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RELIGIO

Schuss 302

Jetzt ist der Kommunikationsprofi definitiv verrückt: Pinkelt den Theologen ins Gärtchen! Der Trick ist einfach: Ich behaupte, Religion sei nichts anderes als ein Unterbegriff von Kommunikation.Wenn Kommunikation die auf Gemeinschaft zielende Bezugnahme mindestens zweier Entitäten ist, dann ist RELIGIO von der Begriffshierarchie her ein Unterbegriff, eine spezielle Art von Kommunikation,nämlich die Bezugnahme mit dem Ziel der Durchschauung der Formen und des Erkennens der Inhalte. Auf Gemeinschaft zielt sie auch, nämlich auf das Integrieren der Inhalte. Religion ist demzufolge Kommunikation mit dem Ziel, hinter den Formen die Inhalte zu erkennen und zu integrieren. Das ist sehr wohl ein kommunikativer Akt und auch durchaus ein konkreter. Der Zugang zu den Inhalten, zum Metaphysischen erfolgt immer und zwingend über die Form, das Physische. Wer einen Inhalt erkennen will, muss mit der Form Kontakt aufnehmen, kommunizieren, sich beziehen auf die Form, hinter der konkreten Form die abstrakte Idee, den Inhalt erkennen. Und für 'Form' können Sie jede beliebige Entität nehmen, von Menschen über Tiere, Pflanzen bis zu Dingen. Hinter sämtlichen konkreten formalen Erscheinungsformen gibt es einen abstrakten Inhalt, eine Ideem die es freizuschaufeln, zu erkennen gilt.

(Wer da nur noch 'Bahnhof' versteht, aber definitiv auf den 'Zug' möchte, muss sich vielleicht die Mühe machen und sich in meinem Buch Ethische Kommunikation, Die Hohe Schule der Achtsamkeit, schlau machen. Der erste Teil findet sich bei den Kostproben: Ethik und Kommunikation).

Re-ligio ist lateinisch für Rück-bindung. Die weitgehend verloren gegangene Rückbindung an die 'andere Seite', die Welt hinter der Welt, die Meta-physische, hinter dem Materiellen, Korporalen liegende Welt oder in der Sprache der griechischen Philosophie gesagt: an die Welt der Inhalte, der Ideen hinter den konkreten Formen. Religio als Aktivität meint also das Suchen, Erkennen und Begreifen des Metaphysischen hinter dem Physischen und umfasst alle Prozesse, die den Weg zu diesem Erkenntnisziel fördern. Religiös ist, wer sich an diesen Weg und dieses Ziel rück-gebunden weiss und sich an diesem Ziel orientiert.

Re-ligio ist der Inhalt, die institutionalisierten Weltreligionen, Kirchen, Sekten sind mögliche Formen. Genauso wie hinter allen formal-korporalen Stühlen die 'Idee der Sitzgelegenheit' als Inhalt steckt (Plato lässt grüssen), steckt hinter allen kirchlich-religiösen Gruppen und Institutionen die Idee der Verbindung zur anderen Welt. Seit es Menschen gibt, gab es immer diesen Versuch, mit formalen Hilfsmitteln ein Scharnier zu bilden zwischen physischer und metaphysischer Welt, eine Telefonzentrale, ein Internet-Café, wo unter Befolgung bestimmter Regeln und Riten speziell ausgebildete Menschen den andern helfen, Verbindung aufzunehmen. Und wie es für Funkverbindungen Satelliten, Schüsseln, Kabel etc braucht, benutzten die Menschen spezielle Zeichen, stellten Symbole wie Totempfähle oder Gotteshäuser an geweihte Orte, die ihnen besonders kraftvoll oder geeignet erschienen für die Kontaktaufnahme. Natürlich war und ist das immer Menschenwerk, mit allen Fehlern und Schwächen behaftet. Aber mal Hand auf's Herz. Ist es Ihnen wichtig, ob der Informatiker, der Ihren PC wieder erweckt, sie wieder ins Netz und in Verbindung mit der ganzen Welt bringt - ist es wirklich wichtig, ob der hübsch, nett, ein braver Mensch, gut angezogen ist, in was für einem Auto er daherkommt und ob er sonst vielleicht ein arger Wüstling ist? - Wenn Sie nicht gerade dringend auf Partnersuche sind, ist Ihnen das höchstwahrscheinlich ziemlich egal. Hauptsache er macht seinen Job! - Und genau diese Einstellung hatten frühere Kulturen diesen kirchlichen Institutionen gegenüber. Die haben gefälligst die Verbindung herzustellen, die Stöpsel richtig einzustecken, die richtigen Chips unter Strom zu setzen - der Rest war Dekoration.

Nochmals zu Platons Ideenlehre: Wenn man einen Stuhl hässlich, unbequem findet oder schlicht gerade kein Bedürfnis hat, sich zu setzen, heisst das in der Regel nicht, dass man grundsätzlich gegen die Idee der Sitzgelegenheit ist. Genau das machen aber die meisten unserer so aufgeklärten Zeitgenossen, wenn sie vor dem Phänomen der kirchlichen Institutionen stehen. Sie schauen hin, finden die Form Quatsch und drücken damit auch gleich beim Inhalt - der re-ligio - auf die 'delete'-Taste. Die meisten tun dies sehr unbewusst. Und da möchte ich gnädigerweise auch die Naturwissenschaft mit reinnehmen. Die sind so fasziniert von der Form, dass sie meist gar keine Hirn- oder besser Herz-Zelle mehr frei haben für die Inhalte. Wer wollte ihnen da verargen, dass sie für den Inhalt 'Religio' kein Interesse haben, wenn dort nicht einmal die Form so richtig was hergibt zum Forschen - ausser vielleicht für Archäologen. Aber dass dies auch Legionen von Philosophen und Künstlern tun seit geraumer Zeit, Nietzsche mit seinem zwar meist falsch verstandenen 'Gott ist tot'; Sartre und die ganzen Existenzialisten mit ihrem trostlosen 'In-Die-Welt-Geworfen-Sein', Grass und die ganzen Nachkriegler, die gebannt vor der Form sitzen und das Materiell-Historische immer wieder und wieder erzählen, teils brillant verpackt, aber doch stets kreisend um die Form, um die Physis, ohne einen Bezug zum Metaphysischen herzustellen.

Der Lösungsansatz ist simpel. Die Aufklärung hat gründlich aufgeräumt, nicht nur mit Königen und Kaisern, sondern auch gleich mit der ganzen Metaphysik. Das war sicher mutig damals, und die Verfilzung von kirchlicher und weltlicher Macht weckt durchaus Verständnis für die rigorose Aktion. Aber könnte man so ein paar hundert Jahre später nicht darauf zurückkommen, ein bisschen genauer hinschauen und sagen: 'Na ja, so ganz alles hätte man wohl nicht kippen sollen, aber es ist ja nie zu spät, lassen wir doch die Metaphysik wieder auferstehen und behalten einfach die kirchliche Macht unter Kontrolle, entziehen uns ihr ganz oder teilen sie auf - wie auch immer?'

Warum haben wir die re-ligio verloren? Weil die meisten von uns die 'andere Seite' aus den Augen und dem Erleben verloren haben. Weil wir gar nichts mehr haben, an das wir 'rückgebunden' sein möchten, ausser vielleicht an's Konto, die weltliche Machtposition in Beruf und Familie, das Hab und Gut. Die überzeugten Marxisten, Leninisten, Kommunisten hatten wenigstens noch das hehre Ziel der Herrschaft des Proletariats. Das taugte doch recht gut und mehr als ein halbes Jahrhundert zur Ersatzreligion. Heute sind es nebulöse Begriffe wie Fortschritt, Friede, Nahrung für alle, die so als dünne Decke über den rein materiellen Eigennutz gelegt werden; mit denen das eigene Outfit verbrämt wird, wenn man nach höchsten Werten fragt. Aber auch da bleiben wir in der materiellen Welt, der Physis stecken. So nett und ethisch wertvoll es klingen mag, wenn jemand Friede auf Erden herbeiwünscht, so wenig hat es mit der andern Seite, der metaphysischen Welt zu tun. Es sind Reparatur- und Änderungswünsche, die das Diesseits betreffen. Re-ligio meint aber die Rückbindung ans Jenseits, an das hinter dem Physischen, dem Korporalen Wirkende, an die platonische Ideen-Welt, an die Welt der INHALTE. Religio ist das Verbindungsstück zwischen Form und Inhalt. Wenn wir den Begriff so von seinen weltlichen Erscheinungsformen entschlacken, sehen wir plötzlich, dass es gar nicht um eine Glaubensfrage geht. Nur wer ganz grundsätzlich die Aufsplittung des unserer Wahrnehmung Zugänglichen in Inhalt und Form negiert, braucht keine Religio. Wer aber akzeptiert, dass hinter jeder Form ein Inhalt steckt, den es über das Mittel der Deutung freizulegen gilt, wird kaum auf das abstrakte Scharnierstück, die Relais-Station Religio verzichten können. Wenn wir Religio und Metaphysik mal ein bisschen herunterholen vom Olymp und sehen, dass sie bereits hinter den konkreten Stühlen bei der Idee des Sitzens zu greifen wäre. Dass man das Begreifen von Inhalten über die Form bei jeder überhaupt nur erdenklichen Tätigkeit üben kann, dass Religion nicht nur in der Al-Aksha-Moschee, an der Klagemauer, auf dem Petersplatz stattfindet, dass Rituale nicht an geweihte Priester und Gerätschaften gebunden sind, sondern dass wir letztlich jede Tätigkeit zum Ritual machen können, indem wir sie in den Dienst des beschriebenen Erkenntnisweges zum Metaphysischen stellen. Dann können banalste Tätigkeiten wie Duschen und Zähneputzen zum Reinigungsritual werden. Wenn wir uns dabei bewusst machen, was hinter der körperlichen Reinigung für eine Idee steckt. Essen, Trinken, Erotik - alles kann bewusst, rituell und damit im weitesten Sinne religiös werden. Sinn und Ausgestaltung von Ritualen wäre ein eigenes Kapitel, nein ein Buch. Nur soviel: Ritual ist nicht gleich Weihrauch. Man muss dazu keine jammer-ernste Miene machen und so furchtbar weihnächtlich tun. Im Gegenteil. Die Lebenslust und Freude kann mächtig angeheizt werden, wenn man sich bewusst macht, dass man gerade etwas be-deutungsvolles tut und nicht nur schnell schnell was reinstopft, hinter die Binde giesst, die ehelichen Pflichten erledigt etc. Man findet dann plötzlich haufenweise Anlass zum Feiern. Das einzige, was in der Regel abnimmt, wenn man alles ritualisiert, sich ständig um Bewusstheit bemüht, ist das Tempo. Man bringt vielleicht weniger rein in seinen Tag. Aber ich kenne bislang niemanden, der dies als Verlust empfindet. Langsam und bewusst auch Dinge und Tätigkeiten geniessen, die man früher als lästig empfand und deshalb möglichst schnell hinter sich bringen wollte, ist doch ein Gewinn an Lebensqualität? Aber diese Art des Tuns steht natürlich zutiefst in Widerspruch zu den höchsten Werten unseres materiellen Zeitparadigmas, die da heissen: Effizienz, Leistungssteigerung, Rendite.

Wenn also bereits der kleinste Akt des Greifens einer Form und des Begreifens des Inhalts eine religiöse Fingerübung ist, dann sind wir doch alle - ob wir wollen oder nicht - irgendwie religiös? Ja, der kleine Junge, der nach dem Üben mit Äpfeln das Multiplizieren, die Idee dahinter begriffen hat und zum berühmten Heureka- oder Aha-Erlebnis kommt, hatte eine Mini-Erleuchtung. Genau darum geht's. Und es erzähle mir keiner, er hätte noch nie solche Erlebnisse des Erkennens gehabt. Das glaube ich nicht einmal George Bush. Und deshalb ist die ganze Diskussion um Religion oder nicht, Gott oder nicht so unsäglich unnötig. Es ist eine Diskussion um des Kaisers Bart, um reine Formen. Man kann über Religionsgemeinschaften, Kirchen, Institutionen und ihre Vertreter streiten. Aber sogar das ist letztlich verlorene Liebesmüh'. Nennen Sie mir eine menschliche Gemeinschaft, die nicht früher oder später in den Formen erstarrte, sich am Buchstaben, an den Regeln, den Dingen, den Gebäuden und Stätten, den historischen Abläufen, den Gründerpersonen festkrallte und immer absolutere Ansprüche stellte nach innen und aussen. Nett sind diesbezüglich die modernen Endzeitsekten, die alles wie im Zeitraffer, sozusagen in der Mikrowelle erhitzt demonstrieren. Kaum gegründet, ist der Spuk dank kollektivem Selbstmord auch gleich wieder vorbei. Damit ist nicht gesagt, es lohne nicht, es immer wieder neu zu versuchen mit menschlichen Gemeinschaften. Aber der Streit darüber lohnt nicht wirklich. Wenn wir daran interessiert sind, an die Inhalte ranzukommen, an die Ideen, an das Metaphysische hinter dem Physischen, dann suchen wir uns Gemeinschaften, wo wir dies mit andern zusammen tun können.

Und dass die Formen sich bei allen Gemeinschaften unterscheiden, ist nicht nur einleuchtend, sondern logisch zwingend. Jeder Mensch hat seine Mitte, und die meisten geben dieser selbstgewählten Mitte einen formalen Ort und oft auch eine formale Zeit - und schon ist ein Ritual geboren. Wenn jemand zu bestimmten Zeiten einen bestimmten Ort aufsucht, um 'sich zu finden', wenigstens etwas Abstand zu gewinnen von der Hektik und den Identifikationen des Alltags, so tut er das meist ganz für sich und ist glücklich dabei. Und er kommt nicht auf die Idee, dass andere das am selben Ort zur gleichen Zeit und mit demselben rituellen Ablauf tun müssten. Erst bei grösseren Gemeinschaften beginnt diese Gefahr zu wachsen, dass die eigene Mitte verabsolutiert wird und plötzlich generelle Gültigkeit beansprucht. Dabei ist es doch wunderbar, wenn Sippen, dörfliche Gemeinschaften, Stämme oder gar Nationen alle ihre 'Mitte der Welt' haben, wo sie sich zusammenfinden um 'sich zu finden', den Kontakt zur anderen Seite herzustellen, über Formen - meist ritualisierte Formen - an die wichtigen Inhalte heranzukommen. Aus dieser Optik haben wir z.B. mit dem Verlust des geozentrischen Weltbildes etwas verloren, das durch das heliozentrische Weltbild nicht ersetzt werden konnte und deshalb wehrte sich die damalige Kirche verständlicherweise dagegen. Nur sträubte sie sich auf der falschen Ebene, nämlich der formal-naturwissenschaftlichen. Es geht aber weder beim geozentrischen Weltbild noch bei den Schöpfungsgeschichten der Religionen um Naturwissenschaft, sondern um Mythos, um Bilder, die helfen, Inhalte begreiflich zu machen. Und das taten sie sehr wohl. Würden wir uns heute noch am Mythos der Erde als der Mitte der Erdbevölkerung, als unserer gemeinsamen Mitte orientieren, würden wir bestimmt verantwortungsbewusster mit ihr umgehen als wir es jetzt tun mit dem ganzen naturwissenschaftlichen Wissen, das zwar sicher formal richtig ist, aber die Funktion der Inhaltsvermittlung nicht mehr erfüllt.

Für mich ergibt sich aus dem Gesagten auch ein Einteilungskriterium für die formalen religiösen Institutionen. Je mehr Absolutheitsanspruch, Missionieren und Gewaltanwendung eine religiöse Gruppierung zeigt, desto weiter hat sie sich von ihrer ursprünglichen Funktion entfernt, Relaisstation zwischen hier und dort, zwischen Erde und Himmel, zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen materieller Welt und metaphysischer Welt, zwischen Form und Inhalt zu sein. Wenn wir die bekanntesten Grossreligionen daraufhin prüfen, fällt der Buddhismus besonders positiv auf. Aber in jeder der erstarrteren, buchstabengläubigeren Religionen gibt es auch heute noch Bewegungen, die sich sehr wohl der ursprünglichen Funktion bewusst sind und sich distanzieren von Absolutheitsansprüchen, Mission, oder gar Gewaltanwendung. Aktuell ist dieser Gegensatz beim Islam, wo wir zur Zeit vor allem mit dem puristisch-aggressiven Islamverständnis der Wahhabiten konfrontiert sind und dabei nicht vergessen sollten, dass der Sufismus eine uralte und immer noch lebendige Bewegung von höchster Spiritualität ist, die sich auf dieselben heiligen Schriften beruft. Damit möchte ich auch klar machen, dass ich nicht über irgendwelche unverbindlich-theoretischen Dinge plappern möchte, sondern dass diese Unterscheidung in Inhalt und Form gerade im Bereich der Religionen und der verhärteten Fronten formal unterschiedlicher kirchlicher Institutionen von grosser Aktualität ist. Die Erkenntnis, dass es letztlich um Inhalte geht und die formale Verpackung eigentlich beliebig ist, könnte dem angebrochenen Jahrhundert vielleicht ein paar Religionskriege ersparen. Aber vielleicht braucht es die ja gerade - denken wir an Heraklit - damit nach der Zerschlagung der Formen der Blick auf die Inhalte wieder frei wird, dass aus These und Antithese eine neue Synthese möglich wird. - Überlassen wir das den Historikern des nächsten Jahrhunderts.

Süchtig nach Mini-Erleuchtungen?
Zurück zu den Aha-Erlebnissen beim Erkennen von Inhalten: Was mich wirklich wundert, ist dass in einer so drogenanfälligen Zeit nicht mehr Menschen süchtig sind nach diesen Erkenntnis-Trips, nach diesen Mini-Erleuchtungen. Das wäre endlich mal eine fördernswürdige Sucht, wo man auf die Packungen schreiben könnte: Das Inhalieren, Integrieren des Inhalts nützt Ihrer Gesundheit. Tatsächlich ist jeder erkannte, verstandene, aus der Form befreite Inhalt ein Schritt Richtung Gesundheit - zumindest so wie ich Gesundheit verstehe. Und wenn wir das - süchtig oder nicht - lang genug und intensiv genug tun, haben wir irgendwann alle Formen durchleuchtet, alle Inhalte erkannt, begriffen, integriert. Und dann? Dann sind wir am Ziel. Dann sind alle Inhalte IN uns. Ausserhalb gibt es nur noch Formen, Zählrahmen, die nicht mehr wichtig sind, bedeutungslos, weil wir sie gedeutet haben. Dann sind wir dort, wo die Sprache Mühe kriegt, wo sie nur noch Metaphern hat wie Einheit, All-einheit, Tao, oder in Gottes Namen halt Gott. Und genau darum finde ich die Diskussion, ob es Gott gebe oder nicht, ob jemand an ihn glaube oder nicht, so völlig uninteressant, ja obsolet. Die Frage ist für mich so unnötig wie die, ob es Multiplikation ohne Äpfel und Birnen gebe - einfach so abstrakt als System, als Idee, als Inhalt. Und wenn dann jemand als Argument, warum es Multiplikation nicht gebe, sagt, man sehe sie nicht, könne sie nicht anfassen, kein Foto, keine Zeichnung machen von ihr. Na und? Das kann man logischerweise nicht von etwas Abstraktem. Wir können nur Formen fotografieren. Fotografieren Sie doch bitte mal 'das Weibliche an sich', 'die Idee der Frau' - ich wäre brennend interessiert daran! Aber deshalb zu sagen, es gebe nichts Abstraktes, es gebe gar keine Inhalte und Ideen, ist doch etwas derb. Auf diesem Niveau liegen aber die meisten Diskussionen über 'Gibt's Gott oder nicht?'. Hinter jedem Kunstwerk liegt eine Idee - die dann mehr oder weniger gut in Form gegossen, gegenständlich, fassbar gemacht wird. Hinter der Form Welt liegt die Idee Gott. Oder wenn Ihnen der Begriff zu 'besetzt' ist, dann sagen wir halt 'das Metaphysische'. Und wenn wir das Metaphysische in all seinen einzelnen Erscheinungsformen, in all den Millionen von Inhalten, die hinter den Millionen von Formen stecken, akzeptieren, dann macht es doch durchaus Sinn, auch einen Sammelbegriff zu kreieren, einen Over-all-Term, den wir dann als 'Inhalt an sich' der Welt als 'Form an sich' gegenüberstellen können. Und dieser 'Over-all-term' heisst in unserem Kulturraum normalerweise 'Gott'. Das ist für mich logisch einleuchtend und zwingend. Eine Frage des Denkens und nicht des Glaubens. Aber zum Glück gibt es viel einfachere, direktere und meist intuitiv einleuchtende Möglichkeiten, zu erfahren, dass es etwas gibt hinter den Dingen. Kinder haben da meist einen entwaffnend direkten und unverblümten Zugang, ohne Logik und Philosophie bemühen zu müssen. Aber wenn man diesem kindlich-sicheren Wissen einmal entwachsen ist, muss man sich neue Brücken bauen, um nicht in den Formen stecken zu bleiben. Und da hilft vielleicht das Bild von den religiösen Fingerübungen, die dann irgendwann zum abendfüllenden Orgelkonzert werden
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Form und Inhalt

Schuss 206

Wir leben in einer Welt der Formen, die ungedeutet für uns sinnlos, bedeutungslos sind. Wir müssen also versuchen, Formen zu begreifen, zu durchschauen, zu interpretieren, zu deuten, wenn wir zur Bedeutung vorstossen wollen. Das gilt sowohl für die Kommunikation wie für die Welt generell. Deuten wir nicht, bleiben wir bei der Form hängen und der dahinterliegende Inhalt bleibt uns verborgen, bedeutungslos. Das klingt vielleicht banal, aber genau das macht in aller Regel die Naturwissenschaft unserer Tage. Sie macht es brillant und genau, sie beschreibt Formen von Galaxien bis zu Quarks. Und sie feiert sich jedesmal stürmisch, wenn sie eine Form noch genauer, noch detaillierter beschreiben kann. Aber die ketzerische Frage sei gestattet: Wozu tut sie es, wenn sie gar nie zum Inhalt vorstösst, wenn sie immer noch tiefer in die Form hineinklettert - und meist darin steckenbleibt? Was für den Geisteswissenschafter das Selbstverständlichste der Welt ist - oder zumindest war - nämlich Literatur, Kunst, Rechtsnormen zu interpretieren, zu deuten, auszulegen, interessiert die meisten Naturwissenschafter nicht. Mit Kommunikation hat das insofern zu tun, als sie nicht - oder mangelhaft und oberflächlich - stattfindet zwischen den Fakultäten. Moderne Fachspezialisten haben ein müdes Lächeln übrig für die Universalgelehrten früherer Jahrhunderte. Nur: ein Aristoteles hatte dafür etwas mehr Überblick, was sich z.B. in der Kausalitätslehre zeigt. Er kannte, benannte und arbeitete noch mit vier causae. Der moderne Naturwissenschafter gibt sich meist mit der causa materialis, der im Stoff liegenden Ursache, und der causa efficiens, der immer zeitlich vorgeschaltet die Manifestation auslösenden 'Wirkursache' zufrieden und forscht mit Inbrunst immer in die gleiche Richtung: zurück auf der Zeit- oder der Raumachse zu der Ursache der Ursache der Ursache - z.B. von Aids, oder der hohen Suizidrate in der Schweiz, oder der Börsenflaute, oder dem 11. September. Das ist durchaus eine interessante Fragestellung und man findet auch immer wieder etwas. Man isoliert ein Virus, man entdeckt die Wohlstandsverwahrlosung, die Familienzerrüttung, die weltweite Vernetzung der Märkte und die bösen Taliban. Dann macht man sich daran, möglichst all das auszumerzen. Aber dass einer die für Aristoteles und jeden Literaturwissenschafter selbstverständliche Frage stellte nach der causa finalis, also nach dem 'Wozu', findet höchst selten statt. 'Warum gerade jetzt, gerade hier? Zu was führt, bringt, zwingt es uns jetzt und in Zukunft? Woran hindert es uns jetzt und in der kommenden Zeit? Ist es so abwegig, diesen Fragen mindestens gleiche Wichtigkeit beizumessen, wie der Frage nach dem meist nur materiell-korporalen Woher, nach den in der Vergangenheit liegenden materiellen Ursachen?

Das Einseitige dieses Vorganges zeigt sich vielleicht am deutlichsten in der modernen Medizin. Da wird endlos nach Viren und Erregern geforscht - und kaum ein moderner Schulmediziner stellt die Frage nach dem Sinn einer Krankheit, nach der causa finalis, der Finalität von Krankheit generell und dem einzelnen Symptom speziell. Wahrscheinlich verhilft erst der Zusammenbruch des Gesundheitswesens in den sogenannt modernen Zivilsationen zur Wiedergeburt dieser Fragen. - Die Fixierung unserer Wissenschaft auf die Kausalität im Sinne der Wirkursachen hat auch das Denken in Analogien in den Hintergrund gedrängt. Obwohl immer mehr Forschungsergebnisse zeigen, dass die uralte Erkenntnis 'Mikrokosmos = Makrokosmos' auf allen Ebenen stimmt, wird selten mit Analogien gearbeitet, mit den Schlüssen von einer Beobachtung auf die andere, ohne dass ein kausaler Wirkzusammenhang bestehen muss.

Das klingt jetzt wie eine Gross-Attacke gegen die Wissenschaft. Ist es nicht, oder zumindest nicht nur. Erstens produziert die Wissenschaft am Laufmeter herrlichste Forschungsergebnisse, die sich deuten lassen, die fast täglich auf der formalen Ebene etwas bestätigen, was Weise wie Hermes Trismegistos oder Lao Tse vor undenklicher Zeit auch schon sagten. Dafür bin ich der Wissenschaft zutiefst dankbar, auch wenn sie diese Analogien selbst nicht zieht. Und zweitens haben wir genau die Wissenschaft, die wir verdienen, die zu uns passt - analoger Schluss! Sie ist eben gerade nicht causa efficiens für irgendwelche Miseren. Aber auch umgekehrt sind nicht wir andern, die ausserhalb der Naturwissenschaft stehen, schuld am Zustand, in dem sie sich befindet, Wirkursache für ihre Einäugigkeit. Sie repräsentiert nur den Gesamtzustand der westlichen Kultur. Einer Kultur, die sich in der Einseitigkeit des materiellen Individualismus verfangen und dabei jegliche Rückbindung an übermaterielle, nicht physische oder eben metaphysische Werte verloren hat. Wenn ich jetzt noch Rückbindung ins Lateinische übersetze, komme ich zum Begriff Re-ligio - und laufe wieder Gefahr, missverstanden zu werden. Das Thema ist delikat und vielschichtig, mehr darüber passenderweise im Weihnachtsmonat Dezember. Damit sich die paar Schuss-Leser schon ein bisschen einstimmen oder vielleicht sogar aufregen können, hier als Vorgeschmack meine Definition von Re-Ligio:

'Religio' ist das Suchen, Erkennen und Begreifen des Metaphysischen hinter dem Physischen und umfasst alle Prozesse, die den Weg zu diesem Erkenntnisziel fördern. Religiös ist, wer sich an diesen Weg und dieses Ziel rück-gebunden weiss und sich an diesem Ziel orientiert.

Auf den Bannstrahl der Ayatollahs, die Exkommunizierung durch die Päpste, die Verunglimpfung durch die mit dem Fischli am Auto und das ETH-Verbot des Rektors - aber auch auf das zustimmende Grunzen ähnlich Denkender freue ich mich.

 

 

Schuss 205

Verständnis - Konfliktkultur - Einverständnis

Basis der Konfliktkultur ist Verständnis für die Werthaltung bzw. die Botschaft eines 'Senders' im Kommunikationsprozess. Wenn wir also sagen können: "Ja, so kann man's auch sehen, ich kann nachvollziehen, warum Du es so siehst - ich sehe es allerdings anders". Wenn wir dem andern kein Verständnis entgegenbringen, wächst die Tendenz, dass Konflikte unkultiviert, roh oder gar destruktiv werden. Akzeptieren wir aber den andern in seinem So-Sein, machen wir uns die Mühe, die Welt - oder wenigstens den in der aktuellen Kommunikation gerade relevanten Ausschnitt - ganz kurz von seinem Standpunkt aus zu betrachten, steigt die Chance für Verständnis und für eine kultivierte Auseinandersetzung, die sich oft dadurch auszeichnet, dass beide Konfliktbeteiligten ihre Standpunkte verschieben, und zwar in der Regel zueinander hin. Minimal kommt Bewegung in die Frontgräben, im günstigeren Fall findet eine Annäherung statt - im Idealfall kommt es zum Einverständnis. Nämlich dann, wenn wir die Relativität oder noch besser die gegenseitige Bedingtheit, Abhängigkeit, Interdependenz der Gegenpole erkennen. Wenn wir erkennen, dass jeder neue Grüne einen Autoparteiler, jeder Pazifist eine Kriegsgurgel gebiert, zwingend hervorruft wie das Einatmen das Ausatmen erzwingt, dann haben wir die Polarität durchschaut und das Eine, Dahinterliegende erkannt. Dann können wir EIN-verstanden sein.

Im alltäglichen Sprachgebrauch benutzen wir 'einverstanden sein' ganz konkret und Einzelfall-bezogen als Synonym für 'ja zu etwas sagen'. Es steckt aber noch etwas mehr in dem Begriff: Das Eine verstanden haben, die Einheit, die Alleinheit verstanden haben. Auch wenn Sie mit meiner Deutung des Begriffs 'einverstanden' nicht einverstanden sein sollten, lassen sie's etwas mitschwingen für die nächsten Zeilen.

Konfliktkultur meint also nichts anderes als 'liebevolles Streiten', den Gegenpart anerkennen, ja sogar Freude haben am Gegner ("Viel Feind, viel Ehr"). Am ehesten kennen wir dies Haltung noch aus dem Sport. Wenn wir ein bestimmtes Niveau haben in einer Disziplin, suchen wir nicht die Auseinandersetzung mit Anfängern, sondern mit 'gleichwertigen' Konkurrenten, mit und an denen wir uns wirklich messen können. Und wenn im Streitgespräch jemand die eine Seite der Medaille zu sehr poliert, zeigen wir auf die andere Seite - ohne zu vergessen, dass es die beiden Seiten ein und derselben Medaille sind, dass wir nicht eine ohne die andere haben können. Für diese Medaillenseiten können Sie jetzt Licht und Schatten, Krieg und Frieden, Glück und Leid, Erfolg und Misserfolg, Wachstum und Schrumpfung, Tod und Leben, Krankheit und Gesundheit, Mann und Frau, Aufbau und Zerstörung oder auch banalere Dinge wie SPD und CDU einsetzen. Die ganze Welt der Erscheinungsformen lässt sich in solche Polaritäten einteilen, die zusammengehören, sich bedingen, sich abwechseln. Unser Problem ist einerseits die Wahrnehmung, dass wir oft weder Amplitude noch Frequenz dieser Sinuskurve, dieses ständigen Auf und Ab erkennen. Wie tödlich das sein kann, lässt sich am Atem zeigen. Wenn Sie mehr als ein paar Minuten an einem der beiden Pole 'Einatmen' bzw. 'Ausatmen' festhalten, sind Sie tot.
Das andere Problem ist, dass wir nie beide Pole gleichzeitig realisieren können, sondern gezwungen sind, sie auf der Zeitachse hintereinander zu erleben. Gefällt uns der eine Pol, wollen wir ihn festhalten und den Gegenpol wegputzen. Genau das machen wir z.B. mit der modernen Medizin, die mit beeindruckender Kriegsterminologie die Krankheiten bekämpft, Symptome zum Verschwinden bringt - einfach weil man den Pol Gesundheit positiv bewertet, den Pol Krankheit negativ und nicht sieht, dass sie zusammengehören, sich bedingen und beide ihre Berechtigung haben. - Oder kennen Sie jemanden, der immer gesund, fröhlich und glücklich ist? Eigentlich wissen wir es ja seit Kindsbeinen, dass da ein ständiger Wechsel ist von Auf und Ab. Und dass 'Ab' immer auch riesige Chancen birgt. - Nur in unserem ganz speziellen aktuellen Fall, beim Aufstieg unseres Unternehmens, der eigenen Karriere, da möchten wir so gerne etwas schummeln. Was gäben wir da für Linearität: eine stetig steigende Linie. Wohin solch naive Wunschvorstellungen führen, zeigt doch ganz nett der Handy-Markt. Oder die IT-Euphorie. Oder die Privatisierungs- und Globalisierungswelle. Oder die Aktienspar-Sekte - wie hiess sie gleich? BZ? Oder ist das die Billett-Zentrale? (Weitere lustige Beispiele an jedem Stammtisch...)

Konnte ich mich verständlich machen? Auf jeden Fall biete ich Ihnen an, mir zu zeigen, wo Sie stehen in diesen Fragen. Ich werde versuchen, mich kultiviert mit Ihrer Sichtweise auseinanderzusetzen. Vielleicht kommen wir ja sogar durch Annäherung unserer Standpunkte zum EIN-Verständnis?

 

Schuss 204

Ganzheitliche Bildung als 'vierter Weg'?

Ich meine: "Ja, aber..."
JA, ganzheitliche Bildung IST ein probates Mittel gegen die weltweit grassierende Verengung des Blickwinkels auf Rendite, auf rein materielle, ökonomische Zusammenhänge, gegen die Fixierung und Reduzierung des Menschen auf seinen Körper und die korporalen Bedürfnisse.
ABER: sie ist unter dem herrschenden Zeitparadigma aus dem 'Angebot' entschwunden. Es gibt kaum Stimmen, die sich dafür stark machen. Das Bedeutungsumfeld des Begriffs 'BILDUNG' ist längst auf 'WISSEN' zusammengeschrumpft. Dass der Erwerb von Wissen wertvoll und förderungswürdig ist - Investitionen lohnt - darüber herrscht allerdings von Buschor bis Japan fast globale Einigkeit. 'Wissen, um zu...', Wissen, das irgendwann (lieber früher als später!) rentiert, umsatzrelevant wird, die getätigten Investitionen nicht nur deckt, sondern mindestens so übersteigt, dass die (dank der Anwendung eben dieses Wissens in der Medizinaltechnik) immer längere unrentable, unproduktive Zeit des Alters 'abgedeckt' ist. Es ist ein in sich stimmiges Konzept, das Leben als Gauss'sche Rentabilitätskurve mit der investitionsreichen Jugend, der maximalen Rendite während der 'produktiven' Periode und der unrentablen Alterszeit, wo der Nutzlose mit dem eigenen -oder schlimmstenfalls von andern- Ersparten korporal am Leben erhalten werden muss. Dass viele sich überflüssig fühlende alte Menschen in die Demenz flüchten, ist vor diesem Hintergrund nicht nur einleuchtend, sondern fast zwingend.

Es gäbe - und gab - ein zum skizzierten im Gegensatz stehendes Konzept, aber es basiert auf Prämissen, die zur Zeit in unseren Breitengraden nicht gerade en vogue sind. Doch nehmen wir einmal als Arbeitshypothese an, es gebe wie bei allen Erscheinungsformen auch zum sogenannnten Diesseits, zur irdischen Existenz, einen gegenpolaren Bereich, nennen wir ihn 'Jenseits'; und nehmen wir weiter an, die Übergänge vom einen Bereich in den andern seien so zyklisch, sich gegenseitig bedingend und wertfrei wie Einatmen-Ausatmen, Tag-Nacht, Wachsein-Schlafen, Plus-Minus oder - in der digitalen Zeit: Eins-Null; stellen wir dann noch fest, dass wir im diesseitigen Bereich relativ wenig wissen über den jenseitigen, dann wäre doch die Zeit unmittelbar nach bzw. vor dem Übergang besonders interessant. Unter diesen Annahmen wären also Kinder und alte Menschen besonders spannende Zeitgenossen, die einen, weil sie vielleicht noch etwas in sich tragen, spüren, ahnen, wissen von der andern Seite so kurz nach dem Übergang, die andern, weil sie sich vorbereiten auf den Übergang, sich einstimmen, manchmal 'mit einem Bein schon drüben' sind; weil sich ihr Fokus ändert, sie das Loslassen üben, nicht mehr so eifrig Diesseitigem hinterherrennen. In früheren Zivilsationen war es selbstverständlich, dass man den Alten mit Verehrung, ja mit einer gewissen Scheu, sicher aber mit einer Lernhaltung begegnete. Nicht weil sie einem sagen konnten, wie man die Rendite in seinem Geschäft erhöhen könnte, sondern weil sie bereits weiter, hinüber blickten und sich ihr Wertsystem veränderte und die noch im Diesseits Verhafteten fasziniert waren von der darauf fussenden Veränderung der Lebensqualität. Der den meisten von uns paradox erscheinende Satz 'Lerne sterben, so kannst Du leben' wird plötzlich verständlich. Das heute herrschende Rendite-Zeitparadigma hat einen ganz andere Haltung gegenüber Kindern und alten Menschen produziert - aber auch andere Alte. Wenn man ein Leben lang daran glaubt, dass man nach der Rendite-Periode nutzlos sein wird, ist die Chance gross, dass man dieses Eigenbild dann auch ausfüllt. Zumindest wäre es für alle von uns, die noch nicht dement sind, doch eine lohnende Sache, ein paar Minuten Lebenszeit in die Prüfung alternativer Welterklärungsmodelle zu investieren(!).

Und die 'ganzheitliche Bildung' soll nun das richtige Mittel dazu sein, den Nachwuchs frühzeitig Sterben zu lehren? Zugegeben, 'ganzheitlich' ist ein bereits übel geschundenes und von der Masse längst vereinnahmtes Wort, das für die Bewerbung jeglicher Produkte und Dienstleistungen herhalten muss. Aber zur Zeit steht mir kein treffenderes Adjektiv zur Verfügung, das den Inhalt besser transportierte. Auf die Ganzheit zielende Bildung impliziert eben auch die oben beschriebene Vorbereitung auf den Übergang bzw. den sorgfältigen Umgang mit Kindern, die nicht immer gleich schnell mit den - jeweils neuen - diesseitigen Bedingungen zurecht kommen. Ganzheitliche Bildung öffnet aber auch die Wahrnehmungsfähigkeit, weil sie eben die ganze Palette, neben rationalen auch korporale, emotionale, intuitive und spirituelle Inhalte rezipieren lehrt. Dies völlig unabhängig davon, ob jemand obigen Hypothesen zustimmt oder nicht. Ziel ist also keinesfalls ein Indoktrinieren, Aufzwingen einer bestimmten Weltsicht. Ziel ist aber sehr wohl ein Durchschauen und Relativieren des jeweils gerade geltenden Zeitparadigmas, ein Öffnen des Blickwinkels, ein Prüfen aller möglichen alternativen Konzepte und ein Zur-Verfügung-Stellen möglicher Bewertungskriterien. Wenn wir einmal erkannt haben, dass auch das geltende Weltbild immer nur - wie die wahren Wissenschafter immer betonen - 'der heutige Stand des Irrtums' ist, dann könnten wir doch mit genau den Arbeitshypothesen zu leben versuchen, die uns Richtung Ganzheit schieben, die unser Leben über die 'rentable Periode' hinaus spannend, herausfordernd, lehrreich bis zum letzten Atemzug machen. - Wenn wir schon wissen, dass ein ständig wachsender Teil des Lebens der Forderung nach Rentabilität nicht genügt, wäre das doch Grund genug, auch das Lernen, die Bildung über diese Periode hinaus zu konzipieren - ganzheitlich, wie ich meine. Aber dies ist nur der individuelle Aspekt. Im Hinblick auf den Robinson-Spielplatz Erde mit allem Geknatter und Geknalle scheint mir ganzheitliche Bildung die beste Prävention gegen Engstirnigkeit und damit auch gegen Terrorismus, alle Schattierungen von Fanatismus, Extremismus und Sucht. Falls Ihnen was Besseres einfällt, freuen wir uns!

 

 

Schuss 203

'Das Beste im Leben sind die Katastrophen'

Vielleicht etwas provokativ, aber zynisch ist das nicht gemeint. Gesagt hat es der deutsche Psychotherapeut und Buchautor Thorwald Dethlefsen. Sucht man die ursprüngliche Bedeutung des altgriechischen Begriffs, verliert die für heutige Ohren mit üblen Bildern von Terrorattacken, Flugzeugabstürzen und Erdbeben behaftete 'Katastrophe' Schrecken und Schärfe. Eigentlich ist es schlicht der Wendepunkt, der Umkehrpunkt am Ende der Strophe. Von einer negativen Wertung keine Spur. Später bezeichnete die Katastrophe im griechischen Drama die Wendung hin zum (tragischen) Ende - und hier produzierte dann sukzessive die abendländisch-christliche moralinsaure Sichtweise eine einseitig ablehnende Bewertung des an sich wertfreien Begriffs 'Katastrophe' - eines von vielen Beispielen für den vielleicht verhängnisvollsten Prozess im Weltverständnis der letzten 2000 Jahre: Wertung und Bewertung in alles und jedes hineinzupumpen, auch und gerade in Begriffe, die eigentlich wertfrei waren. Ein anderes Beispiel ist das christliche Missverständnis des Begriffs 'Sünde', der ursprünglich weder mit 'Bösen Onkelz' noch mit pfadihaft guten Taten irgendetwas zu tun hatte. Sünde meint schlicht 'sondern', 'absondern' und beschreibt völlig wertfrei den normalsten Vorgang der Welt: das sich Ablösen des Kindes von den Eltern, des 'Sohnes' vom 'Vater', des Menschen von Gott. - Okay, jetzt wird's dem einen oder andern zu theologisch. Es ging ja nur darum, den abstrakten Vorgang zu beschreiben, wie einem Begriff aus mannigfaltigsten Gründen eine Wertung injiziert wird, die ursprünglich nicht drin war. Wer's lieber etwas weltlicher hat, nehme Begriffe wie 'bürgerlich' oder 'Weib'.

Zurück zu den belobhudelten Katastrophen. Die Titelaussage ist natürlich genau so bewertend und damit fragwürdig wie ihr Gegenpol, dass nämlich Katastrophen mit allen Mitteln zu vermeiden seien. Sie will aufschrecken und den Fokus darauf richten, dass jeder Katastrophe etwas abzugewinnen ist. Und dass sowohl im individuellen wie im überindividuellen Bereich bei intensivem Bemühen Sinn entdeckt werden kann in diesen Wendepunkten, die zwar meistens für den bzw. die Betroffenen zuerst einmal als zur Unzeit kommend, als zu stark, zu gross, zu heftig, zu erschütternd empfunden werden. Dass aber früher oder später die Einsicht folgt - folgen kann - dass die unfreiwillige Wende in eine vorerst nicht gewählte Richtung heilsam, stimmig, in einem grösseren Sinne richtig war als das angenehm-munter-bequeme Weitersausen auf der eingeschlagenen Bahn. Und dass - aus der nötigen Distanz betrachtet - die Katastrophen im eigenen Leben letztlich eben doch das Wichtigste sind, weil sie Reifungsprozesse, manchmal gar Reifungs-Sprünge auslösen können. Bei den Katastrophen nationalen oder globalen Ausmasses sind es meist erst die Epigonen, Historiker späterer Jahrhunderte, die sich auf Sinnsuche machen und nicht nur fündig werden, sondern auch mit einer gewissen Akzeptanz rechnen können.

Bis hierher wird der eine oder andere noch nicken und brummeln 'Na, soo neu sind diese Gedanken nun aber auch nicht' (was ich auch nie behauptet habe). Wenden wir nun aber diese theoretischen Erkenntnisse in unserem praktischen, überblickbaren Erlebnisbereich an, wird's kritischer. Beim katastrophalen Misserfolg irgendeines missliebigen Konkurrenten, der sich in ein völlig anderes, uns nicht mehr 'kratzendes' Tätigkeitsfeld verzieht, sind wir auch noch durchaus angetan von der Theorie. Bei der Anwendung auf den 11.September, die Amokläufe in Zug und Erfurt und ähnliche Ereignisse wird's unangenehm. Es wirkt so schnell zynisch, irgendetwas anderes als 'erschüttert', 'entsetzt' oder einfach 'traurig' zu sein. Eine geniale Radio-Journalistin hat's am ersten Abend nach dem Zuger Blutbad auf den Punkt gebracht, als die Bevölkerung ratlos und meist schweigend mit Kerzen draussen stand: Zum ersten Mal in ihrem Leben sei ihr bewusst geworden, was es heisse, zusammenzustehen. - Dass sie dieses Erlebnis im schweizerischen Klein-Manhattan hatte, wo die Hauptenergie normalerweise nicht gerade in die Solidarität fliesst - dazu war vielleicht eine Katastrophe, eine abrupte Wendung nötig.

Am delikatesten aber wird es, wenn wir versuchen, den Sinn in den Katastrophen zu sehen, die scharfe Kehrtwendungen in unserer eigenen Lebensbahn bewirken. Da ist die Versuchung riesengross, Schuldige zu bezeichnen, die Verantwortung abzuschieben und es braucht eine gehörige Portion Reife und Grösse, die sichtbaren, ja zum Teil einklag- und verurteilbaren Täter als Erfüllungsgehilfen eines richtigen Schicksalsweges zu erkennen, der uns dorthin führt, wo wir freiwillig nicht hinwollten - wo wir aber letztlich hinmüssen, wollen wir unsere Lebensthemen bearbeiten, ganz werden, heiler werden. Und das wäre doch eigentlich schon das Ziel? Oder nicht? Auf Widerspruch, Ergänzung, Kommentar freuen wir uns.

Schuss 202

Der Herzöffner - Schlüssel zum Du

Der Schlüssel zum andern, zur Welt ist der Herzöffner - ein simpel zu handhabendes Werkzeug, das wir eigentlich immer im Gepäck dabei haben. - Herzöffner? - ja, ja, denken Sie nur an den vertrauten Büchsenöffner, das Bild ist gar nicht so schief: Sie sitzen nach dem berüchtigten Schiffsuntergang allein mit einem Haufen Büchsen auf der ebenso klischeehaften einsamen Insel - ohne Büchsenöffner.... So verschieden ist es doch gar nicht, wenn wir uns vorfinden auf dieser feindseligen Welt voll Mord und Totschlag, unverständlich agierenden und krakeelenden Menschen, wilden Tieren etc. - und wir all das, was wir als Aussen und damit bedrohlich empfinden, nicht entschlüsseln, deuten, aufmachen können. Wenn wir an der Oberfläche, an der äusseren Form hängenbleiben und nicht zum Inhalt vorstossen...Aha, und da kommt jetzt der selbsternannte Kommunikations-Guru und verkauft (gratis! noch verdächtiger, Achtung: ein Sektierer?) ein simples Instrument namens Herzöffner, das dann gleich alle Probleme in einem Aufwasch löst? Klingt nach 'Schlank-ohne-Anstrengung-Werbung'. - Na ja, vielleicht nicht alle Probleme, aber viele Wesentliche, wagen wir zu behaupten. Und das Ganze hat - wie alles einfach Klingende - einen Haken. Die Handhabung dieses Schlüssels namens Herzöffner ist nämlich an zwei anspruchsvolle Voraussetzungen geknüpft:
1. Während der Anwendung des Herzöffners müssen sämtliche Vorurteile, was richtig, wertvoll, moralisch korrekt, gut sei, wie 'man' lebt, sich verhält, denkt und fühlt, beiseite gelegt, ja innerlich zum Verstummen gebracht werden - und das, wo wir doch so saustolz sind auf all die tausend mühsam und teuer erworbenen Erkenntnisse, was garantiert richtig und - noch sicherer - was garantiert falsch sei.

2. Der Benutzer des Instruments muss für den Vorgang des Herzöffnens 'reinen Herzens' sein. Was das heisst, ist in einer Zeit, wo der höchste Wert der shareholder-value ist, recht schwierig zu erklären. Es ist der Zustand der absichtslosen Zuwendung, den von omnipräsenter Profitsucht Geprägte eigentlich nie erleben - und auch gar nicht anstreben.

Wir Kinder der globalen Marktwirtschaft schaffen es kaum mehr, überhaupt irgendetwas zu tun, ohne gleich das profitable Argument, das "um zu" mitzuliefern. Die Fokussierung auf den - in der Regel materiellen - Kundennutzen rechtfertigt erst unser Tun! Die häufigst gestellte Frage zu unserem Tun ist doch "Was bringt's?" Wer in der Antwort etwas Immaterielles, nicht gleich umrechenbar Geldwertes erwähnt, erntet Kopfschütteln, Misstrauen und wird im Wiederholungsfalle als 'psychisch auffällig' eingeliefert. Doch als Motivations-Krücke mag der beargwöhnte 'Kundennutzen' auch hier dienen: Er liegt für den Herzöffner-Anwender in der Erhöhung seines Glücksempfindens dank Wegfall von (letztlich immer eigenen!) Widerständen. Das Ziel ist ja Erkenntnis dessen, was den andern im Herzen bewegt. Hat man dies aber wahrgenommen, kann man sich leichter auf den Stand-Punkt des andern stellen, die Welt aus dem Blickwinkel des andern Herzens erkennen und so den Geöffneten ver-stehen. Wer dies tut, um das geöffnete Herz des andern zu beeinflussen, zu einer Kaufsentscheidung zum Beispiel oder generell zur Machtausübung, der ist bereits in die Um-Zu-Falle getreten, ist nicht mehr absichtslos in seiner Zuwendung und wird erleben, wie blitzartig sich das geöffnete Herz wieder schliesst - oft definitiv oder zumindest fester als zuvor: 'Man merkt die Absicht und man ist verstimmt'. Also los denn! Vorurteile weg + 1 Esslöffel absichtslose Zuwendung = ? Sie werden staunen, was da abgeht, sogar - insbesondere! - bei vermeintlichen Gegnern, Todfeinden oder sonstwie Abgelehnten. Aber Achtung: Herzöffner sind sehr individuell, und es braucht eine gehörige Portion Offenheit, das Entdeckte - den Büchseninhalt! - auch zu genehmigen...

 

Schuss 201

'Wir sind alle nicht so wichtig
Hängen all' an einem Härchen
Und was falsch ist, ist auch richtig
Denn der Mensch ist nur ein Märchen'

(Hanns Dieter Hüsch)

Schuss 103

'Denn die Weisheit des Ostens geht über die Klugheit des Westens und die Gelassenheit übers Verändernwollen.'

stellte vor 65 Jahren der deutsche Philosoph Karl Löwith im japanischen Exil fest. Dieser Satz wirkt so schön antizyklisch in einer Zeit, wo der kluge Westen wieder einmal dazu neigt, alles Östliche in Bausch und Bogen zu verdammen. Wo er nicht sieht - nicht sehen will oder nicht sehen kann? - wieviel Weisheit darin läge, hinzuschauen anstatt einen Schauprozess durchzuführen, Geschehnisse zu deuten, anstatt deren Handlangern nachzuspüren, den hintergründigen Sinn zu suchen, anstatt die vordergründigen Täter, nach innen zu schauen anstatt nach aussen zu schlagen...

Ein delikates Thema, jetzt wo fast die ganze Welt sich endlich mal einig ist, wo ein gemeinsames Feindbild zu unheiligsten Allianzen führt, wo doch endlich wieder einmal klar ist, was und wer nur gut, was und wer nur schlecht ist, wo alles Unausgewogene, Unbalancierte, Einseitige marginal wirkt angesichts des grossen und gerechten Kampfes gegen das Urübel...

Wir setzen da ein Fragezeichen und sind jederzeit bereit, all die heilsamen Wirkungen zu skizzieren, die der 11. September bereits hat und noch haben wird. - Vielleicht bleibt ja zwischen zwei Festmahlzeiten ein wenig Musse, darüber zu sinnieren - mit Verstand und
Herz - oder gar in einen Dialog mit uns zu treten? Wir freuen uns auf Euch - auch auf ganz unweihnächtlich entrüstete Reaktionen! - und wünschen allen sinnlich-besinnliche Tage

Woche 48-50 2001

Wir pendeln zeitlebens zwischen der Liebe - zu uns selbst und allen andern - und der Angst - vor uns selbst und allen andern'. Die Angst tötet und die Liebe belebt.
behauptet Matthyas Arter in seinem neuen Buch 'Franz Padlauer'. Passt doch wunderbar zur Adventszeit, zum Krieg in Afghanistan und zur Lage im Nahen Osten. Damit wir auch noch was Kleines beigetragen haben, sei angefügt, dass 'Angst' von lateinisch 'angustus' = 'eng' kommt. Es wird wohl niemand bestreiten, dass es rund um Bethlehem etwas eng geworden ist in den letzten 55 Jahren und dass mithin die Liebe des dort Geborenen (zu uns selbst und allen andern) zur Zeit einen schweren Stand hat gegen die tötende Angst. - Die weite Beobachtungsdistanz hilft beim Deuten, aber richtig weihnächtlich wird's erst, wenn wir die Enge in der eigenen Brust anschauen, die sich in den oft beengenden Familiendramas manifestiert rund um die heiligsten Tage des Jahres. Wie wär's, wenn wir einen winzig kleinen Teil der vielen freien Zeit für tiefe persönliche befreiende Gespräche nützten?

Schuss 102

'Nichts ist nur richtig - nichts nur falsch'
behauptet Thorwald Dethlefsen unter Bezug auf Hermes Trismegistos. Das tönt so locker und wahrscheinlich nickt männiglich, solange der Spruch so abstrakt daher kommt. - Aber da ist Zunder drin, explosive Sprengkraft, wenn man das philosophische Lehrsätzchen konkret anwendet, z.B. auf so nette Erscheinungen wie Terrorismus, Krieg, Mord, auf die rechthaberischen Behauptungen von Wissenschaftern, Ökonomen, Politikern, Theologen oder - am schlimmsten - auf unsere eigenen Überzeugungen, vehement vertretenen Ansichten, unsere Beurteilung des eigenen Partners, unserer Nächsten....WOW, da fallen Kartenhäuschen zusammen, Festgezimmertes löst sich in nichts auf, die für absolut gehaltenen Leitplanken unseres Weltbildes erweisen sich als trügerisch, relativ - auf rein gar nichts ist wirklich Verlass. Oder gibt's da nicht wenigstens ein paar kitzekleine Ausnahmen? Ist nicht wenigstens die Liebe etwas 'absolut und nur Richtiges'? - Na ja, bereits Nietzsche benutzte für die menschliche Liebe das starke Bild 'Zuviel-nie genug', und man muss weder Italiener noch Psychiater sein, um zu wissen, dass die vielgepriesene Mutterliebe auch einengend, entwicklungshindernd, ja neurotisierend sein kann. Und sogar bei der höchsten Form der Liebe, der Agape, die nichts mehr für sich will, die nur noch verströmt, alle Ego-Ansprüche aufgibt, drängt sich die relativierende Einschränkung auf: 'Ja, aber zum richtigen Zeitpunkt - also nicht in Kinder- und Jugendjahren.' Wer nämlich kein Ego aufbaut, hat auch nichts zum Einreissen, zum Abbauen und Aufgeben. - Das einzig Tröstliche an diesem brisanten Sprüchlein liegt vielleicht in der streng logischen Applikation der Aussage auf den Satz selbst: Wenn nichts nur richtig ist, dann ist ja auch dieser Satz nicht nur richtig? - Ein Hoffnungsschimmer, dass doch irgendetwas nur richtig sei? Und wo wäre wohl die hoffnungsfrohe Ausnahme dingfest zu machen? Vielleicht im Prinzip Hoffnung?

Schuss 101

'Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis' - das behauptete immerhin Goethe, wobei 'das Vergängliche' für alles Irdische steht und das 'Gleichnis' nach Deutung schreit.

Na dann los Ihr Leute: Man deute heute - mit Goethe im Rücken - den globalen Buhmann bin Laden, das totale Umladen im Schweizer Fliegerli-Laden und die kapitalen Zahnschmerzen in Ihrem Kinnladen.