversprechendste Methode, anstelle der Feinde die besten Freunde in die Flucht zu schlagen, ist Jammern ohn' Unterlass.

Männer tauschen Dinge und Ideen aus, Frauen Befindlichkeiten.

Die These, dass jeder durch seine Wahrnehmungsinterpretation seine eigene Welt schafft, kann nur schon deshalb nicht stimmen, weil sie die Lieblingstätigkeit der Menschen - das Schimpfen und Jammern über 'die' Welt - als eine nicht abreissende Serie Championsleague-würdiger Eigentore demaskierte.

 

April 12
Eine einzige für absolut gehaltene Wahrnehmungsinterpretation eines einzigen Menschen kann alles in Rauch aufgehen lassen. Vielleicht sollte man den Dummerchen doch mal zwischenzeitlich die Streichhölzer aus der Hand nehmen, bis sich das dusslige Menschenhirn etwas weiter entwickelt hat?

März 12
"Tat Twam Asi" - Schlüssel für ein abenteuerliches, lehrreiches, humorvolles und glückliches Leben. Schade kann heute kein Schwein mehr Sanskrit.

Februar 12
Bislang ist das Phänomen des Fundamentalismus, des für absolut wahr Haltens einer Wahrnehmung, nur bei Menschen bekannt. Könnte es sein, dass man ein schlaueres Weltbild erhielte, wenn man die Pyramide Darwins um 90 Grad drehte?

Januar 12
Freiheit ist das Abenteuer, Wahrheit im Plural auszuhalten.

 

Dezember 11

Ein Mangel verschwindet erst, wenn wir die Lektion gelernt haben, die er uns vermitteln will. Wenn wir ihn ohne Lernprozess zum Verschwinden zu bringen trachten, verwandelt er sich - in einen anderen Mangel.

Denken ist ein Luxus für Fortgeschrittene

Und wenn tausend nach allen Regeln wissenschaftlicher Kunst durchgeführte Experimente zum Ergebnis führen, dass man 'hier nichts sieht', so reicht eine Biene, um die Relativität, die beschränkte Gültigkeit dieser Behauptung aufzuzeigen.

 

November 11

Der Unfehlbarkeitsanspruch, der aus dem Mund dessen hervorquillt, der 'wissenschaftlich bewiesen' krakeelt, steht dem heute etwas weniger en vogue seienden 'der Papst sagte ex cathedra' an Anmassung nicht nach.

Der Glaube an die Wissenschaft ist die modernere Form der 'selbst verschuldeten Unmündigkeit' Kants.

 

Oktober 11

Einige Halbgebildete glauben, sie dächten schon Bedeutsames, wenn sie lasziv den Kopf auf die Hand stützten wie Rodins 'Denker'.

September 11

Kommunikationsverweigerung ist die Arroganz des Dummen

Anzahl und Opulenz der aus einem Menschenmaul herausquellenden Ausreden sind ein treffsicheres Kriterium für den Entwicklungsstand des Maulinhabers. Der Erleuchtete braucht keine einzige mehr.

Ihr Leben war eine einzige Ausrede.

Die menschliche Verbalsprache ist ein Laufgitter, aus dem nur Wenige herausfinden.

 

 

August 11

Die einzige Permanenz auf Erden ist ihre permanente Abwesenheit.

Permanenz ist eine starke Metapher, eine Vision, vielleicht ein Gruss aus der 'andern Welt', aus der 'Einheit', aus dem 'Paradies', dem 'Tao', dem 'Himmel' - zu glauben, sie liesse sich hienieden einrichten, ist ein - allerdings permanent erscheinender - süsser Irrtum.

Die Existenz von Beamten und Stubenfliegen wird von den übrigen Bewohnern unseres Planeten oft als unnötig, sinnlos, ja als lästig empfunden. Beamte leben allerdings in der Regel länger und - von vielen wird es beklagt - man darf ihre Lebenszeit auch nicht gleichermassen straflos verkürzen wie diejenige der Fliegen.

Der soziale Talfahrtsstaat verwechselt nicht nur Gleichmacherei mit Gerechtigkeit, sondern auch staatliche Umverteilung mit privater Solidarität

Ausweitung des Umverteilungszwangs geht direkt proportional mit dem Niedergang der Solidarität einher.

Je mehr Umverteilung, desto weniger Solidarität.

Ein sozialistisches Staatskollektiv zerfällt in dem Augenblick, in dem der Umverteilungszwang nicht mehr durchgesetzt werden kann. Teamdenken und Solidarität basieren auf Freiwilligkeit.

 

Juli 11

Auswahl und Anspruch verwandeln vordergründig als hehre Liebe verkaufte Gefühle klammheimlich und blitzschnell in schatteninduzierte Werturteile und ordinäre Gier.

Fundamentalismus - die Absolutsetzung eigener Wahrnehmungsverarbeitungsresultate - ist ein natürliches Phänomen, das in einer gesunden Entwicklung in der Pubertät durchlebt und überwunden wird. Nur: die Pubertät dauert bei vielen bis ans Lebensende, dem sie - dank ihrer fundamentalistischen Neigungen - allerdings oft früher entgegensprengen als die Natur vorgesehen hätte.

Der Erleuchtung ist es bekanntlich egal, wie du sie erlangst. Du kannst auch die Idee des ins Grenzenlose expandierenden Universums auf dein Bewusstsein übertragen - and you've got it!

Wenn wir die Vorstellung eines ins Grenzenlose expandierenden Universums auf unser Bewusstsein übertragen, haben wir die Chance, auf einen 'Chlapf' all das zu begreifen, was alle grossen Weisheitslehren der letzten paar tausend Jahre zu vermitteln versuchen.

Die von uns als 'aussen' wahrgenommene 'Welt' spielt ihre Rolle als Spiegel brillant. Wer will - und ich wollte - kann beispielsweise das ins Grenzenlose expandierende Universum als Analogie für die Entwicklung unseres Bewusstseins deuten.

Die Welt kann nicht mehr, als uns permanent und mit hoher Präzision unseren Entwicklungsstand spiegeln. Reinkucken und den Spiegel als Spiegel durchschauen müssen wir schon selbst.

Der einzige Unterschied zwischen Schneewittchens Stiefmutter und uns ist, dass das Spieglein, Spieglein nicht an der Wand, sondern in der 'Welt', in jeder unserer Wahrnehmungen und Wertungen hängt.

 

Liebe ist ein Zustand der Fülle - Gier ein Zustand des Mangels

Lieben ist Ruhen in der Fülle - Begehren ist Herumschiessen im Mangel

Glück ist Lieben ohne Habenwollen

'Präventive Fürsorge' ist ein Euphemismus für körperliche und geistige Vergewaltigung und Entmündigung - klingt aber bedeutend besser auf den Wahlplakaten.

Noch hinter dem kleinsten Häufchen Pathos lugt frech das 'Absolute-Wahrheits-Teufelchen' hervor.

 

Juni 11

"Das Pferd ist kein Arbeiter, sondern ein Künstler!" (Jean-Jacques Fünfschilling)

Die Fähigkeit, jede Wahrnehmung zu benennen, einzuordnen und örtlich, zeitlich und wirkursächlich zu verknüpfen, hat die Hybris des Menschen, die Illusion der Herrschaft über das Wahrgenommene erzeugt und ihn - direkt proportional dazu - sukzessive vom Glück der Verbundenheit, des Einsseins mit dem Wahrgenommenen abgetrennt. Spirituell gesehen gibt es nichts Ärmeres und Dümmeres als die Neunmalklugen.

Fürsorge ist immer auch Entmündigung. Deshalb schubsen Tiermütter ihren Nachwuchs auch so zeitverzugslos und hartnäckig in die Selbständigkeit.

Tipp für Mörder und solche, die es werden wollen: Begründe deine Tat religiös - Verständnis statt Gefängnis ist dir gewiss.

Es ist egal, auf welche Religion, Ideologie, Weltanschauung oder Wissenschaft sich deine Toleranz, Offenheit und Achtsamkeit stützt.

Vorurteile können rechtsgültig und tödlich sein - wahrer werden sie dadurch nicht.

 

Mai 11

Ein untrügliches Zeichen für geistige Impotenz ist das Vermeiden von Dialog und Auseinandersetzung.

Kapitalismus ist, wenn das Buch "Schafft den Kapitalismus ab!" zum Bestseller wird.

Wer nie denkt, ist ein Trottel. Wer nur denkt auch.

Kommunikation beginnt bei der Wahrnehmung - lange bevor der nackte Affe seine Sprech- oder Schreibwerkzeuge in Bewegung setzt

Geiz-ist-Geilen bleibt das simple Geheimnis des Schenkens lebenslänglich verschlossen: Freude machen macht Freude!

Die einzigen belegbaren Effekte des sozialen Talfahrtsstaates sind Verfettung, Verweichlichung, Verblödung, Vergreisung und Verschuldung.

Wer befangen ist, muss als Urteilender in den Ausstand treten. Wieso gilt das nicht, wenn Sozialhilfebezüger über die Erweiterung des Sozialstaats abstimmen?

Geistige Einfachheit hat auch etwas ungemein Charmantes. Aber doch eher am Tresen, auf dem Fussballplatz oder im Bettlein als an der Urne.

Würde das Stimm- und Wahlrecht an die geistige Mündigkeit geknüpft - wir bräuchten kaum noch Stimmenzähler.

Geniale Machthaber kontrollieren die Gedanken ihrer Untertanen nicht mit Repression, sondern durch Suggestion.

Zum Schutz der Menschheit vor Schäden durch Denk-Bomben wurde das Denken wegrationalisiert. Niemand bemerkte seine Abwesenheit, da man ja, um das Verschwinden des Denkens zu bemerken, hätte denken können müssen..

Das schöne am Papstsein ist nicht das Leben in Ministranten-Saus und Papamobil-Braus, sondern das Totsein: eh du dich's versiehst und kaum verrottet nagen die Würmer an heiligem Fleisch und legen Reliquien frei.

 

April 11

Neid, Missgunst und nach aussen projizierten Selbsthass gut zerquirlen und mit einer roten Einfaltsblume dekorieren - und schon haben Sie einen Beitrag zur Behebung der Nachwuchssorgen linker Parteien geleistet.

Einfalt ist die beste Voraussetzung dafür, an der Lächerlichkeit der eigenen Egozentrik nicht zu verzweifeln

Eine gute Portion Einfalt gehört ins Gepäck jedes grossen Selbstdarstellers.

Die Eitelkeit grosser Figuren wie Goethe ist der tröstliche Hinweis darauf, dass Einfalt auch vor klugen Köpfen nicht Halt macht.

Die Kehrseite dessen, was wir 'gross' finden an Künstlern, Gelehrten, Sportlern, Staatsmännern, Unternehmern ist ihre oft ebenso grosse Einfalt in Dingen, die nicht zu ihrem 'Kerngeschäft' gehören.

 

März 11

Judgement kills love

Freiheit bedeutet selbst zu entscheiden, was man unter 'Freiheit' versteht und wo und wann man die selbst gewählte Freiheit in welchem Masse beansprucht.

Der innerlich Freie bleibt auch bei äusserer Unfreiheit frei.

Unfrei ist der unbewusst Nachplappernde - so gesehen gibt es fast nur Unfreie.

 

Februar 11

Niemand glaubt sicherer zu wissen, als der wahrhaft Glaubende. Und niemand weiss sicherer, dass er nur glaubt, als der wahrhaft Wissende.

Politiker sein ist eine ähnliche Therapieform wie das Mitspielen im Laientheater - mit dem kleinen Unterschied, dass Letzeres bedeutend ehrlicher und für die Welt harmloser ist als Ersteres.

 

Januar 11

Politik und Politiker
Wer als Kind schon in jeder Lebenslage eloquent eine Lüge serviert und seine Versprechungen wortreich nicht hält, hat das Zeug zum Politiker.

Wir brauchen Politiker wie Zinnsoldaten genau so lange, bis wir begreifen, dass wir sie nicht brauchen.

Wir brauchen Politiker, um zu begreifen, dass wir sie nicht brauchen.

Die Wichtigkeit der Politiker in einem Land ist ein untrügliches Zeichen dafür, wie verblödet und entmündigt seine Einwohner schon sind.

Politiker sind wie Marienkäfer. Sie fliegen putzig-trutzig herum und tun so, als hätten sie und nur sie die Lottogewinnzahl auf dem Rücken.

Ein wenig Dummheit ist nicht zwingend, aber hilfreich, wenn du Politiker werden möchtest.

Platons Vorschlag, dass nur Philosophen Herrscher sein sollten, war, mit Verlaub, entweder Eigen-PR oder eine naive Furzidee. Denn Weisheit und Politik passen etwa ähnlich gut zusammen wie Delfine und Tierversuche.

Politiker machen Tierversuche an Menschen.

Solange Politiker in der geschützten Werkstatt ihre bescheidenen ideologischen Verkäuferlispieli machen, sollte man sie gewähren lassen. Der Schutz, den die geschützte Werkstatt bietet, sollte allerdings primär nach aussen gewährleistet sein.

Politiker sind wie Seifenblasen. Mit dem Unterschied, dass die, die sie aufbliesen, mitplatzen.

Je weniger Politik, desto autonomer die Bürger.

 

Ein hochentwickeltes Land mit autonomen Bürgern braucht keine Politikerkaste.

 

Er wollte sich gerade an einem graubraunen Mörgeli von einer Brücke stürzen, da überredete ihn ein Schläuling, sich doch zuerst mal versuchsweise in die Politik zu stürzen. Leider tat er es.

Das Sozialste an der Sozialpolitik ist, dass auch und gerade Dumme, Hässliche, Talentlose immer noch eines werden können im Sozialstaat: Sozialpolitiker!

Bist du bedrückt, weil du selbst zur Einsicht gekommen bist, dass du eher etwas hässlich, eher etwas dumm und eher etwas talentlos bist? Nicht verzweifeln: du kannst immer noch ein Ehrenamt übernehmen oder gar Politiker werden. Dort reicht das Wollen.

Der Mensch hat keine natürlichen Feinde - ausser sich selbst. Auch wenn dies prima vista nicht auszureichen scheint für die Regulierung - seien Sie getrost: er schafft es.

Gewalt ist wie eine Droge. Im besten Fall befriedigt sie den Gewaltanwender kurzfristig - und hinterlässt dann innen und aussen Kaputtheit.

Gewalt verändert die Welt nie in die erwünschte Richtung. Trifft sie auf Unentwickelte, erzeugt sie Gegengewalt, trifft sie auf Entwickelte, geht sie durch sie hindurch ins Leere.

Gehorsam ist der beste Beweis für Unmündigkeit.

Gehorchen ist etwas für Dumme, Feige und Faule.

 

Nichts riecht mehr nach Diktatur als weitverbreiteter Konsens und Gleichheit.

 

Wo zwei oder drei gleicher Ansicht sind, da nehme Reissaus, wenn du nicht in die klebrigen Fänge von Uniformität, Zwang, Gewalt und Diktatur kommen willst.

 

Notorischer Ungehorsam mag mühsam sein, notorischer Gehorsam aber verdirbt den Charakter nachhaltig und ist die beste Voraussetzung für alle Übel dieser Welt.

 

Ihr Los war das Rücksichts-Los.

 

Immer wenn Rücksicht angesagt war, litt sie an akuter Nackenstarre. Für sie wurde der Rückspiegel erfunden.

Mit der Aufklärung ist es wie mit der Liebe. Es nützt nicht, wenn sie zu anderen Zeiten in anderen Köpfen und Herzen stattgefunden hat. Soll sie wirken, muss sie in dir jetzt hier stattfinden.

'Netz' kann man mit 'Gefangensein' oder mit 'Verbindungsmöglichkeiten' assoziieren.

Man kann sich auf nichts verlassen! - Ausser darauf, dass man sich auf nichts verlassen kann.

Sie war zu Tag und Nacht gut - für ein unfreundliches Wort.

Ihr gefiel Gefallenes. Es erhöhte ihr Ich, das noch stand.

Die Weigerung, sich zu verändern, macht berechenbar, angreifbar, verwundbar. So laufen auch Diktatoren und private Serienkiller früher oder später ins Messer.

 

Dezember 10

Das Kollektiv funktioniert dank der Verschiedenheit miteinander Verbundener, nicht dank der erzwungenen Gleichstellung Getrennter.

Er nahm jede Gelegenheit wahr, sich über andere Wesen zu stellen. So musste er sie nicht wahrnehmen.

Er übernahm sich immer wieder mit Exzessen aller Art. Nur Verantwortung übernahm er nie.

Sie war eine gute Zuhörerin. Sie hörte nicht nur den Münzen, sondern auch den Noten zu, wie sie in ihren Hut glitten.

Er nahm alles. Nur nicht Anteil.

Die Aufgabe des Ichs ist - die Aufgabe des Ichs.

Unmenschlich ist nur der Mensch.

 

Die selbstverliebte Egozentrik des Menschen zeigt sich auch darin, dass das Adjektiv 'menschlich' positiv, 'tierisch' hingegen negativ besetzt ist, wo es doch tausend Gründe gäbe, die Wertung umzukehren.

Weltsichten sind immer nur Glaubensvorstellungen. Eigentlich müsste es so viele geben wie erwachsene Entitäten mit eigenem Standpunkt und Bewusstsein. Dass es erstaunlich wenige gibt, hinter denen sich zum Teil Millionen Hinterherläufer einreihen, die demütig auf den Luxus selbständigen Denkens verzichten, könnte man als Hinweis darauf deuten, wie wenig Erwachsene es gibt.

Wer weiss, dass er nur glaubt, ist besser dran als wer glaubt, dass er wisse.

Nichts macht Diktatoren und religiöse Fundamentalisten ohnmächtiger vor Wut als wenn sie nicht ernst genommen werden.

Diktatoren sind wie alle Fundis bestens gewappnet gegen Feinde - und seien sie bis an die Zähne bewaffnet. Umso hübscher zu sehen, wie hilflos und lächerlich sie reagieren, wenn sie verlacht werden.

Eine der besten Waffen gegen das Pathos absoluter Wahrheitsansprüche ist homerisches Gelächter.

Ideologien mit Ausschliesslichkeitsanspruch verdienen immer verlacht zu werden, ob sie nun in ein wissenschaftliches, ökonomisches, politisches oder religiöses Mäntelchen verpackt daher kommen.

Eine Religion, die ihre Wirkung über den absoluten Wahrheitsanspruch ihrer Weltsicht erreichen zu müssen wähnt, verdient nicht mehr Respekt als jeder andere fundamentalistische Machtanspruch.

Der Unterschied zwischen 'Anderer-Meinung-Sein' und 'Hassen' liegt im absoluten Wahrheitsanspruch.

Wenn der Mensch auf das Kommunikations- und Toleranzniveau von Planeten, Bergen, Seen, Pflanzen und Tieren aufsteigen will, muss er seine absoluten Wahrheitsansprüche aufgeben.

Einer der faulsten Tricks zur Legitimation von Zensur, Unterdrückung, Totschlag, Krieg und Völkermord ist das Vorschieben religiöser Motive.

Wieso sollen religiöse Symbole und Rituale mehr Respekt verdienen als andere?

Wer es nicht erträgt, dass andere seine religiösen Ansichten weder teilen noch die Regeln und Rechtsordnungen seinen religiös verbrämten Fürzen anpassen, sollte sich überlegen, ob seine Religion, die er zu promovieren vorgibt, tatsächlich so eng, intolerant und humorlos ist - oder ob er sie vielleicht nur dazu benutzt, seiner eigenen Kleinkariertheit mehr Bedeutung zu verleihen.

Der Zustand des Beleidigtseins entsteht immer auf der Seite des Rezipienten, des Welt Wahrnehmenden und Interpretierenden. Sogar wenn ein aktiver Sender im kommunikativen Prozess beleidigen will, muss ihm das noch lange nicht gelingen.

Geld ist geronnene Macht mit ausgefilterter Verantwortung - und damit tauglich für jeden Deppen.

Die Ehe ist die einzige Gefängnisstrafe, bei der 'lebenslänglich' wörtlich gemeint ist.

Frauen, Pferde und Autos zählen zu den erfolgversprechendsten Garanten auf dem Weg in den Ruin.

Reliability makes marriage so boring, absence of reliability kills it.

Die Ansprüche an die 'feste Liebesbeziehung' sind in sich widersprüchlich. Das Vertragliche bringt alles Abenteuerliche zum Erlahmen. Und alles wirklich Abenteuerliche torpediert das Vertragliche.

 

November 10

Die lieben Fundis

Fundis und Pubertierende interessieren sich nur für sich selbst. Was sie wahrnehmen, überpissen sie mit ihrer Wertung und der so entstehende Gestank dient ihnen dann als Legitimation, die wahrgenommene Welt zu bekämpfen.

Wer Absolutheitsansprüche stellt, wer 'Man weiss heute...' labbert, hat die Qualifikation als Forscher verloren und ist vom Wissenschafter zum Popen mutiert.

 

Das ewig Weibliche...

Schöne Frauen sind wie Träume: wenn du erwachst, sind sie weg - oder noch da, aber nicht mehr schön.

Eine Blume pflücken - kleines Glück
Viele Blumen schauen - grosses Glück

Mit Frauen ist es wie mit Blumen: man sollte dem Reiz widerstehen, sie zu pflücken.

Geniesse Blumen und Frauen dort, wo sie sind.

Mit schönen Frauen ist es wie mit Blumen: man sollte sie dort bewundern, wo sie wachsen, vielleicht an ihnen riechen, sie ganz vorsichtig berühren, ihrem Rauschen lauschen - nur nach Hause nehmen sollte man sie nicht. Sie verblühen, verwelken und verlieren sehr rasch ihren Reiz.

Nichts zerstört den Reiz des Wundervollen schneller als die Inbesitznahme: das Pflücken der Blume, das Aufspiessen des Schmetterlings, das Heiraten der Schönheit.

Er setzte alle seine Gaben ein, um das Leben berechenbarer zu machen - und verlor dabei das Wichtigste: das Abenteuer.

Was uns als 'vernünftig' angepriesen wird, ist meist nur schlecht kaschierte Feigheit vor dem Abenteuer 'Leben'

Endlich verstehe ich linke Politik: sie will Chancengleichheit für das Unrecht!

Wieso das Geschrei um Folter weltauf weltab? Folter ist doch das häufigste zwischenmenschliche Phänomen? Jedenfalls wenn man die Ehe dazu zählt.

Der grösste Stolperstein in der menschlichen Kommunikation ist das Verwechseln der eigenen Welt mit der der andern.

Mit den von jedem Bewusstsein geschaffenen Welten ist es wie mit farbigen Kreisen in der Mengenlehre: man könnte durchaus Schnittmengen zu bilden versuchen, sollte aber darauf gefasst sein, dass dabei neue Farben und Formen entstehen.

Nur wer bereit ist, auf die Dominanz seiner eigenen Weltfarbe zu verzichten, ist kommunikationsfähig.

Aufgabe der Philosophie wäre, mit Hartnäckigkeit all die Fragen zu stellen, auf die niemand eine Antwort weiss.

Aufgabe der Philosophie ist nicht, Wissen zu verkaufen, sondern Unwissen.

Aufgabe der Philosopie ist nicht, im Eigenlob-Chor prahlerischer Subwissenschaften mit zu singen, sondern vom Dirigentenpult her immer wieder abzuklopfen und der beeindruckenden Stille des Nichtwissens Raum und Gehör zu verschaffen.

Je tiefer wir uns ins 'Wie genau?' begeben, desto weniger hinterfragen wir das 'Warum überhaupt'?

Je tiefer wir uns in die Differenzierung einer Thematik begeben, desto weniger sind wir bereit, die Relevanz der Thematik und ihre Axiome zu hinterfragen.

Eines der sichersten Anzeichen für galoppierende Dummheit ist die Illusion gesicherten Wissens - die neckische Einsicht gilt selbstverständlich auch für diese These.

Der Mensch ist das einzige Tier, das mit den ihm zur Verfügung stehenden Gaben und Mitteln nicht umgehen kann.

Die einfachste Form des Machens ist Wegmachen, Wegputzen, zum Verschwinden bringen. Es ist die einzige, die alle Menschen unabhängig von ihren Gaben sofort begreifen und anwenden können.

 

 

 

Oktober 10

Schlimmer als vollumfänglich unerfüllte Bedürfnisse sind vollumfänglich erfüllte.

Dummheit ist die beste Voraussetzung für jede Form von Fundamentalismus - auch und besonders von wissenschaftlichem.

Die Absolutsetzung von Trennlinien, Grenzen, Definitionen ist eines der untrüglichsten Zeichen für galoppierende Dummheit.

Die angenehmsten Zeitgenossen packen alles, was ihnen widerfährt, freudig und ärmelhochkrempelnd als Herausforderung an, auch Krankheit, Verlust, Sterben und Tod.

Und was, wenn es gar keine Opfer, nur Täter gäbe?

Die beste Methode, uns als Deppen zu outen, ist das Jammern über die Welt, die nicht ist, wie sie sein sollte.

Wer die Welt beschissen findet, beschreibt damit nur sich selbst.

Keine Pflanze, kein Tier, kein Ding bleibt in der Entwicklung auf die in ihm angelegte optimale Möglichkeit hin so früh stecken wie der Mensch.

Viele Tiere durchlaufen nach dem Schlüpfen oder der Geburt eine Trotzphase mit prahlerischer Aufblähung des Egos, die zusammen mit den körperlichen Kinderkrankheiten für einen Reifungsprozess sorgen. Die Menschen bleiben bereits als Kollektiv in der Ich-Aufblähung stecken, was alle ausser ihnen mit Schmunzeln feststellen.

Bei vielen Menschen findet die Entwicklung ihren Höhe- und Endpunkt bereits mit der Aufplusterung des Ichs.

ICH-Unternehmen wählen mit Gewinn eine Rechtsform mit beschränkter Haftung.

Befehlsverweigerung aus ethischen Gründen verdient nicht Ächtung, sondern Achtung.

Je blinder der Ehrgeiz, desto labiler die Persönlichkeit.

"Ich bin nicht böse, nur treu - mir und meiner Lieblingstätigkeit!", seufzte der Serienmörder und strich fast zärtlich über die herrlich scharfe Klinge seines Messers...

 

September 10

Was Männer nie begreifen: Frauen wollen lebenslänglich tagtäglich neu erobert werden.
Was Frauen nie begreifen: Auch der wägste Ritter verliert irgendwann den Spass daran, die immer gleiche Festung zu erobern - je 'fester' sie wird, desto schneller.

Frauen möchten verständlicherweise das Machterlebnis immer wieder haben, das sie beim ersten Umworbenwerden hatten. Dieses Hinhalten, dieses Warten und Leidenlassen, all die verrückten Ausformungen der Leidenschaft, all der gigantische Aufwand um die mehr oder weniger wohl geformten vier Fetthügel einzunehmen . und sie tun das, was Faust als Kriterium für den Verfall seiner Seele an den Teufel festsetzte. Sie seufzen "Ach Augenblick verweile doch, du bist so schön..." Männer geben sich aber naturgemäss immer nur für die Erstbesteigung alle erdenkliche Mühe. Und die Halbwertszeit von der Lust zur Last ist erschütternd kurz.

 

Männer stürzen selten beim Aufstieg ab, eher beim Abstieg. Nach dem Gipfelerlebnis nimmt die Aufmerksamkeit ab. Das gilt es beim Abstieg von Bergen und Frauen gleichermassen zu beachten.

Männer tun es hirnlos heiter
Frauen denken - meistens - weiter.

Männer suchen Abenteuer - Frauen Sklaven.

Als Kriterium für die Machtverhältnisse in einer Mann-Frau-Partnerschaft dient die Balance von Sicherheit und Abenteuer. Je mehr das Pendel vom Abenteuer weg Richtung Sicherheit ausschlägt, desto besser sitzt das Weib im Sattel..

Männer suchen Sex, Food und Applaus, Frauen Cash, Schutz und Applaus. Im Applaus finden sie sich - geizen aber meist fürchterlich damit. Mit Liebe hat alles nichts zu tun.

Der Zauber der Liebe liegt in der Absichtslosigkeit. Nichts stinkt fauler nach Absicht als Ehen und geregelte Partnerschaften.

Nichts gegen Verträge - solange sie nicht unter dem Kitsch-Label 'Liebe' vermarktet werden.

 

August 10

Fundamentalismus beginnt dort, wo wir überzeugt sind, dass die Welt nicht ist, wie sie sein sollte.

Der Fundamentalist spielt Gott, indem er irgendetwas absolut setzt: "So und nur so..."

Wer wissen möchte, wie sich ein Cocktail aus Dummheit und Feigheit anfühlt, der leiste bedingungslosen Gehorsam. Dabei ist es völlig wurst, wem oder was er sich bedingungslos unterwirft, einem Menschen, einer Ideologie oder einer Religion, das herrliche Gefühl der totalen Verantwortungslosigkeit und Verblödung stellt sich immer ein.

Es gibt nichts, vor dem alle und nichts, vor dem niemand Angst hätte. Allein diese Einsicht zeigt bereits, wie kurzsichtig es ist, Angstauslöser zu bekämpfen.

Wer Angst hat, sollte seine Energie in die Angstüberwindung stecken, nicht in die Verdrängung oder Beseitigung des Angstauslösenden.

Wer dem Angstvollen nachhaltig Gutes tun will, muss nicht das Angstauslösende entfernen, sondern die Angst überwinden helfen.

Verlustangst und Unsicherheit sind nicht zu schützen oder gar zu hegen, sondern zu überwinden

'Verlustangst' ist ein mitleiderregendes Nettwort, hinter dem weniger nette und meist unberechtigte Besitzansprüche hervoräugen.

Das Erkennen von Unterschieden entfaltet dann kreatives Potenzial, wenn es auf dem Boden der Gemeinsamkeit, der Zusammengehörigkeit geschieht. Eine Einsicht, die den Jüngern der rationalen Analyse und den Anbetern der Differenz bislang verborgen blieb.

 

Juli 10

Geld und Macht waren immer schon die Themen der Dummen, sowohl derer, die beides haben, wie derer, die sie darum beneiden. Kultur des Geistes kann dort beginnen, wo diese Themen in den Hintergrund rücken.

Das Mass des Gierens nach Geld und Macht eignet sich wundervoll als Kriterium für Dummheit und Kulturlosigkeit.

Wer nur nach Macht strebt, hält am Schluss immer Leichenteile in den Händen.

Das Gerangel um Macht ist wie das der Maden um die fettesten Leichenteile.

Alle Menschen sind behindert. Unterschiedlich ist nur die Offensichtlichkeit der Behinderungen.

Eine der am weitesten verbreiteten Behinderungen ist der segensarme Mechanismus, eigene Wahrnehmungs-Interpretationen für absolut gültig zu halten. Bislang konnte dieses Handicap nur bei Menschen beobachtet werden.

Dummheit ist nur ein anderes - zugegeben handlicheres - Wort für die Absolutsetzung dessen, was man erkannt zu haben glaubt.

 

Juni 10

Gib einem Menschen etwas Raum, etwas Zeit, etwas Zuwendung, ein Lächeln, Arbeit, eine Aufgabe, eine Münze, etwas zu essen, einen Schlafplatz oder was immer, er wird sofort einen Anspruch daraus ableiten.

Engel können in allen möglichen Verkleidungen erscheinen. Am seltensten kommen sie als Menschen. Aber es gibt sie!

Hier mal die zwei, denen ich bis anhin begegnete und deren Verkleidung ich durchschaut zu haben glaubte:

 

 

Wo auch immer du einen Zipfel Mensch erhaschst, zieh vorsichtig weiter, bis sich seine Niedertracht offenbart. Findest du sie nicht, sei gewiss, du hast sie nur noch nicht entdeckt oder es handelt sich wider Erwarten um ein Tier, eine Pflanze, einen Berg, ein Gewässer oder eine andere geheimnisvolle Einkleidung eines Engels.

Er war ein guter Mensch: sein ganzes Leben lang säte er und liess andere ernten. Er säte Zwietracht.

Hinter neckisch halbdurchsichtigem Zivilisationstüll mit Kulturspitzenborten lugt prächtig schimmernd und vielfältig glitzernd die nie ganz zu verbergende, so tief zu ihm gehörende, grenzenlose, alles durchdringende, unauslöschliche, menschliche Dummheit und Brutalität hervor.

Die Natur wurde dem Menschen vielleicht beigegeben, damit er an sich, seinen beschränkten Fähigkeiten, seiner verdorrten Intuition, seiner Unverbundenheit, seiner unüberbietbaren Dummheit nicht verzweifle.

Der Mensch hat die Empathie der ganzen Schöpfung verdient: kein anderes Wesen ist mit derart unfairem Equipment auf die Reise geschickt worden: er sieht nichts, hört nichts, riecht nichst, schmeckt nichts, be-greift nichts, fühlt nichts, erkennt nichts, versteht nichts - zumindest nicht das Wesen-tliche, das, was das Wesen des Wahrgenommenen ausmachen würde.

Wer wollte den Menschen niederträchtig schimpfen, wo er doch stets nach Höherem und Höchstem trachtet: dem Leben der andern.

Der Mensch strebt stets nach Hohem: er ist voller Höhertracht und bar jeder Niedertracht, denn er trachtet der ganzen Schöpfung nach dem, was er für sich als höchstes Gut reklamiert: dem Leben.

Zukunftsvision: Die Menschheit als weltumspannende Trachtengruppe, vereint in Aussen und Innen durch die eine, gemeinsame Tracht: die Niedertracht.

Mai 10

Er hing sehr am Materiellen. So hing er sehr am Geld, das nicht seins war, und schliesslich hing er an einem Seil, das nicht seins war, an einem Baum, der nicht der seine war und hauchte das Leben aus, das nicht das seine war.

Holzwege gibt es nicht, wo ein Ziel sowieso nicht in Sicht ist.
(Samuel Moser zu Ulrich Schlotmanns Buch 'Freuden der Jagd')

Viele Spitzensportler sind egozentrische Ekel - dabei handelt es sich aber - bad news für Leute, die vorläufig erst einmal über diese Eigenschaft verfügen - nicht um eine hinreichende Bedingung, um Spitzensportler zu werden. Um eine notwendige - good news für Nicht-Ekel - übrigens auch nicht.

Der wohlmeinende soziale Talfahrtsstaat hat es geschafft, bei der Masse eine Vollkasko-Mentalität zu implementieren, die alles bis und mit dem ewigen Leben vom Staat und nichts aber auch gar nichts von sich selbst verlangt. Als Prämien dienen die Steuern der andern.

Wörter sind Waffen. Ihr suggestiver Gebrauch kann hinterfragt und durchschaut werden.

Wer nach-denkt ist nur ein Wiederkäuer. Weise denken vor.

Das eigentliche Denken beginnt nach dem Nach-Denken. Oder zuvor.

 

April 10

Die in einem Rechtsraum geltende Rechtsordnung hat Vorrang vor religiösen Anweisungen. Blöd nur, wenn die Rechtsordnung gar keine ist, sondern nur die mit Gesetzeskraft ausgestatteten Anweisungen der Staatsreligion.

Es gibt durchaus Leute, die kein Problem damit haben, wenn ihnen am Morgen anstatt eines Gesichts ein Arschloch aus dem Spiegel entgegenblickt. Im Gegenteil: sie sind stolz auf sich und bewundern die biologische Besonderheit, dass ein Arschloch überhaupt etwas erkennen kann ausser aus ihm hervorquellende Scheisse.

Gewisse Schädel sind so leer, dass alles, was je eindringt, einen Gewinn bedeutet. Auch eine Kugel.

Ein leerer Kopf prostituiert sich leichter. Er hat nichts zu verlieren.

Nur starke Perösnlichkeiten können es sich leisten, das, was sie trägt und prägt zu hinterfragen.

 

März 10

Studien haben ergeben, dass zur Grundausstattung des menschlichen Genoms ein Schadenfreude- und ein Pharisäer-Genom gehören. Beim Homo Helveticus wurde regelmässig zusätzlich ein Polizisten-Gen gefunden. Wer gesund bleiben will - so die Präventions-Studie - sollte all diesen wichtigen Grund-Genen eine Bühne geben im Alltag. Wir tuns. Hier.

Zu den genialsten Waffen der Marktwirtschaft gehört die Vermarktung jeglicher sie betreffender Kritik. Ein wahrer Unternehmer verdient an der Tomate, die auf ihn geworfen wird, an der Reinigung seines Anzugs und an der Auflage der Boulevardzeitung, die darüber berichtet.

Die Welt als Projektionsfläche für all das zu benützen, was im eigenen Leben schief geht, ist die genialste und deshalb auch am weitesten verbreitete Methode, sich die Mühsal eigener Entwicklung zu ersparen.

Wenn die Welt schuld ist an meinem Unglück - tja dann kann ich von der Welt doch auch verlangen, dass sie sich ändert oder - das mindeste - mich durchfüttert und mir Trost spendet? Erst wenn die sozialen Wohlfahrtsstaaten endlich bankrott sind, könnte die unzeitgemässe Idee aus dem Verlies verbotener Gedanken herauskriechen, dass ja ganz vielleichtestens eventuellstens gar nicht nur ausschliesslichstens die böseböse Welt für mein Elend vollumfänglichstens verantwortlich zeichnen müsstete solltete? - Aber noch ist Susan Sontag und Krebs selbstverständlich ein ganz böser Zufall, der einem da einfach so zufällt, so zufällig wie Xanthippe, die Sokrates erst zu dem permanent barfuss auf dem Markt rumlaufenden Debattanten machte. Wenn wir das Zufallskonzept aufgäben, entstünde herrlich Raum für Dankbarkeit - auch und gerade für Xanthippen und andere unausstehliche Weiber, die wir uns ausgesucht haben, um mehr unterwegs zu sein - ähm zufällig natürlich, rein zufällig...

 

Februar 10

Sicherheit ist der Tod des Abenteuers.

Erotik nährt sich aus der Unsicherheit, aus dem Unerwarteten, der Überraschung

Wer nie bis an die Grenzen geht, weiss gar nicht, wo sie liegen - und ob es sie überhaupt gibt.

Grundmuster der conditio humana: der Natur trotzen - und im Trotz steckenbleiben. Dasselbe Muster lässt sich auch beobachten beim missglückenden Versuch, erwachsen zu werden.

In zwei Bereichen des Seins hat der Mensch unzweifelhaft 'Fortschritte' erzielt in den letzten paar tausend Jahren: In der quantitativen und qualitativen Effizienz seiner Destruktivität und in der konsequenten Abschaffung des Versuchs, im Wahrgenommenen und Erlebten Sinn, Bedeutung zu entdecken.

 

Januar 10

Ein hilfreiches Zeichen für die in einem Raum vorherrschende geistige Leere ist die Permanenz und Penetranz audiovisueller Berieselung.

Die Halbwertszeit radiophonen Geplärrs ist ähnlich radioaktiver Bestrahlung. Die Betroffenen leiden unter Langzeitschäden, wobei die radioaktiv Verseuchten wenigstens die Gnade eines baldigen Todes vor der geistigen Verblödung rettet, die die andern ereilt.

Nicht alle Albträume bleiben Träume.

Lebe deinen Albtraum am Tag - dann braucht er dich nachts nicht mehr heimzusuchen

Es gibt kaum eine sicherere Methode, die miesesten Eigenschaften eines Menschen zum Blühen zu bringen, als ihm Macht zu leihen.

Der Mensch erbringt durch seinen täglichen Machtmissbrauch unaufgefordert den Tatbeweis für seine Dummheit, die ihn unter allen Wesen markant herausragen lässt.

 

Dezember 09

 

 

21.12.09. Beim Denken ist es wie beim Skilaufen: die, die's können, bewegen sich ausserhalb der vorgespurten Pisten.

 

21.12.09. Achtsamkeit ist die Grundhaltung der wertfreien Anerkennung dessen, was in unsere Wahrnehmung tritt.

 

19.12.09.
Was den Menschen so stinkig macht
für den Rest der Welt,
ist nicht der frische Wind
der verschiedenen Meinungen,
sondern der Furz,
dass jeder die eigene
für die absolute Wahrheit hält.

(erzählte mir das Krokodil)

 

 

15.12.09.
Wären wir nicht selber Armleuchter, wie könnten wir andere Armleuchter als solche erkennen?

oder, Goethe nachempfunden:
Wär' nicht der Killer in uns drin
wie könnt uns Mörderei entsetzen?
Wär nicht in uns des Teufels Spin
wie könnt' Mensch Welt zu Tode hetzen?

12.12.09.
Es ist piepegal mit welcher Weltanschauung du offen und tolerant bist.

11.12.09.
Nicht die divergierenden Weltanschauungen sind das Problem, nur ihre Absolutsetzung.

1.12.09.
Befohlene Ethik ist keine.

 

November 09

Erotik ist mehr als Sinnlichkeit, denn sie findet im Geist statt.

Erotik ist eine mögliche Interpretation einer sinnlichen Wahrnehmung.

 

Oktober 09

Erotik hat immer etwas mit Freiheit zu tun. Deshalb entschwindet sie immer dann, wenn man sie festmachen, reglementieren will.

Die ganz individuellen Arschlöcher, mit denen die meisten von uns im Alltag immer wieder konfrontiert werden, haben eine wichtige therapeutische Funktion. Es handelt sich in aller Regel um Karikaturen von uns, die uns unsere eigene Arschlöchigkeit spiegeln, die wir selbstverständlich schön in den Schatten verdrängt haben. Wir sind ihnen eigentlich zu Dank verpflichtet.

 

September 09

Die Weisheit hilft der Freiheit, ihre Grenzen zu erkennen.

Reiten ist Polygamie mit viel Sinnlichkeit, aber ohne -gamie und damit auch ohne die trantütige Verketzerung durch kleinkarierte Pfaffen und Biedermänner, die - Gott sei's gedankt! - ihre platten Ärsche gar nie bis in einen Sattel zu schwingen trauen.

 

August 09

Deine Wahrnehmung hat schon ihre Richtigkeit: sie ist dir gemäss, sie spiegelt deine Welt; vereinige dich mit ihr. Aber erwarte nicht, dass sie - und sei es zufälligerweise - übereinstimme mit der Wahrnehmung anderer. Denn sie nehmen die ihnen gemässe Welt wahr, die ihre Welt spiegelt und sie vereinigen sich mit ihr.

Hesse hatte Recht: der Fluss weiss alles - und erzählt dir alles, wenn du bereit bist, dich auf seine Sprache einzulassen.

 

Juli 09

Alles ist 'deutig' - aber nichts ist eindeutig

Macht über andere Entitäten ist immer Anmassung und sollte durch die Demut des Dienens ausbalanciert werden.

Homo stupidus:
Kein Wesen tötet aus so lächerlichen, idiotischen Gründen wie der Mensch.

Kein tierisches oder pflanzliches Kollektiv gibt sich selbst Regeln, die die urnatürlichsten Freuden und Genüsse der Spezies vergällen.

Kultur ist nicht, KEINE Leidenschaften zu haben, sondern die eigenen Leidenschaften mit Respekt vor den durch sie Betroffenen auszuleben. Wenn ich die Jagdleidenschaft ablehne, so deshalb, weil ich genau diesen Respekt vermisse.

Zivilisation heisst, die Wahrnehmung anderer in ihrer Andersartigkeit zu respektieren ohne deswegen die Autonomie der eigenen Wahrnehmung zu verlieren. So gesehen sind Delfine weit zivilisierter als wir.

Kein Tier würde sich je so erniedrigen, wie es der Mensch in Ehe und Partnerschaft tut: Er verhökert ganze Körperbereiche zur alleinigen Nutzung an eine einzige Person - im Ehevertrag gar lebenslänglich und auch gültig, wenn die berechtigte Person von ihrer Nutzungsbefugnis gar nie Gebrauch macht. Daneben ist das Leben als Galeerensklave geradezu erfreulich: dort wird die gedungene Körperkraft vom Berechtigten wenigstens genutzt.

Etwas für sich zu reklamieren, nicht um es zu nutzen, sondern nur, um dessen Zweckbestimmung zu vereiteln und es andern vorzuenthalten, zeugt meines Erachtens von fast unüberbietbar widerlicher Gesinnung. Genau das aber ist das menschenrechtswidrige Substrat des Ehe-Vertrages, der bis heute die Geschlechtsteile der Beteiligten zur ausschliesslichen Nutzung durch den Ehepartner bestimmt, unabhängig davon, ob diese von ihrer Befugnis Gebrauch machen oder nicht.

Keine Entität käme auf die abstruse Idee, eine Beziehung auf das exklusive Benutzungsrecht der Geschlechtsorgane zu reduzieren. So primitiv ist nur der Mensch.

Alles darf man mit mehreren teilen - man darf sogar im Pfadilager oder im Militär zusammen pinkeln - nur die Verwendung der Geschlechtsorgane zur gegenseitigen Lustbereitung soll möglichst lebenslänglich auf einen einzigen Nutzungsberechtigten beschränkt sein. In der Regel just die Person, die nach den ersten hundert Nutzungen bis zum Ableben nicht mehr die geringste Lust darauf verspürt.

 

Juni 09

Wahrheit und Absolutheitsansprüche:

Wahrheiten sind Psychopharmaka für schwächliche Persönlichkeiten.

Die Einsicht, dass sich bislang keine Aussage eines Menschen als unbeschränkt gültig erwiesen hat, ist nur starken Persönlichkeiten zumutbar. Schwache brauchen die Illusion absoluter Wahrheiten wie Nichtschwimmer die 'Flügeli', Radfahren lerndende Kleinkinder die seitlichen Stützräder, unsichere Bergwanderer die Stahlseil-Geländer.

Das Bedürfnis nach allgemeingültigen Wahrheiten ist direkt proportional zur Schwäche der Persönlichkeit, die dieses Bedürfnis zeigt.

Willst du wissen, wie dumm dein Gegenüber ist, so suche seine Absolutheitsansprüche.

Nur der Schwache braucht die Illusion, seine Wahrnehmungen seien allgemeingültig.

Je dümmer ein Mensch, desto unverblümter sein Anspruch auf Allgemeingültigkeit seiner Wahrnehmungen.

Das Stellen von Absolutheitsansprüchen ist ein geeignetes Kriterium für Dummheit. Dass es nur bei Menschen vorkommt, kann man als Hinweis dafür betrachten, dass der Mensch wohl beste Chancen hat, als das dümmste Tier in die Annalen der Weltgeschichte einzugehen.

Wer eine Fähigkeit bei sich entdeckt, entwickelt und trainiert, nimmt sie auch leichter und differenzierter wahr bei andern.

Leben heisst Balancieren zwischen der Trittsicherheit des Ichs und der Unsteuerbarkeit des Selbst.

Sich öffnen ist der grösste Trick des Lebens - er führt über alles hinaus, auch über das Leben.

Ein schlechtes Gewissen zu haben sei den Menschen vorbehalten? - Sie sind auch die einzigen, die Grund dazu haben.

 

Mai 09

Wäre die Anzahl Plätze in der Arche Noah in umgekehrter Proportion zum Mass an Fiesheit, Machtgeilheit, Egodominanz und Machtmissbrauch der anstehenden Entitäten vergeben worden, wären die Menschen wohl aussen vor geblieben. Hand aufs Herz (nicht aufs Hirn): ob sie wohl irgendjemand je vermisst hätte?

Unter den vielen Attributen, die sich der Mensch in seiner unsäglichen Eitelkeit selbst zuschreibt, um sich vom Rest der Welt abzuheben, ist das wohl pathetischste die Schuldfähigkeit. Bei Licht besehen braucht es allerdings eine deftige Portion moralischer Akrobatik, um die Fähigkeit, ein richtig mieses Arschloch zu sein, zum Adelsprädikat zu verdrehen, anstatt gerade dies zum Anlass zu nehmen, auf jegliche Hierarchisierung der Entitäten zu verzichten, froh zu sein, dass die Tiere uns nicht tief unter sich selbst stellen. Wieso sie das nicht tun? - Ganz einfach: weil es unter ihnen keine miesen Arschlöcher gibt.

Hinter jeder menschlichen Tat, auch hinter denen, die sich oberflächlich als Segen, als hilfreich, als gut, als notlindernd, als genial präsentieren, steckt immer mindestens eine Prise Anerkennungsgier, ein Quäntchen Selbstbeweihräucherung, ein Schuss Machtgeilheit.

Fast alles, was Menschen tun, dient der Vergrösserung ihrer Macht. Wenn sie lernen, lenken, lügen, loben - ja sogar wenn sie vorgeben zu lieben, stecken Machtgelüste dahinter.

Verantwortung ist die urvitale Grundhaltung der eigenen Welt gegenüber: aktiv sein dort, wo wir lieben.

Verantwortung nährt sich aus Zuwendung und mündet in achtsame Aktivität zugunsten dessen, dem wir uns zugewendet haben.

Liebe ist die einzige Kraft, die jeglichen physikalischen Gesetzen spottet.

Die Macht ist ein Weib, das geil ist darauf, missbraucht zu werden.

200 Jahre nach Darwin erkenne ich endlich die entscheidende differentia specifica zwischen Mensch und Tier: Tiere töten - Menschen morden.

Es gibt bedeutend Freudvolleres als Freud.

Der grösste Fehler Darwins: die vertikale Anordnung.

Die erfolgreichste Hure der Menschheitsgeschichte ist die Wahrheit. Sie legt sich das gewünschte Gesicht, die erträumte Gestalt zu und mit jedem ins Bett, der sie ruft. Sie ist zudem die Einzige in ihrer Branche, die es gleichzeitig mit Millionen treibt, ungeachtet von Alter, Geschlecht oder Zahlungsfähigkeit. Und sie gibt ihren Freiern die von allen Schwächlingen so dringend benötigte Illusion, sie besässen etwas, um das die ganze Welt sie beneide.

Wenn die Relativität, die Modell- und Kontextgebundenheit der Wahrheit von der Mehrheit der Menschen erkannt würde, könnte es gemütlich werden. Vielleicht zu gemütlich?

Die einzige Pandemie ist der Mensch.

Kaum zwei Menschen sind sich einig bei der Frage, welche Tiere, welche Pflanzen, welche anderen Menschen Schädlinge seien. Aber alle Entitäten ausser dem Menschen sind sich einig, dass der Mensch einer ist.

 

Wie lange dauert es noch, bis der Mensch seine lächerlich vertikalen Vorstellungen mit sich an der Spitze aufgibt und das grandiose Vergnügen entdeckt, sich mitten in der Gemeinschaft aller Entitäten zu wissen, die - genau wie er - über den göttlichen Funken verfügen, der sich - genau wie bei ihm - nur dem Liebenden offenbart.

 

Endlich gibt es den todsicheren Tipp, wie Sie mit Sicherheit in jedem Umfeld die Aufmerksamkeit aller Umstehenden auf sich ziehen können. Sagen Sie möglichst alltagslocker: "Letzte Woche habe ich ja wieder so eine Schweine-Grippe gefasst!" Betonen Sie aber gekonnt sowohl 'Schweine' wie 'Grippe' und fahren Sie völlig easy fort mit Sätzen wie: "Mich triffts einfach jedes Jahr: 7 Tage Bett... - allein mit dampfenden Laken" oder ähnlich.

 

 

April 09

Gute Pädagogik bemüht sich stets um die Balance von Wissen, Können und Liebe. Wer nur weiss, wird zum nutz- und lieblosen Theoretiker. Wer nur kann, wird zum herz- und hirnlosen Macher, der tut, was er tut, schlicht weil er es kann. Wer nur liebt, der stolpert tolpatschig in die Irre, wie das Eso-Huhn, das den Fisch aus dem Wasser retten will, damit er nicht ertrinkt, sich dabei aber zum Glück so ungeschickt anstellt, dass er ihr immer wieder entgleitet – in seine Freiheit, nicht in ihre.

Männer lieben vielleicht hirnlos, vielleicht auch schwanzgesteuert, aber sie lieben. Frauen rechnen. Auch damit.

Die gefährlichsten Fundis sind die, die ihre Schnapsideen an lückenlosen Kausalketten vorführen.

Kausalität wurde erfunden, um individuelle Fürze besser aussehen zu lassen.

Ausser den Juristen scheint niemand begriffen zu haben, dass ein behaupteter Kausalzusammenhang - wenn er sich denn überhaupt als ein solcher entpuppt - auch noch adäquat zu sein hat, und dass die Beurteilung der Adäquanz eine sehr subjektive, kontextabhängige ist.

Wenn Formen klingen, Klänge duften, Düfte Farben tragen - wer wollte dann noch Stadt und Glotze missen?

Die Diskurs-Schlacht gewinnt nicht der, der die Aussagen der andern am besten versteht, sondern der, der möglichst alle andern falscher Sprachverwendung bezichtigt und damit das Definitions- und Deutungs-Monopol für sich zu reklamieren weiss.

Wenn Sie allen Wesen, die sich Ihnen auch nur einen Augenblick zuwenden, die Sie vielleicht sogar erziehen, unterrichten, motivieren, begleiten dürfen - wenn Sie all denen nur ein winziges Bisschen Liebe, Mut und Ungehorsam rüberbeamen können, dann haben Sie segensreich gewirkt und können dereinst auch getrost abtreten.

MUT ist die erste Silbe von MUTTER. Wenn all die lächerlich-feigen goldbefallschirmten Männlein das nur einsehen würden. Aber auch Einsicht bräuchte Mut.

 

März 09

Weite und Freiheit bewirken bei vielen nicht Begeisterung und Glück, sondern Gefühle existenzieller Verlorenheit. Dies macht Fundamentalismus jedweder Couleur so attraktiv.

Die erspriesslichsten Zweierbeziehungen sind die, bei denen wenigstens einer der zwei vier Beine hat.

Scheidungen zwischen Mensch und Hund sind vergleichsweise selten.

Tiere lesen Menschen besser und vor allem schneller als wir sie.

Alles an der Kommunikation ist mehrdeutig. Deshalb braucht es für halbwegs gelingende Rezeption mehr als das Hirn.

Alle wollen die Welt verbessern - die draussen.

Wie wärs denn, nach vielen Jahrhunderten VATI-kan, zur Abwechslung mal mit MAMI-kan? Katze statt Ratze und so?

 

Februar 09

Gefängnis-Sehnsucht: Der Mensch sehnt sich immer wieder zurück in das selbst errichtete Gefängnis seiner Denk-Axiome, Gefühls-Blockaden und Taten-Mauern und erschrickt über Freiheiten in allen Bereichen, lehnt sich an, ständig auf der Suche nach Orientierung gebenden Wänden, Leitplanken, an schon Gedachtes, schon Gefühltes, schon Getanes, immer unsicher um sich blickend, ob er im Trend liege, im Mainstream mit schwimme, im Chor mit lalle mit denen, die den Ton angeben, mit den 'Angebern', den Diskursbeherrschern.

Wenn wir für unsere Welt-Wahrnehmung selbst verantwortlich sind, könnten wir auch etwas lockerer mit den Wahrnehmungen anderer umgehen, die uns als 'Lügen' erscheinen. Es sind ja 'Nehmungen' - und jeder nimmt etwas anderes und klebt ihm die Etikette 'wahr' auf, hält es für wahr. Fürwahr kein Grund zur Aufregung. Solange er sich an die Spielregeln hält in all den Spielen, die er freiwillig mitspielt in irgendwelchen Kollektiven, kann uns doch piepegal sein, was er pivat für wahr hält. Aber Spielregeln für wahr erklären, ist ebenso lächerlich wie Moden, Trends ewige Gültigkeit zu verleihen.

Entscheid und Verantwortung gehören zusammen - eine alte, im Wohlfahrtsstaat und im Exzess-Kapitalismus in Vergessenheit geratene Erkenntnis. Man könnte sie ganz generell für Welt-Wahrnehmung anwenden: Was ich entscheide wahrzunehmen, dafür bin ich verantwortlich. - Aber wenn alle dies beherzigen, was sollen wir dann anfangen mit all den Erleuchteten, die sich von ihrem homerischen Gelächter kaum mehr erholen können?

Im sozialen Wohlfahrtsstaat rückt der, der rein gar nichts beiträgt zum Ganzen, der weder für sich noch für andere sorgt, immer mehr ins Zentrum. Die Verherrlichung des Faulen, Dummen, Verantwortungslosen, des Drückebergers verblasst erst beim völligen Bankrott des Staates, der dann - wie das in globalisierten Zeiten üblich ist, günstig von einem andern, noch etwas weniger dekadenten übernommen wird.

Dekadenz lässt sich am Mass des sich nicht verantwortlich Fühlens ablesen.

Ein TV-Gerät ist eine kluge Investition für demente Zeiten. Benutzt man es schon zuvor, hilft es sogar aktiv mit, dass sie dann auch wirklich eintreten.

 

Januar 09

Das Urteil sagt mehr über den Urteilenden als über das Beurteilte.

Wir reden von Nutz-Tieren - aber was nützt der Mensch?

Das Alter ist ein Segen - wenn es andere ereilt.

Hinter allem das Potenzial des Wandels entdecken.

Humor ist die beste Strategie, um nicht an der Dummheit der Menschen zu verzweifeln.

Im Bauch des Hochglanzwortes 'Treue' verbergen sich stumpfe Klösse wie Phantasielosigkeit, Bequemlichkeit, Ängstlichkeit, Feigheit und Impotenz.

Echte Freundestreue kann man nicht verlangen, nur freudig als Geschenk annehmen. Wer sie einfordert, erhält vielleicht Kadavergehorsam, Wohlverhalten aus Berechnung, oberflächliche, missmutig geleistete Bravheit oder er wird - weit häufiger und zu Recht - nach allen Regeln der Kunst betrogen.

Sicherheit und Tod sind Zwillinge - Freiheit und Leben auch.

 

und HIER geht's zur Sammlung - aber Achtung: Kinder haften für ihre Eltern...